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Das Original: dualer Bachelor und Master mit internationaler Ausrichtung

DHBW Lörrach: 30 Jahre duales Logistikstudium am Hochrhein
Das Original: dualer Bachelor und Master mit internationaler Ausrichtung

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Seit dem Jahre 1982 können AbiturientInnen an der heutigen Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach in dem dualen Studiengang BWL-Spedition, Transport und Logistik studieren. Beim Empfang der Erstsemester des Jahrgangs 2012 wurde die 1000. Studierende herzlich begrüßt. Sie wird bei entsprechendem Studienerfolg im Herbst 2015 ihr Studium mit dem akademischen Titel eines Bachelor of Arts abschließen. Nach einer mindestens einjährigen Berufstätigkeit kann sie an ihre Alma Mater zurückkehren und dort ein berufsbegleitendes Masterstudium Logistikmanagement aufnehmen.

Die DHBW Lörrach ist Teil der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Ein Bachelorstudium an der DHBW unterscheidet sich von dem an einer anderen Hochschule insbesondere durch drei Merkmale: die Verbindung der beiden Lernorte Hochschule für die Theorie und Unternehmen für die Praxis, die Zusammensetzung des Lehrkörpers aus Professoren und Lehrbeauftragten aus der Wirtschaft sowie die hohe Praxiserfahrung aller hauptamtlichen Professoren.

