Preisverleihung

Deutscher Materialwirtschaftspreis 2000 für Veba Oel AG

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Der BME zeichnet erfolgreiches Einkaufs- und Logistikmanagement seit 1986 aus und prämiert mit dem Deutschen Materialwirtschaftspreis jährlich innovative Leistungen und Konzepte. Preisträger 2000 ist die Veba Oel AG, eine Tochter des Eon Konzerns. Veba Oel erhielt den Innovationspreis für ihren Allianzvertrag, einer in Deutschland erstmalig realisierten Vertragsform für die Abwicklung von Großprojekten – so BME-Vorstand Dr. Andreas R. Voegele (Roland Berger Strategy Consultants) bei der Preisverleihung am 25.9.2000 anlässlich des 35. Symposiums Einkauf und Logistik in Berlin.

Bei der Veba Oel AG wird derzeit für das Unternehmen eine strategisch wichtige Großinvestition umgesetzt mit dem Ziel, die Gesetzesauflage zur Reduzierung des Schwefelgehaltes im Otto- und Dieselkraftstoff zu erfüllen. Der Einkauf des Unternehmens setzte bei diesem Projekt erstmals den Allianzvertrag ein.
Planung und Ausführung von Großinvestitionen werden bei der klassischen Vertragsform in der Regel an Ingenieurbüros und weitere Unternehmen zum Festpreis vergeben. Ziel der Auftraggeber ist die Maximierung des eigenen Gewinns; es wird auf Einhaltung des Endtermins und nicht auf die Kosten geachtet. Die gegensätzlichen Ziele von Auftraggeber und Auftragnehmer sind meist konfliktreich, es kommt zu Mehrforderungen und Mängelrügen.
Der Allianzvertrag – ein innovativer Weg zur Abwicklung von Investitionen.
Beim Allianzvertrag erfolgt die Projektabwicklung im Team mit dem Ziel der Unterschreitung eines vorher definierten Zielpreises. Die beteiligten Unternehmen schließen sich zu einer Task-Force zusammen, um in Teamarbeit und gegenseitigem Vertrauen die Investitions- und Betriebskosten sowie die Projektdauer zu reduzieren. Zur Motivation aller Partner wurde eine Win-win-Situation geschaffen: auf Basis eines gemeinsamen optimierten Liefer- und Leistungsumfanges wird ein Zielpreis ermittelt. Bei Unterschreitung dieses Zielpreises teilen sich die Partner und der Auftraggeber die Differenz zwischen Zielpreis und Endabrechnungswert im Verhältnis zu ihrer Verantwortung im Projekt. Im Gegenzug beteiligen sich die Allianz-Partner auch an einer eventuellen Überschreitung.
Die Kooperation aller an der Planung beteiligten Mitarbeiter bei Auftraggeber und Auftragnehmer ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Kernpunkt dabei ist, dass die Mitarbeiter des Auftraggebers mit arbeiten, statt wie üblich nur die Lieferanten zu beauftragen. Von allen beteiligten Unternehmen werden nur die kompetentesten Mitarbeiter eingesetzt, es werden schlanke und entscheidungsfähige Organisationsstrukturen aufgebaut, die ideenreich gemeinsam die Investkosten reduzieren und die Termine optimieren. Der Allianzvertrag schafft eine völlige Offenheit; die Teilnehmer konzentrieren sich auf Projektziele statt auf Claims und Vertragsinterpretationen. Die neue Form der Abwicklung vermeidet zudem Planungsfehler, reduziert Schnittstellen und Doppelarbeit, da die Belange aller wichtigen Partner bereits im Engineering berücksichtigt werden.
Veba Oel beschreitet mit dieser Allianz ganz neue Wege der Zusammenarbeit mit Ingenieurbüros und Lieferanten. Das Preisträgerkonzept umfasst den Einkauf von Dienstleistungen, Investitionen, Hilfs- und Betriebsstoffen und wurde von der Veba Oel Verarbeitungs-GmbH, Gelsenkirchen, eingeführt.
Das innovative Konzept wurde von der Jury als zukunftsweisende Form der Vertragsgestaltung und Partnerschaft mit Lieferanten beurteilt, das für Investitionen in allen Bereichen der deutschen Industrie eingesetzt werden kann. Der BME wird das Konzept in einer gesonderten Veranstaltung im Januar 2001 seinen Mitgliedern und der Öffentlichkeit ausführlich präsentieren.
Der Deutsche Materialwirtschaftspreis 2000 wurde gefördert von Roland Berger Strategy Consultants.
Unternehmensprofil
Die Veba Oel AG ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Eon AG mit ca. 5.900 Mitarbeitern und einem Umsatz von 12,2 Mrd. Euro 1999. Die Veba Oel AG umfasst mit Stand ab 1.10.2000 die drei Geschäftsbereiche Exploration und Produktion, Versorgung, Verarbeitung und Vertrieb Petrochemie sowie Vertrieb Mineralöl und Wärme.
Der Bereich Einkauf/Materialwirtschaft ist organisatorisch der Veba Oel Verarbeitungs-GmbH zugeordnet. Der Einkauf, der 26 Mitarbeiter umfasst, wickelt jährlich ein Bestellvolumen in Höhe von ca. 250 Mio. Euro ab. Es handelt sich im Wesentlichen um einen Instandhaltungs- und Investitionseinkauf. Der Einkauf von Rohöl fällt nicht in das Aufgabengebiet.
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