Kommentar in Heft 11/2001 "Gewogen und zu leicht befunden" - Beschaffung aktuell

Kommentar in Heft 11/2001

„Gewogen und zu leicht befunden“

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Heinz K. Kruse
Der Kommentar in der Ausgabe 11/2001 hat uns einige sehr entschiedene Meinungen eingetragen, für die wir unseren Lesern besonders dankbar sind. Denn die Meinungen unserer Leser sind uns Richtschnur für unser Handeln:
... was hat Beschaffung mit Politik zu tun? Nichts! Ich bin der Meinung, Sie sollten Ihre Einschätzung der politischen Führung der Bundesrepublik einfach für sich behalten. Eine Fachzeitschrift für Materialwirtschaft scheint mir jedenfalls denkbar ungeeignet dafür. Ich möchte Sie bitten, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoller ist, Entwicklungen aus dem Fachbereich zu kommentieren, meinetwegen Visionen zu entwickeln ...
Peter Brück aus Böhl-Iggelheim
... wahrscheinlich hat er noch Hemd und Hose an einem Stück getragen, als die Bundesrepublik vertragliche Verpflichtungen eingegangen ist, die es jetzt einzulösen gilt. Diese Verpflichtungen garantieren, dass es eine Bundesrepublik Deutschland in der heutigen Form gibt, die es Herrn Kruse ermöglicht, solche Kommentare von sich zu geben. ... Auch ich bin nicht mit allem einverstanden, trotzdem sollten wir die Realitäten beachten.
Rolf Saumweber aus Elchingen
Ich halte es für sehr problematisch, politische Kommentare in einer solchen Fachzeitschrift abzudrucken. Ich finde, Sie sollten die Beurteilung von politischen Situationen Ihren Lesern überlassen. Mich zumindest hat dieser Ausflug in ein Gebiet, welches man sicherlich nicht mit dem Zusammenhang mit Beschaffung begründen kann, sehr irritiert.
Werner Friedrichs aus Eichenzell
Versuch einer Beantwortung:
Was hat Beschaffung mit Politik zu tun?
Leider mehr, als uns recht sein kann. Die gegenwärtige Politik hat direkte Auswirkungen auf alle Wirtschaftssektoren, in denen über größere Distanzen hinweg Güter bewegt und Versorgung sichergestellt werden muss, indem sie einmal mehr an den Stellschrauben von Gebühren und Reglementierungen dreht.
Die Folgen sind zusehends steigende Arbeits- und Finanzaufwendungen für die Risikovorsorge in allen Bereichen der Beschaffung, Materialwirtschaft und Logistik. Ohnehin mischt sich die Berliner und Brüsseler Politik mit zunehmender Regulierungswut ein in alle Belange der freien Wirtschaft und erschwert und verteuert damit unternehmerisches Handeln. Derweil wird vor jeder Wahl "weniger Staat" versprochen.
Hemd und Hose an einem Stück waren damals nicht sehr verbreitet. Ich bin Weltkriegs-II-Jahrgang, 1940 in Hannover geboren. Meine frühe Kindheit, an die ich mich viele Jahre nur mit Schrecken erinnerte, habe ich vorwiegend in Luftschutzbunkern verbracht. Den Takt schlugen damals amerikanische und britische Fliegerbombenangriffe. Hannover wurde, ähnlich wie Nürnberg, Dresden, das Ruhrkerngebiet oder andere Ballungsregionen, bis Kriegsende zu 95% dem Erdboden gleich gemacht.
Wenn heute irgendwo Länder und Städte bombardiert werden, sind meine Gedanken bei den unbeteiligten einfachen Menschen, die dies alles schutzlos erdulden müssen, und ich bin entsetzt darüber, dass die Menschen aus ihrer Geschichte partout nichts dazulernen und Krieg schon wieder als Mittel der politischen Auseinandersetzung akzeptieren wollen.
Die wichtigste Bündnisverpflichtung unseres Landes ist nach wie vor die, dafür zu sorgen, dass von deutschem Boden nie wieder Gefahren für andere Länder ausgehen. Dennoch konnten sich mehrere der Flugzeugattentäter vom 11. September auf deutschem Boden unbemerkt auf ihre letzte Reise vorbereiten. Muss uns das nicht zu denken geben? Das war die Fragestellung des vorstehend erwähnten Kommentars.
Wenngleich wir der Meinung sind, dass Wirtschaft und Politik kaum voneinander zu trennen sind, kann es nicht unsere Absicht sein, Irritationen bei unseren Lesern auszulösen. Künftig werden wir also noch mehr darauf achten, dass bei den seltenen Ausflügen in die Nähe der Politik die Beziehung zu unserem gemeinsamen Geschäft sichtbar bleibt.
Die neu hinzugewonnenen strategischen Dimensionen in den Aufgabenbereichen von Materialwirtschaftlern, Logistikfachleuten und Beschaffungsentscheidern sowie der Aufbruch in das Elektronikzeitalter bieten ohnehin eine Fülle ungeheuer faszinierender Beschäftigungsfelder.
Insofern geloben wir gern allen unseren Lesern, die durch diese Kommentierung verunsichert wurden, Besserung!
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