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Bestände optimieren lassen

Vendor Managed Inventory in der Elektronikindustrie
Bestände optimieren lassen

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Ein erfolgreiches kollaboratives Bestandsmanagement beruht auf einem gesunden Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern, transparenten Informationen und effizienten Tools zur Steuerung der Prozesse. Wie Vendor Managed Inventory von elektronischen Bauteilen funktioniert zeigt das Beispiel von Rutronik und TridonicAtco.

Thomas Rolle, Geschäftsführer Logistik bei Rutronik www.rutroniklogistik.com

Logistik bedeutet Innovation. Nur wer nach diesem Motto lebt, kann Logistikdienstleistungen anbieten, die individuell und kostensenkend sind. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, die Lieferkette weiter zu optimieren, Prozessketten zu entschlacken oder danach wie man eine unterbrechungsfreie Produktion gewährleisten kann. Das geht nur mit fundiertem Know-how und in heutigen Zeiten mit einer ausgefeilten Software.
Die Rutronik Logistik bietet eine Vendor-Managed-Inventory-Lösung an, unterstützt durch Add-One, eine Software für das Bestandsmanagement der Inform GmbH, Aachen. Mit dieser Lösung ist Rutronik in der Lage, die Konsignationsbestände im Lager des Kunden optimal zu verwalten.
Sinnvolle Einbindung der Lieferanten
Aber wie hoch müssen die Bestände sein? Wie hoch dürfen die Bestände sein? In Beständen gebundenes Kapital beeinflusst in der Regel den Unternehmenswert und steht darum immer im Fokus des Managements. Also muss ein Modell realisiert werden, das sowohl Kapital freistellt als auch eine kontinuierliche Produktion sichert.
Aus dem Supply Chain Management erschließt sich die logistische Integration der gesamten Versorgungskette als ein zentrales Element. Überträgt man dieses Ziel auf das Bestandsmanagement, so ergibt sich daraus der Anspruch, die Bestände entlang der gesamten Supply Chain integriert zu steuern und eine Optimierung der Bestände über die Wertschöpfungskette zu erreichen.
Hierbei erlangt das Konzept des Vendor Managed Inventory immer größere Bedeutung. Ziel dieses Konzeptes ist, die Verantwortlichkeit für das Bestellwesen und die Bestände nicht mehr ausschließlich dem Kunden zu überlassen, sondern den Lieferanten in diesen Prozess sinnvoll mit einzubinden. Der Kunde übermittelt die benötigten Verbrauchszahlen und Bestandsdaten. Der Lieferant kann somit eigenständig über die Lieferrhythmen und -mengen entscheiden.
Ein erfolgreiches kollaboratives Bestandsmanagement beruht auf einem gesunden Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern, transparenten Informationen und effizienten Tools zur Steuerung des Vendor-Managed-Inventory-Prozesses.
Die TridonicAtco GmbH & Co. KG aus Dornbirn in Österreich stellt sich der Herausforderung einer hohen Versorgungssicherheit mit minimalen Beständen und übertrug darum das Bestandsmanagement für definierte Produktgruppen an die Rutronik Logistik. TridonicActo ist einer der führenden Hersteller von Lichtkomponenten mit 1 700 Mitarbeitern, mehr als 320 Millionen Euro Umsatz und Niederlassungen weltweit.
Die Konzeption des Systems sowie die eingesetzten Instrumente überzeugten Tridonic ebenso wie die professionelle Vorgehensweise der Logistikexperten von Rutronik. In regelmäßiger Abstimmung und auf der Grundlage einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit wurde das Projekt innerhalb weniger Monate umgesetzt.
Zum Start definierte Tridonic die Ziele, welche mit dem Partner durch das Vendor-Managed-Inventory-Konzept erreicht werden sollten:
  • Erhöhung des Umschlagsfaktors auf größer als 28
  • Reduzierung der Lagerreichweite auf kleiner als 20 Tage
  • minimalste Prozesskosten für die Bestellabwicklung (Ziel: null)
  • minimalste Prozesskosten durch Reduzierung der Prozesse in der Lagerwirtschaft und im Wareneingang
Rutronik Logistik setzt bei der Realisierung dieser Ziele neben einem professionellen Consulting zur Geschäftsprozessanalyse und Identifizierung der Kostentreiber auf den Einsatz der Add-On-LösungAdd-One des Optimierungsspezialisten Inform. Dieses Paket ermöglicht ein professionelles Bestandsmanagement mit effizientesten Prozessen und setzt in der Supply Chain Potenziale zur kollaborativen Wertschöpfung frei.
