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Anforderungen unbekannt

Schweißerbekleidung
Anforderungen unbekannt

Schutz gegen Funkenflug, kleine Schweißperlen und kurzzeitigen Kontakt mit Flammen bietet richtige Schutzkleidung für Schweißer (Foto: Mewa)
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(sas) Etwa die Hälfte der Arbeitgeber in der metallverarbeitenden Industrie weiß nicht oder kaum darüber Bescheid, welchen Anforderungen die Kleidung für Schweißer gerecht werden muss. Die Folgen können fatal sein, nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber.

Wenn sich im Falle eines Unfalls herausstellt, dass der Arbeitgeber keine „Persönliche Schutzausrüstung“ aufgrund einer Risikoanalyse zur Verfügung gestellt hat, ein mögliches Restrisiko aber bestand, kann er aufgrund des Arbeitsschutzgesetzes strafrechtlich verfolgt werden. Das Bußgeld kann bis zu 50.000 DM betragen. Ganz davon abgesehen, dass der Arbeitgeber auch für Verletzungen, die der Arbeitnehmer erlitten hat, haftbar gemacht werden kann.
Die gegenwärtige Unwissenheit in Bezug auf die richtige Kleidung für Schweißer hängt laut Ehco-KLM-Manager Peter Dijkhuis zu einem großen Teil mit der undeutlichen staatlichen Gesetzgebung zusammen.
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet zwar zu einer Risikoanalyse, doch schlussendlich obliegt dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer die Entscheidung, ob von einem Restrisiko gesprochen werden kann oder nicht.
Der Europäische Rat äußert sich hierzu ein wenig deutlicher: Schweißarbeiten und verwandte Tätigkeiten werden als Risiko behaftete Arbeiten angesehen. Nach der europäischen Verordnung 89/656 EU sind die Arbeitgeber verpflichtet, „Persönliche Schutz-Ausrüstungen“ (PSA) zur Verfügung zu stellen; darunter fällt auch eine sichere Kleidung für Schweißer.
Grundsätzlich wird im Bereich PSA am Arbeitsplatz der Schutz vor Hitze, Flammen und bei Schweißarbeiten (Feuerwehrbereich ausgenommen) von drei Hauptnormen abgedeckt. Ihre Bezeichnungen lauten:
•DIN EN 470-1, Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren,
•DIN EN 531, Schutzkleidung für hitzexponierte Arbeiten,
•DIN EN 533, Schutzkleidung/Schutz gegen Hitze und Flammen – Materialien und Materialkombinationen mit begrenzter Flammenausbreitung.
Davon finden die ersten beiden Normen in der Praxis ihre häufigste Anwendung. Kennt jemand nur ihre Namen, aber nicht die Inhalte, bestellt er leicht die falsche Kleidung.
„Wenn der Sicherheitsbeauftragte für Mitarbeiter, die fast ausschließlich schweißen, PSA nach EN 470-1 bestellt, ist der erste Fehler geschehen“, verdeutlicht Wolfgang Quednau von Mewa Textil-Service die Problematik. Denn der Titel dieser Norm „Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren“ sollte besser „Schutzkleidung für gelegentliches Schweißen“ lauten. Mitarbeiter, die häufig oder fast ausschließlich schweißen, sollten Schutzkleidung entsprechend der Norm EN 531 Code E2/EE oder D1/D2 tragen. Diese Norm heißt aber „Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiten“. Dies ist natürlich korrekt, führt aber im Vergleich der beiden Normenbezeichnungen zu sprachlichen Missverständnissen.
Ehco-KLM Kleidung GmbH, 48580 Gronau, www.ehco-klm.com
Mewa Textil-Service AG, 65189 Wiesbaden, www.mewa.de
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