Roboter und Anbaugeräte werden konsequent auf Energieeffizienz getrimmt - Die neuen Selbstständigen - Beschaffung aktuell

Roboter und Anbaugeräte werden konsequent auf Energieeffizienz getrimmt

Die neuen Selbstständigen

Anzeige
Roboter, Montagetechnik und Bildverarbeitung sind Schlüsseltechnologien der Automatisierungsbranche. Forum dafür ist die Münchener Automatica. Die Fachmesse zeigt wichtige Stellschrauben für den effizienten Roboterbetrieb. Neuentwicklungen und Detailverbesserungen, die Einsatzpotenziale erschließen, rücken ebenso in den Fokus wie die Servicerobotik.
Vormachen statt programmieren: Wird die Montage von Metallkonstrukti-onen auf diese Weise automatisiert, werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Einerseits spart dies komplexe, manuelle Programmierungen, andererseits wird der Montageprozess automatisch geplant und für die Durchführung zu einem Roboter- programm konvertiert. Wie sich der Montageprozess durch Vormachen „programmieren“ lässt, zeigen DLR und Kuka anhand des Leichtbauroboters Kuka LBR iiwa auf der Fachmesse Automatica. Wie alle Aussteller des Gemeinschaftsstands SMErobotics in Halle A4, rücken die Projektpartner neue Robotersysteme für kleine und mittlere Unternehmen ins Blickfeld. Im Rahmen des vom Fraunhofer IPA koordinierten EU-Forschungsprojekts SMErobotics entwickeln die Teilnehmer Technologien für wandlungsfähige und kostengünstige Automatisierungslösungen. Diese, so das Ziel, sollen sich ohne hohen Aufwand in der Produktion mittelständischer Unternehmen einsetzen lassen.
Arbeitsassistenten der Zukunft. Die Messebesucher in den fünf Automatica-Hallen im Ostteil der Messe treffen auf mannigfache Arbeitsassistenten der Zukunft. Neben Robotik stellt die Fachschau Montageanlagen und industrielle Bildverarbeitungssysteme in den Mittelpunkt. Mit solchen Innovationen zur Automatisierung von Produktionsprozessen hat die Automatica vor zwei Jahren fast 31 000 Fachbesucher auf die Stände der knapp 700 Aussteller gelockt; in diesem Jahr sind mehr als 730 gemeldet. Rund 55 000 Quadratmeter des Münchener Geländes werden belegt sein. Neben zahlreichen Produktpremieren der Aussteller und Zukunftsthemen im Rahmenprogramm – neu ist in diesem Jahr die Servorobotik – bietet die Messe Besuchern die Marktübersicht für ihren Produktionsbedarf.
Um den Verbrauch von Maschinen und Anlagen zu optimieren, werden Roboter, Montageanlagen und Komponenten konsequent auf Energieeffizienz getrimmt. Zu den Stellschrauben des effizienten Roboterbetriebs gehören Leichtbau wie auch Antriebs- und Steuerungstechniken. „Nur die konsequente Weiterentwicklung in allen drei Bereichen kann zu einem energieeffizienten Gesamtsystem führen“, betont Manfred Gundel.
Der Geschäftsführer der Kuka Roboter GmbH verweist auf die mit der aktuellen Robotergeneration KR Quantec erreichten Verbesserungen. Laut Angaben lassen sich mit diesen Sechsachsern die Energiekosten im Vergleich zu den Vorgängermodellen um 36 Prozent senken. Ausschlaggebend dafür waren Gewichtsreduzierung, eine wegweisende Steuerungstechnik mit neu definierten Standby-Modi sowie eine intelligente Antriebstechnik.
Weitere Detailverbesserungen, die zusätzliche Einsparpotenziale erschließen helfen, will Kuka in diesem Jahr präsentieren. Fanuc Robotics arbeitet mit einer aus Branchen wie etwa der Elektromobilität bekannten Energiesparmaßnahme: der Energierückspeisung. „Dabei wird die beim Bremsen in den einzelnen Achsen erzeugte Energie wieder dem Gesamtsystem zugeführt“, erläutert Vertriebsleiter Ralf Winkelmann. Inzwischen setzen weitere Anbieter auf die Rekuperation oder arbeiten daran, wie die Automatica zeigen wird.
Ein bislang wenig beachtetes Potenzial für einen effizienten Roboterbetrieb liegt in der Auswahl der Anbaugeräte. Ob Greifer oder Schweißzange – mit Leichtbau kann hier der Aufbruch in eine neue Dimension gelingen. Nämlich dann, wenn etwa durch Leichtbau-Servoschweißzangen die benötigte Traglast des Roboters so weit reduziert wird, dass die nächst kleinere Baureihe gewählt werden kann. Ein Roboter mit niedrigerer Traglast steht für niedrigere Anschaffungskosten, geringeren Platzbedarf, weniger Energieverbrauch und damit für Nachhaltigkeit und Produktivität. Hier bietet die Messe Gelegenheit, um bei den entsprechenden Anbietern das Gewicht der „end of arm tools“ zu vergleichen.
Der Servicerobotik ist in diesem Jahr in Halle A4 ein eigener, über 5000 Quadratmeter großer Ausstellungsbereich gewidmet. Das Potenzial der flinken Helfer ist enorm. Weltweit sollen rund 100 000 professionelle Serviceroboter im Einsatz sein. Neben Medizinrobotern, die mit jährlichen Zuwachsraten von 20 % aufwarten, sind fahrerlose Transportsysteme für die Intralogistik im Kommen. Mithilfe von Navigationstechniken bewegen sich mobile Roboter autonom in einem unstrukturierten Umfeld, erkennen, interpretieren und klassifizieren dieses und verfolgen Objekte.
Da die Tendenz hin zu einheitlichen Hard- und Softwarestandards geht, lassen sich mehr und mehr Systemkomponenten nach Baukastenprinzip verknüpfen. „Industrie- und Serviceroboter werden sich wesentliche Technologien teilen und voneinander profitieren“, prophezeit Martin Hägele vom Fraunhofer IPA aus Stuttgart. „Die sichere Mensch-Roboter-Kooperation, das intuitive Instruieren von Aufgaben, die weiterreichende Nutzung von Sensoren – besonders Bildverarbeitung – sind verbindende Elemente.“
Für Serviceroboter ist die zukünftige Herausforderung die physische Wechselwirkung mit Menschen, Objekten und Prozessen: Sie müssen sicher, robust und mit wachsender Autonomie in der realen Welt handeln. Das bedeutet, sie brauchen flexible, universell einsetzbare Greifer und Algorithmen für clevere Manipulationen, Planungsalgorithmen für kollisionsfreie Bewegungen im dynamischen Umfeld sowie Sensorik und Wahrnehmung, die nicht nur sehen, sondern die Welt um sich und den Menschen herum auch begreifen.
Folgerichtig bilden die jeweils an den Eingangsbereichen der Hallen A4 und B5 platzierten Messestände der Bildverarbeitungsanbieter den Zugang zu den Lösungen der Industrierobotik. Die Unternehmen warten mit neuesten Komponenten und Komplettlösungen mit konkretem Bezug zu industriellen Applikationen auf. Dabei erschließen steigende Performance von Hard- und Software, schnelle Kameras, höhere Rechenleistungen und neue Schnittstellen der Automation weitere Anwendungsfelder. Da Kameras und Sensoren zudem preiswerter werden, entstehen immer wirtschaftlichere Lösungen, was der Technologie weiteres Potenzial erschließt.
Smartkameras beispielsweise bieten sich als kompakte und kostengünstige Alternative zu klassischen PC-basierten Bildverarbeitungssystemen an. Die Technologie könnte den PC als Platz- und Ressourcenverschwender eliminieren, sagt Michael Engel, Geschäftsführer der Vision Components GmbH. Die intelligente Kamera ist seiner Meinung nach „aufgrund ihres signifikant niedrigeren Stromverbrauchs für eine nachhaltige und energieeffiziente Produktion erste Wahl“.

