Einkaufsmanager Index EMI klettert auf Vorkrisen-Niveau - Beschaffung aktuell

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Einkaufsmanager Index

EMI klettert auf Vorkrisen-Niveau

Die deutsche Industrie präsentierte sich im Mai von ihrer besten Seite. (Bild: Nataliya Hora / Fotolia)
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Die deutsche Industrie hat im Mai nochmals an Dynamik gewonnen und ist so kräftig gewachsen wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der im Mai mit 59,5 (Vormonat: 58,2) das kräftigste Wachstum seit April 2011 erzielte. Der wichtige Indikator für die deutsche Wirtschaft notiert nun bereits seit zweieinhalb Jahren über der neutralen Marke von 50 Punkten. Das ist der zweitlängste Zeitraum ununterbrochenen Wachstums seit Umfragebeginn vor 21 Jahren.
„Die deutsche Industrie hat im Mai erstmals wieder an die EMI-Höchstwerte vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise anknüpfen können. Das lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken“, betont Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Erfreulich sei zudem, dass sich der Anstieg der Einkaufspreise im Berichtsmonat spürbar abgeschwächt habe.
Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick
Industrieproduktion: Aufgrund des starken Auftragszuwachses wurde die Produktion im Mai so kräftig ausgeweitet wie seit April 2011 nicht mehr. Seit 49 Monaten steigt die Produktion nun bereits ununterbrochen – so lange wie nie zuvor seit Umfragebeginn im April 1996. Die höchste Steigerungsrate vermeldete im Mai der Vorleistungsgüterbereich. Hier wurde ein neues Allzeithoch erreicht.
Auftragseingang: Die Nachfrage zog im Mai zum vierten Mal innerhalb der vergangenen sechs Monate an und sorgte sowohl bei Global Playern als auch bei KMU für das höchste Auftragsplus seit April 2011. Spitzenreiter war diesmal der Investitionsgüterbereich, gefolgt vom Vorleistungsgüterbereich.
Bei den Auslandsbestellungen verbuchten die Branchenakteure das höchste Plus seit sieben Jahren, nicht zuletzt dank der starken Nachfrage aus Asien. Seit 22 Monaten legen die Exportaufträge nun bereits ununterbrochen zu – so lange wie seit neun Jahren nicht mehr. Spitzenreiter in dieser Kategorie war der Investitionsgüterbereich.
Beschäftigung: Infolge der starken Nachfrage fiel der 14. Jobaufbau in Folge so kräftig aus wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der entsprechende Teilindex liegt aktuell auf dem sechshöchsten Wert seit Umfragebeginn. Höher notiert hatte er lediglich in den ersten fünf Monaten des Jahres 2011.
Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Anstieg der Einkaufspreise schwächte sich spürbar ab und war der niedrigste seit sechs Monaten. Verteuert hat sich laut Befragten diesmal vor allem Stahl, doch auch bei anderen Rohstoffen kam es zu Lieferengpässen. Am stärksten gestiegen sind die Einkaufspreise im Investitionsgüterbereich.
Die neunte Anhebung der Verkaufspreise in Folge fiel zwar schwächer aus als in den drei Vormonaten, die Steigerungsrate blieb jedoch hoch. So gaben die Unternehmen eigenen Angaben zufolge die höheren Einkaufspreise ein weiteres Mal an ihre Kunden weiter.
Jahresausblick: Im Zuge des guten Konjunkturverlaufs, der starken Nachfrage, der Einführung neuer Produkte und der schwindenden politischen Unsicherheit blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Mai ausgesprochen positiv. Der entsprechende Teilindex gab gegenüber April zwar leicht nach, er notiert aktuell jedoch auf dem vierthöchsten Wert seit Beginn der Erhebung dieser Daten im Juli 2012.
Über den EMI Einkaufsmanager Index
Der IHS Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland. Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).
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