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Continental will „agiler“ werden

IT-Outsourcing
Continental will „agiler“ werden

Continental, HP und BASF IT Services haben eine enge Zusammenarbeit bei der Informationstechnologie vereinbart – unser Bild zeigt die Forschungsabteilung des Reifenherstellers (Foto: Continental)
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Der Automobilzulieferer Continental will seine Wertschöpfungskette optimieren und so „agiler“ werden. Dafür sollen Dienstleister künftig wesentliche Teile der IT übernehmen.

Die Continental AG, Hannover, legt Teile ihrer IT-Infrastruktur inklusive Applikationsbetrieb in die Hände der Hewlett-Packard GmbH, Böblingen. Sie übernimmt die Betreuung sowie die Verantwortung für die ausgelagerte IT-Infrastruktur. Der Automobilzulieferer kauft die benötigten IT Services nach Bedarf. Dabei will Conti vor allem von einem flexiblen Preismodell, einer IT-Infrastruktur, die auf Standards basiert, sowie der permanenten Weiterentwicklung der IT-Lösungen profitieren. Der Vertrag läuft über fünf Jahre, das Volumen liegt im zweistelligen Millionenbereich.

Das Preismodell, ein sogenanntes Utility-Pricing-Modell, soll Continental eine bessere Kostentransparenz verschaffen und damit zur Kostensenkung beitragen. Da das Outsourcing-Modell auch kurzfristige Anpassungen an Veränderungen ermöglicht, will das Unternehmen so zudem an Agilität gewinnen. Der Dienstleister hat außerdem die IT-Infrastruktur für Conti völlig neu aufgebaut und damit die IT-Infrastruktur harmonisiert. Im Rahmen des Outsourcing-Abkommens bezieht der Autozulieferer vor allem Services im SAP-Umfeld, für die Archivierung sowie für den elektronischen Datenaustausch (EDI). Hinzu kommen IT-Dienstleistungen für das Supply Chain Management, Business Intelligence oder seine Website.
Dienstleistung nach Bedarf mit „Utility Computing“
Die nutzungsbasierte Abrechnung geschieht im Wesentlichen über Gigabyte beim Speichervolumen, über die Kennzahl SAPS für die Nutzung von SAP-Systemen oder über MIPS (Million instructions per second) bei der benötigten Rechenleistung. Mehr als 90 Prozent der Services werden mit diesem Pricing-Modell bereitgestellt. Die Aufgabe des IT-Dienstleisters ist es, entsprechende IT-Ressourcen vorzuhalten, damit Continental auch bei stark schwankendem Bedarf das Service-Volumen innerhalb kürzester Zeit anpassen kann. „Mit diesem richtungweisenden Utility-Konzept wurde genau unser Bedarf getroffen: Um in der Automobilzulieferer-Industrie wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Lieferkapazitäten ständig flexibel an die Produktionsprozesse unserer Kunden anpassen und gleichzeitig die Kosten permanent optimieren können“, erläutert Paul Schwefer, CIO bei der Continental AG. „Dieses Konzept unterstützt so unser Wachstum.“
Der Dienstleister hat das gesamte strategische Rechenzentrum des Automobilzulieferers vom bisherigen IT-Dienstleister übernommen und völlig neu gestaltet. Insgesamt stehen Conti über 80 SAP-Systeme für alle transaktionsorientierten SAP-Applikationen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem die Buchhaltung, die gesamte Auftragsabwicklung, die Produktionsplanung, Data Warehousing sowie Spezialanwendungen wie Kredit-Management-Systeme. Besondere Bedeutung kommt dabei dem über SAP abgewickelten Lieferprozess zu: Durch die schnelle Verfügbarkeit zusätzlicher Ressourcen will Continental hier eine besonders hohe Agilität erreichen. Wichtig für die Auftrags-, Liefer- und Fertigungsprozesse ist außerdem die Hochverfügbarkeit der IT. Der Dienstleister gewährleistet für die unternehmenskritischen Prozesse eine Verfügbarkeit von 99,95 Prozent – nicht nur für Hardware und Betriebssystem, sondern auch für die Applikationen. Der Vertrag garantiere zudem eine Betreuung rund um die Uhr (24 x 7 x 365). Für die hohe Verfügbarkeit wurde unter anderem eine sogenannte „High-Performance-Umgebung“ für das Marketing Data Warehouse der Continental AG aufgebaut. Tests hatten zuvor bewiesen, dass die Integrity-Umgebung die Anforderungen des Unternehmens zuverlässig erfüllt und wesentlich schneller und leistungsfähiger als der Mainframe arbeitet.
„Wir wollen, dass unsere Kunden von unserer Innovationsstärke profitieren“, sagt Uli Holdenried, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH. Holdenried hält eine anpassungsfähige IT für einen entscheidenden Bestandteil bei der Optimierung von Geschäftsprozessen und bei der Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle. Zur Infrastruktur gehören zudem ein Storage Area Network (SAN) mit einer Speicherkapazität von 50 TByte. Darüber hinaus setzt der Dienstleister eine Clusterlösung aus vier „Integrity Superdomes“ mit jeweils 32 beziehungsweise 35 Prozessoren ein. Alle Prozesse werden über die Software „OpenView“ kontrolliert und gesteuert. Dieses „Service Level Monitoring“ sei eine entscheidende Voraussetzung für die hohe Verfügbarkeit.
Kontrolle, Transparenz und Innovation für Conti
Mit dem Outsourcing-Abkommen möchte Continental nicht nur seine Geschäftsprozesse optimieren, sondern auch seine IT-Dienstleister besser kontrollieren und steuern. Deshalb hat der Dienstleister gemeinsam mit dem Kunden eine IT-Scorecard für die Unternehmens-IT implementiert.
Die IT-Scorecard bewertet die Services der IT-Dienstleister in Bezug auf die zugesagten Leistungen sowie weitere Kennzahlen wie Innovationsbeitrag, Reaktionsfähigkeit und Flexibilität. Die Vereinbarung sieht vor, dass Conti stets über die neuesten Technologien verfügen kann. So ergeben sich über den gesamten Vertragszeitraum Einspareffekte.
Der Betrieb des strategischen Rechenzentrums von Conti und die damit verbundenen Services einschließlich des Second und Third Level Supports erfolgen durch den IT-Dienstleister BASF IT Services. Nach der erfolgreichen Migration laufen nun über 80 SAP-Anwendungen und weitere Applikationen des Automobilzulieferers auf neuen HP-Servern im Rechenzentrum der BASF IT Services in Ludwigshafen. Um die geschäftlichen Ziele des Kunden zu erreichen haben die Beteiligten (Continental, HP und BASF IT Services) eine enge Zusammenarbeit auf strategischer und operativer Ebene vereinbart. dz
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