Keine Semesterferien. An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) können sich nur jene AbiturientInnen (ansonsten gelten Sonderregelungen) für ein Studium einschreiben, die zusätzlich zu ihrem Zeugnis der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife einen Studien- und Ausbildungsvertrag über die Dauer von drei Jahren vorweisen können. Die meisten haben sich für dieses Intensivstudium in einem Assessment Center der Partnerunternehmen qualifizieren müssen. Das Studium ist in Quartale aufgeteilt, Praxis- und Theoriephasen wechseln sich laufend ab. Semesterferien kennen Studierende an der DHBW nicht, in dieser Zeit finden die inhaltlich strukturierten und am akademischen Curriculum ausgerichteten Praxis-phasen statt.
Bis zu 60 Prozent der Lehrveranstaltungen werden von Lehrbeauftragten aus der Unternehmenspraxis durchgeführt. Dadurch ist sichergestellt, dass die Lehrinhalte immer „state of the art“ sind; aktuelle Entwicklungen erreichen so die Seminarräume, noch bevor sie ihren Niederschlag in einem Lehrbuch gefunden haben. Hinzu kommt, dass alle hauptamtlichen Professoren eine relativ lange Karriere in der Wirtschaft hatten, bevor sie sich dazu entschlossen haben, dieses Wissen an den Nachwuchs weiterzugeben.
Insgesamt besteht das Team der DHBW Lörrach aus drei Studiengangsleitern (neben dem Verfasser sind dies zur Zeit Prof. Dr. Egon H. Trump und Prof. Dr. Frank O. Bayer). In der Lehre gibt es drei weitere Stellen für hauptamtliche Logistikprofessoren, darunter Prof. Dr. Paul Wittenbrink.
Internationalität und Controlling. Der Fokus des dualen Logistikstudiums in Lörrach liegt neben den klassischen Bereichen von Spedition und Transport auch in der Logistik. Das Curriculum reicht von der Beschaffungslogistik (Instrumente, Materialmanagement, Beschaffungsstrategien) über die Produktions- und Distributionslogistik und Lagerlogistik bis zur Retrologistik. Branchenbezogene Aspekte der Pharma- oder Handelslogistik werden dabei nicht ausgelassen. Gegenüber anderen Studiengängen weist das Logistikstudium in Lörrach einige Besonderheiten auf. Zum einen werden nicht nur Studierende aus dem Speditionsbereich ausgebildet, sondern es finden sich in zunehmendem Maß auch Studierende von Frachtführern, Kontraktlogistikern, KEP-Dienstleistern und aus den Logistikbereichen von Industrie und Handel.
In inhaltlicher Hinsicht ist der Studiengang BWL-Spedition, Transport und Logistik in Lörrach vor allem für den Schwerpunkt Logistikcontrolling bekannt, wo besondere Akzente in der modernen Kostenrechnung (Prozesskostenrechnung, Target Costing) sowie bei den moderneren Instrumenten des Controllings (Wertmanagement, Risikomanagement, Compliance Management) gesetzt werden. Kompetenzzentren bestehen zudem in den Bereichen Logistik in Schwellenländern und Nachfolgeplanung in der Logistik.
Die internationale Ausrichtung hat ihre Wurzeln in der Lage im Dreiländereck von Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Da Logistik schon immer international war, müssen die Studierenden über alle sechs Semester zwei Fremdsprachen lernen, wobei Englisch Pflicht ist. Als zweite Fremdsprache kann gegenwärtig zwischen Französisch, Spanisch und Chinesisch (Mandarin) gewählt werden. Eine wachsende Zahl von Veranstaltungen wird auf Englisch gehalten; die Projektarbeit im ersten Studienjahr wird ebenfalls auf Englisch geschrieben. Die Spannbreite dieser fremdsprachlichen Vorlesungen und Seminare reicht von Scientific Writing über Corporate Finance bis zu Logistics. Von den 210 ECTS-Punkten sind im Augenblick 46 Punkte in englischsprachigen Modulen zu erwerben.
Auslandssemester werden gefördert. Die vielfach kritisierte Erschwerung von Auslandssemestern infolge des Bolognaprozesses trifft zumindest für die Lörracher Logistikstudierenden nicht zu. Seit Jahren verbringen zwischen 30 und 40 Prozent der Studierenden ihr fünftes Theoriesemester an einer ausländischen Partnerhochschule. Das Angebot reicht von Brasilien über Mexiko und die USA bis Großbritannien, Frankreich, Finnland, Russland, China und Australien.
Der auf einer Kooperation mit der Beijing Wuzi University in Peking basierende Chinaschwerpunkt ist ein besonderes Highlight. Viele Studierende schalten noch eine Praxisphase in der jeweiligen Tochtergesellschaft oder einem Korrespondenzunternehmen in China davor, sodass sich ein sechsmonatiger Auslandsaufenthalt ergibt, der nicht nur den fachlichen Horizont erweitert, sondern auch die interkulturelle Kompetenz steigert.
Seit 2012 bietet die DHBW Lörrach auch einen Master in Logistikmanagement an. Das auf zwei Jahre angelegte, berufsbegleitende Masterstudium ist ein (kostenpflichtiges) weiterbildendes Masterprogramm. Das Lörracher Modell zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von Führungs- und Fachkompetenz aus. Im fachlichen Teil ist eine Vertiefung in den Bereichen Transportmanagement und Logistik/IT möglich.
Ähnlich wie im Bachelorstudium besteht auch im Masterstudium die Möglichkeit, die internationale Kompetenz weiter zu steigern (interkulturelles Management, Logistik in Schwellenländern, insbesondere Brasilien und China). Das Studium besteht aus angeleitetem Selbststudium (unterstützt durch Moodle) und Präsenzphasen, die vorwiegend am Freitag und Samstag stattfinden. Pro Semester sind ca. 20 Präsenztage vorgesehen.
Das duale Logistikstudium an der DHBW Lörrach hat für die Studierenden wie für die Partnerunternehmen eine Reihe gewichtiger Vorteile. Neben der kurzen Studiendauer (genau drei Jahre) und der finanziellen Unabhängigkeit (die Ausbildungsvergütung wird sowohl in der Praxis- als auch in der Theoriephase gezahlt) sind das aus Sicht der Studierenden der hohe Praxisbezug, das Arbeiten in Kleingruppen von maximal 30 Studierenden und die individuelle Betreuung.
Den Unternehmen entstehen zwar Personal- und Sachkosten während des Studiums, diesen steht allerdings ein nicht unerheblicher sowohl mittelbarer als auch unmittelbarer Nutzen gegenüber. Dazu gehören mittelbar die Vermeidung der Kosten von personellen Fehlbesetzungen, die niedrige Fluktuationsrate der DHBW-Absolventen und die Vermeidung von Einarbeitungs- und Qualifizierungskosten. Bei dem unmittelbaren Nutzen sind neben der konkreten Arbeitsleistung im laufenden Betrieb vor allem der durchaus messbare Wert der Projekt- und Bachelorarbeiten zu nennen. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sind diese Aspekte eines dualen Studiums noch bedeutender geworden.
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