Robotik und Automation unter einem Dach

Fachmesse Automatica

Vom 3. bis 6. Juni 2014 vereint die internationale Fachmesse Automatica alle Segmente der Bereiche Robotik, Automation und Mechatronik unter einem Dach. Alle zwei Jahre treffen sich auf dem Münchner Messegelände Hersteller und Anwender von Montage- und Handhabungstechnik, Robotik sowie industrieller Bildverarbeitung. Neu in diesem Jahr ist die „Professionelle Servicerobotik“.
Die Automatica findet parallel zur Instandhaltungsmesse Maintain und der Gastveranstaltung Intersolar Europe statt. Laut Veranstalter Messe München International ergänzen sich die Fachmessen thematisch für Anwender aus der produzierenden Industrie.
Rahmenprogramm:
Automatica Forum an allen Messetagen in der Communication Area, Halle B5. Themenschwerpunkte sind
  • Bluecompetenz: Wirtschaftlicher Erfolg mit mehr Nachhaltigkeit
  • Servicerobotik: Flexible Helfer für Industrie und Gewerbe
  • Optimierte Produktion: Flexible Automation in Zeiten sinkender Losgrößen und steigender Leichtbauanforderungen
  • Industrie 4.0: Software und Vernetzung verändern die Fertigung
Service Robotics Demonstration Area (Halle A4)
Automatisierte Composite-Produkte (Halle A5)
Smart Factory (Industrie 4.0, Halle A5)
Kongress ISR/Robotik 2014
Anzeige

Aktuelles Heft

IFOY Award

Die renommierte Auszeichnung für Flurförderzeuge geht in eine neue Runde.

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Quergerätselt

Mitmachen und gewinnen!

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de