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Rohstofflieferketten unter der Lupe

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(Bild: Ebenart/Fotolia)
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Eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der Universität Ulm vergleicht 19 ausgewählte Initiativen für einen verantwortungsvollen Bergbau.

Freiwillige Nachhaltigkeitsinitiativen für Massenrohstoffe wie Aluminium und Kohle oder Hightech-Metalle wie Gold, Tantal, Wolfram und Zinn sollen Menschenrechtsverletzungen und Umweltvergehen verhindern und für einen verantwortungsvollen Bergbau und fairen Handel sorgen. Rund 40 dieser Initiativen gebe es bereits weltweit für den Bergbau und die Lieferketten mineralischer Rohstoffe. Sie unterstützten die Bemühungen um einen verantwortungsvolleren Abbau dieser für die Gesellschaft notwendigen Rohstoffe. Allerdings sei häufig unklar, welche Standards und Maßnahmen sich hinter den jeweiligen Initiativen und Zertifizierungssystemen verbergen. BGR und Uni Ulm haben deshalb in ihrer aktuellen Studie untersucht, welche Ziele die einzelnen Initiativen verfolgen, wie verbreitet sie sind, welche Interessengruppen hinter ihnen stehen, welche inhaltlichen Anforderungen gestellt werden und wie sie in der Praxis arbeiten. Geprüft wurden unter anderem Initiativen der UN, staatlicher Institutionen, der Entwicklungsbank IFC, von Bergbau- und Industrieverbänden, Unternehmen sowie Multi-Stakeholdergruppen, darunter auch Nichtregierungsorganisationen. In ihrer Studie kommt die BGR zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen für den industriellen Bergbau durch die Kreditvergabebedingungen der Weltbank und das zukünftige Zertifizierungsverfahren der Initiative for Responsible Mining Alliance (IRMA) besonders hoch sind. Rund die Hälfte der Initiativen konzentriere sich auf Minimalanforderungen oder spezielle Umweltschutzmaßnahmen. Für den Kleinbergbau existierten deutlich weniger Nachhaltigkeitsprogramme. Initiativen wie Fairtrade, Fairmined und Fair Stone stellen laut BGR für den Gold- und Natursteinabbau aber hohe Anforderungen zu Arbeits- und Menschenrechten. Generell gelte, dass in den Standards der Initiativen der Beitrag des Bergbaus für eine nachhaltige Entwicklung der Förderländer zu wenig berücksichtigt werde.

Die Autoren der Studie fordern eine stärkere Angleichung der Standardanforderungen, um einer übermäßigen Diversifizierung der Systeme aufgrund von Einzelinteressen entgegen zu wirken. Gleichermaßen bedarf es ihrer Ansicht nach effizienterer und einheitlicherer Anreiz- und Implementierungsmaßnahmen (z.B. Trainings, finanzielle Ressourcen etc.), um die Anforderungen aus der Theorie auch wirksam in die Praxis zu überführen. „Um ihre Glaubwürdigkeit zu steigern, sollten Initiativen offener und transparenter mit Ihren erzielten Erfolgen und vor allem mit bestehenden Herausforderungen umgehen“, so BGR-Expertin Karoline Kickler. Die Studie mache deutlich, dass ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz nötig ist, um einen verantwortungsvolleren Rohstoffabbau zu realisieren. Dafür ist allerdings eine stärkere Kooperationsbereitschaft der Akteure erforderlich.

Die Studie ist Bestandteil des Forschungsprojektes NamiRo (Nachhaltig gewonnene mineralische Rohstoffe), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt wird. Ziel des Projektes sei es, Empfehlungen für ein Standardsystem für mineralische Rohstoffe zu entwickeln, das von den Stakeholdern akzeptiert werde und Nachhaltigkeitsfortschritte entlang der Lieferkette von mineralischen Rohstoffen nachweisbar und transparent mache.

Die Studie kann hier abgerufen werden.

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