Startseite » Allgemein »

Der chinesische Yuan bekommt Flügel

Devisen
Der chinesische Yuan bekommt Flügel

Der Autor
Anzeige
Seit der Zulassung des CNY als Investmentwährung im Juli 2010, haben sich die Möglichkeiten des internationalen Zahlungsverkehrs mit Geschäftspartnern in China gravierend verändert. Für Einkäufer bietet das neue effiziente Strategien, Preise nachhaltig zu sichern und kurzfristig sogar Einsparungen zu realisieren.

Auf dem Weg zu einem international frei handelbaren chinesischen Yuan wurden zwischen 2009 und Mitte 2010 die ersten Voraussetzungen geschaffen: die weltweite Abwicklung von Handelsgeschäften in chinesischen Yuan und damit verbunden die Möglichkeit für internationale Marktteilnehmer, den chinesischen Yuan weltweit und außerhalb Chinas zu handeln. Da die chinesische Währung immer noch nicht vollständig flexibilisiert ist und dies auch für die nächsten Jahre nicht zu erwarten ist, gibt es nun zwei Parallelwelten: den chinesischen Yuan CNY als Onshore-Währung in China und den Chinesischen Yuan als international gehandelte Offshore-Währung – inoffiziell in der Finanzwelt auch als CNH (chinesischer Yuan, Hong Kong) abgekürzt.

Änderungen. Mit dieser Änderung können europäische Unternehmen Einkäufe in und Verkäufe nach China in chinesischen Yuan abwickeln. Und da seit Einführung des CNH nun auch die üblichen Möglichkeiten zu Devisentermingeschäften offenstehen, ist die effektive Absicherung von Handelsgeschäften jederzeit möglich. Die Vorteile im Überblick:
  • Aufwendige Gleitpreisklauseln in Bezug auf den Wechselkurs können entfallen
  • Lieferanten müssen in ihren Preis keinen Sicherheitsaufschlag für Wechselkursschwankungen einkalkulieren – die Verhandlungsposition des Einkäufers steigt
  • Sofern auch Verkäufe nach China in CNY abgewickelt werden, muss noch nicht einmal über Devisientermingeschäfte zur
Absicherung nachgedacht werden, da die CNY-Verkaufserlöse für Einkaufsvorhaben verwendet werden können.
Hürden. Diese bürokratischen Hürden sind zu beachten: Um von den neuen Möglichkeiten profitieren zu können, sind noch kleinere administrative Hürden gemeinsam mit den chinesischen Geschäftspartnern zu nehmen. Gleich vorweg – China hat nur Unternehmen in den zentralen Wirtschaftsregionen bis dato die Möglichkeit zur Teilnahme am internationalen CNY-Zahlungsverkehr gegeben. Der Handelspartner muss in Shanghai, Guangdong, Beijing, Tianjin, Inner Mongolia, Liaoning, Jilin, Heilongjiang, Jiangsu, Zhejiang, Fujian, Shandong, Hubei, Guangxi, Hainan, Chongqing, Sichuan, Yunnan, Xizang, oder Xinjiang sitzen, ansonsten ist eine Abwicklung in CNY noch nicht möglich.
Für Unternehmen, die Ware aus China exportieren und diese Geschäfte in CNY abwickeln wollen, gilt noch eine weitere Beschränkung: Sie benötigen den sogenannten MDE-Status. Dabei steht MDE für Mainland Designated Enterprise – und nur MDEs dürfen Exportgeschäfte in RMB abwickeln. Derzeit gibt es bereits ca. 68 000 MDEs und interessierte Unternehmen können z. B. über ihre Hausbank den Status als MDE beantragen. Im Regelfalle werden die Anträge binnen zwei bis drei Wochen genehmigt. Sollte ein Unternehmen den MDE-Status nicht haben, würden CNY-Zahlungen von der chinesischen Bank abgewiesen. Um eine reibungslose Abwicklung sicherzustellen, sollte dies unbedingt vorab mit den Lieferanten diskutiert und sichergestellt werden. Eine einfache Möglichkeit aus Europa heraus den MDE-Status eines Zulieferers zu überprüfen, gibt es jedoch leider noch nicht.
Welche Möglichkeiten zur Absicherung von Kursrisiken stehen nun zur Verfügung? Da der chinesische Yuan nun als CNH auch international gehandelt wird, gibt es einen internationalen Wechselkurs, der stärker von Angebot und Nachfrage abhängt und deswegen zumeist etwas stärker notiert als der Onshore-Wechselkurs des CNY. Seit Ende Juni 2011 wird in Hong Kong täglich ein Spot-Kurs für den CNH bekanntgegeben – die Kurse sind im Internet (www.tma.org.hk/en_market_info.asp). Vor der Internationalisierung des CNY gab es für Einkäufer nur die Möglichkeit, sich über NDFs (non-deliverable forwards) abzusichern, jedoch waren diese Absicherungen meist unattraktiv, da die erzielbaren Kurse deutlich schlechter waren als die Tageskurse. Nun besteht die Möglichkeit, CNH-Konten zu eröffnen und entweder Geldbestände in CNH anzulegen oder Währungssicherungsgeschäfte über Forwards, FX Options oder Currency Swaps darzustellen. Jede internationale Großbank, die in China aktiv ist, sollte entsprechende Produkte im Angebot haben.
Anzeige
Aktuelles Heft
Titelbild Beschaffung aktuell 5
Ausgabe
5.2020
PRINT
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de