Deutschen Fachkräftemangel durch internationale Rekrutierung ausgleichen

Ausländische Spezialisten treiben Wachstum

(Foto: Philip Date/Fotolia.com)
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Trotz der globalen Wirtschaftskrise fehlen deutschen Unternehmen in den technischen Bereichen einige zehntausend Ingenieure und Spezialisten. Dieser Fachkräftemangel – so die einhelligen Prognosen – wird in Zukunft weiter ansteigen. Daher gehen viele Unternehmen neue Wege. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen hat in den vergangenen Jahren bereits Mitarbeiter im Ausland rekrutiert, wie eine Studie der FH Ludwigshafen im Auftrag des Personaldienstleisters Hays ergab. Bei Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern haben bereits zwei Drittel neues Personal im Ausland gefunden.

Frank Schabel, Hays AG Leiter Marketing/ Corporate Communications

Gefragt sind bei der internationalen Rekrutierung vor allem hoch qualifizierte Spezialisten aus IT sowie Forschung und Entwicklung. Dabei geht es den Unternehmen nicht nur darum, im Ausland die Mitarbeiter mit den passenden Fachkenntnissen zu finden. Das eigene Selbstverständnis als internationales Unternehmen und die Steigerung der eigenen internationalen Kompetenz sind die zentralen Beweggründe bei der internationalen Rekrutierung.
Vor allem in Osteuropa suchen deutsche Unternehmen nach neuen Mitarbeitern. Erst dann folgen das deutschsprachige Ausland, England und die USA sowie Indien. Auch künftig, so die Aussagen der Befragten, werden die Schweiz und Österreich sowie Osteuropa die Regionen sein, in denen deutsche Unternehmen vor allem nach hoch qualifizierten Mitarbeitern suchen. Aus nachvollziehbaren Gründen: Diese Regionen verfügen über ein vergleichbares Qualifikationssystem und ähnliche kulturelle Werte.
Was die Rekrutierungswege betrifft, setzen Unternehmen auf die klassischen Instrumente und hier vor allem auf die eigene Homepage: Die Internetpräsenz ist bei der Mehrheit der befragten Unternehmen der zentrale internationale Rekrutierungskanal und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.
Systematisch rekrutieren und integrieren
Ebenfalls wichtiger werden künftig Praktikumsangebote an junge Menschen und die intensive Kontaktpflege zu internationalen Universitäten. Unternehmen werden hier ihre Angebote verstärken, um potenzielle Mitarbeiter zu adressieren. Kein Wunder, meint die Studienleiterin Prof. Dr. Jutta Rump vom IBE: „Der ‚War for Talents‘ findet künftig global statt. Es wird daher immer wichtiger, Kandidaten sehr früh anzusprechen.“ Fast die Hälfte der befragten Unternehmen schaltet für seine internationale Rekrutierung auch Personaldienstleister wie Hays ein.
Der Aufwand bei der internationalen Rekrutierung, so die Studienergebnisse, liegt deutlich höher als bei nationalen Beschaffungsmaßnahmen. Als zentrale Punkte nennen die Entscheider den höheren Zeitbedarf, ein Mehr an Kosten sowie die kulturellen Unterschiede. Daher sei die Integration der ausländischen Mitarbeiter ein sehr wichtiges Thema. Gut die Hälfte der Befragten hält deshalb umfassende Integrationsmaßnahmen für notwendig. „Die Erfahrungen der befragten Unternehmen zeigen, dass einem strukturierten Integrationsprozess aufgrund der kulturellen Unterschiede der Mitarbeiter eine sehr hohe Bedeutung beigemessen werden muss“, kommentiert Rump die Befragungsergebnisse. Dem gegenüber stehen die Vorteile: Eine internationale Mitarbeiterschaft erleichtere die Unternehmensentwicklung und verbessere die Reputation als Arbeitgeber.
Vor diesem Hintergrund überrascht das Fehlen einer klaren Unternehmensstrategie zu Rekrutierungsmaßnahmen im Ausland: Die große Mehrheit der Befragten verfügt über keine Strategie. Ebenfalls auffällig ist, dass die demografisch bedingte Alterung der deutschen Gesellschaft keinen Grund für die Suche auf internationalen Arbeitsmärkten darstellt. Dieses Ergebnis überrascht im Hinblick auf die öffentlichen Diskussionen zum demografischen Wandel in Deutschland und dessen Implikationen für den einheimischen Arbeitsmarkt. Hier besteht eine deutliche Kluft zwischen den geführten Debatten und den tatsächlich umgesetzten Handlungen.
Fazit: Viele Unternehmen stehen bei der internationalen Rekrutierung nicht mehr am Anfang, sondern verfügen bereits über Erfahrungen. In Zukunft benötigen Unternehmen statt kurzfristiger Ad-hoc-Maßnahmen jedoch einen höheren Weitblick und eine klare Stoßrichtung. Denn die immer stärkere Globalisierung der ökonomischen Beziehungen sollte Hand in Hand gehen mit einer stetigen Professionalisierung der internationalen Rekrutierung. Eine fundierte Strategie beinhaltet deshalb zum einen eine effizientere Kooperation zwischen Fach- und Personalabteilung, um Rekrutierungskonzepte zu synchronisieren. Zum Zweiten werden die dezentralen Akteure gerade in globalen Konzernen eine stärkere Rolle bei der internationalen Rekrutierung spielen müssen – auch dies muss strategisch geregelt werden.
Download Studie: www.hays.de/studien
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