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Die Feinheiten des Einkaufsenglisch

Erfolgreich durch Sprachtraining
Die Feinheiten des Einkaufsenglisch

Oxford ist das Mekka der englischen Sprache. Wer sie wirklich richtig beherrschen will, sollte schon ein paar Jahre hier verbringen (Foto: University of Oxford)
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In englischsprachigen Ländern Essen und Trinken bestellen – damit ist es nicht getan. Auch für Einkäufer gibt es ein spezielles Vokabular mit vielen Feinheiten. Für „Ausschreibung“ zum Beispiel gibt es im britischen und amerikanischen Englisch verschiedene Begriffe.

„… and I become a Wiener Schnitzel“ – Leute, die Wiener Schnitzel oder Beefsteaks werden wollen, sind wohl die populärsten Fehlbestellungen, seit es Reisen gibt. Dass es das Wörtchen „get“ gibt, hat sich herumgesprochen. Dennoch gibt es noch genügend sprachliche Fallen, in die man arglos tappen kann. Damit so etwas nicht passiert, hilft vor allem eines: Praxis, Praxis, Praxis. Und dazu gehört auch eine Portion Mut. Denn nicht jeder hat die gleiche Gabe oder Willen, sich in einer anderen Sprache die vermeintliche Blöße zu geben.

Praxis, Praxis und wieder Praxis
„Einkaufsenglisch“ kann, wie auch viele andere Einkaufsinstrumente, erlernt werden. Allerdings nicht in der Schule oder aus Textbüchern, sondern in der praktischen Anwendung im echten Leben. Genau das ist die englische Sprache für den internationalen Einkäufer: nur ein Instrument von vielen. Als solches steht sie uns zur Verfügung, wie viele andere Einkaufsinstrumente auch, und doch lassen wir uns von ihr oft viel zu sehr verunsichern. Manchem Einkaufsleiter ist es völlig egal, ob und was die andere Partei verstand. Solange er sein Verhandlungsziel erreichte, störte ihn der Rest relativ wenig. Seine Einstellung war: Wenn man ihn nicht verstand, wird schon nachgefragt werden. Wenn nicht, hat’s geklappt! Also ist die Sprache nichts anderes als ein Vehikel, um das zu bekommen, was man sich vorgenommen hat.
Die Ausdrücke im Einkauf sind natürlich nicht im üblichen Geschäftsenglisch zu finden. Spezielle Ausdrücke wie RFx (Abkürzung für RFI – RFP – RFQ), Supplier Preferencing, Tendering, Force Majeure, VMI, JIT, LOI und viele mehr verderben einem manchmal den Appetit auf das gute alte Schnitzel.
Solicitation versus Tendering
Etwas Vorsicht ist im Umgang mit „native speakers“, also mit Menschen, deren Muttersprache Englisch ist, geboten. Denn speziell die Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch bieten oft Fallstricke. So der Ausdruck für eine Ausschreibung: Im Amerikanischen ist das ein „Request for Solicitation“, was im Englischen nicht funktioniert: Soliciting bedeutet im britischen Raum im besten Fall Hausieren, im Normalfall Kontaktanbahnung zu Zwecken der Prostitution und ist somit illegal …
Hier einige Tipps:
  • Die englische Sprache ist nur ein Instrument: Zu viel Unsicherheit ist völlig fehl am Platz – es gilt vielmehr, sich auf sein einkäuferisches Können zu verlassen.
  • Die andere Partei ist meist im selben Boot und muss gar nicht mal über die besseren Englischkenntnisse verfügen.
  • Ruhe bewahren. Bei Unsicherheiten sollte man der anderen Partei einfach etwas Zeit geben und vermeiden, zu schnell zu sprechen oder einem schnellen Sprecher „hinterherzuhetzen“.
  • Bei unverständlichen Ausdrücken oder Abkürzungen: fragen!
  • Mit Abkürzungen und Fachausdrücken sehr sparsam umgehen!
  • Bei Gesprächen in größerem Rahmen oder Verhandlungen einfach jemanden einbeziehen, der die Eigenheiten kennt, und das Wörterbuch etwas mehr studieren als sonst.
Michael Bannert, Geschäftsführer einer Einkaufsunternehmensberatung mit 20 Jahren Erfahrung im internationalen Umfeld, bietet Workshops zum Thema „Purchasing English“ an.

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