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Alle auf die Couch ?

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Kultur. Qualifikation. Motivation. Kommunikation. Lieber Leser, diese Themen beherrschen derzeit die Foren im Einkauf. Na, hallo, jetzt aber mal alle auf die Couch, oder was? Wo bleibt denn da der Kampfgeist, der vom Einkauf an allen Fronten verlangt wird: 100 spezifische Fachthemen und am Ende steht die zentrale Nummer – mehr Ergebnisbeitrag! Tools, Prozesse, Methoden –, darauf kommt’s an und alle sind im Laufe der Zeit trainiert und viel schlauer und besser geworden. Und das Management strotzt vor Tatkraft!

Dennoch dämmert es vielen, dass man bei allen guten Investitionen in Tools und Methoden die Ausbildung in klassischen Management-Skills auch und gerade in der „zweiten“ Ebene vernachlässigt hat. Oder anders formuliert: Wie bringe ich eigentlich die Mannschaft dahin, das zu tun, was erwartet wird?
Mit der Aufwertung der Einkaufsfunktion wurde der Ball weit geschlagen und nun läuft man teilweise dem selbstgesteckten Anspruch hinterher, denn die handelnden Personen sind ja oft seit vielen Jahren dieselben. Mit der „Aufwertung“ des Einkaufs sind in vielen Fällen vor allem die Anforderungen gestiegen, nicht unbedingt die Führungsqualität (???) in der Truppe. Zudem hält die steigende organisatorische Vernetzung mit dem Trend zu mehr Meetings, Berichten etc. die Top-Kräfte von ihrer eigentlichen Arbeit ab.
Es besteht die Gefahr, dass der Einkauf nicht nur in der Selbstsicht, sondern auch bei seinen Kunden an Wertschätzung verliert – und dieses gerade in einer Zeit, in der die viel geforderte Einbindung und Aufwertung sich stärker umsetzt, als manchem lieb sein kann. Meine nicht repräsentative Beobachtung: Bei den üblichen Befragungen zur Mitarbeiterzufriedenheit schneidet der Einkauf mäßig ab, besonders bei der Frage: Würden Sie Ihrem Freund empfehlen, hier zu arbeiten? Am Ende bleiben immer mehr Müdigkeit, Frust und Angst: Wie soll man bei diesen Fronten die Kräfte bündeln und wer kennt sich noch aus?
Ratgeber der Sorte „Hardcore-Schluss-mit-lustig“ oder „Gruppenkuscheln“ gibt es genug. Das „Gemeine“ an diesen Themen: Wenn man sie sich erst mal zu eigen macht, ist man schnell beim „Eingemachten“, seiner eigenen Person und seiner persönlichen Beziehung zu seinen Mitarbeitern, Chefs und Kollegen … Motivation, Leadership und Kultur kann man eben nicht verordnen, sie entstehen als eine Summe von Handlungen und Mustern – naja, und da haben viele Menschen eine eigene Vorstellung von Disziplin, Verbindlichkeit und Idealen!
Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, der nicht vergessen werden sollte: Wenn es zum „aufgewerteten“ Einkauf keine Alternative gibt, dann führt auch kein Weg daran vorbei, in den Einkauf zu investieren. Eine Perspektive für Mitarbeiter und das Heuern von Top-Talenten sind eben – bei allen Einschränkungen und Einwänden – nicht zum Nulltarif zu haben und mit der Vernetzung und Cross-Funktionalität des Einkaufs sollte dieser eigentlich zu einer Pflichtstation für das zukünftige Top-Management sein. Das Management muss also seinen Job machen, will man eine Motivationsschmelze im Einkauf verhindern.
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