Rutronik erhält von TridonicAtco regelmäßig die Bedarfszahlen der nächsten Monate. Diese Daten werden mit einer eigens erstellten Verbrauchsprognose der Bauteile verglichen. Durch intelligente Selbstanalysen sowie eine ausgeprägte Lernfähigkeit wird eine hohe Prognose- und Planungsqualität erreicht. Größere Abweichungen werden im Rahmen eines Frühwarnsystems abgeglichen, so dass das Management der Bestände permanent kosten- und reichweitenoptimiert erfolgen kann.
Hierzu unterstützt Add-One die Rutronik Vendor-Managed-Inventory-Betreiber mit optimierten Dispositionsvorschlägen für die Lieferung in das bei Tridonic von Rutronik geführte Konsignationslager.
Das Bestandsmanagement-Systemist mit einem integrierten Controlling-Modul ausgestattet, das detaillierte Informationen ebenso auf Knopfdruck liefert wie grafisch unterstützte ABC- und XYZ-Analysen oder Portfoliodarstellungen. Dadurch werden in der Portfoliodarstellung die wichtigsten Kennzahlen im Prozess und daraus resultierender Handlungsbedarf transparent. Die Software liefert zusätzlich Prognosen, die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Bestandsmanagement sind. Eine zukunftsweisende Controlling-Performance, die den Anspruch „Management by exception“ bei Rutronik Logistik tagtäglich mit Leben füllt. Die Optimierung des Replenishment-Prozesses beruht hierbei auf den von Tridonic gemeldeten Verbrauchszahlen, die unter Berücksichtigung diverser Systemparameter sowie den gesamten Prozesskosten die Grundlage der Liefervorschläge bilden.
Vollautomatische Übergabe
Nun beginnt der eigentliche Warenfluss, indem die Liefervorschläge aus add*ONE in das Warenwirtschaftssystem Alpha von Rutronik übernommen werden und an das zentrale Logistikzentrum übergeben werden. Die Daten können sowohl vollautomatisch übergeben als auch durch den zuständigen Vendor-Managed-Inventory-Betreuer geprüft ggf. verändert werden, bevor die Übergabe an das Warenwirtschaftssystem erfolgt.
Nach der Bereitstellung der Waren im Logistikzentrum, bereits in den bei Tridonic verwendeten Lagerbehältern, erfolgen der Transport der Behälter nach Dornbirn und die Einlagerung sowie Verbuchung der Waren im System der TridonicAtco. Der gesamte Prozess liegt in der Verantwortung von Rutronik Logistik.
Mit der Durchdringung dieses Konzeptes einher geht die Notwendigkeit, eine gemeinsame Sprache zum Controlling der Bestände und Prozesse zu definieren. Dies geschieht mit Hilfe von ABC- und Reichweitenanalysen, die ständig errechnet werden und für die Verantwortlichen beider Seiten jederzeit abrufbar sind. Gemeinsam definierte Schwellenwerte ermöglichen ein effizientes Eventmanagement. Die Verantwortung für die Identifikation der Abweichungen liegt hierbei auf Seiten der Vendor-Managed-Inventory-Steuerung bei Rutronik – mit den professionellen Controllingtools aus dem Bestandsmanagementsystem konnten hierbei sowohl die Verfügbarkeit erhöht als auch die Prozesszeiten reduziert werden ohne zusätzliche Sicherheitsbestände aufzubauen.
Reduzierte Prozesskosten
Vorteile durch die Praxis eines kollaborativen Bestandsmanagements über Vendor Managed Inventory ergeben sich gleichermaßen für den Lieferanten und den Kunden. Konkret bedeutet dies für Tridonic eine Erhöhung des Lagerumschlages auf über 30, eine Reduzierung der Lagerreichweite kleiner als 15 Tage bei reduzierten Prozesskosten. Rutronik Logistik verfügt über optimierte Prognosedaten und konnte durch Optimierung der Bereitstellungs- und Anlieferprozesse eine Reduzierung der Prozesskosten entlang der Lieferkette um 13 Prozent erreichen.
So wurde ein weiteres der innovativen Projekte realisiert, von denen mittlerweile über 70 Vendor-Managed-Inventory-Lösungen sind und mit denen schon heute mehr als 30 000 Artikel aus unterschiedlichen Branchen gemanaged werden. In einem zentral gesteuerten und vernetzten Bestandssystem, dass jederzeit dem VMI-Betreuer online Zugriff ermöglicht und somit ein gesamtoptimiertes Bestandscontrolling garantiert werden kann.
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