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Die Schweden mit deutschen Wurzeln

SKF Svenska Kullagerfabriken
Die Schweden mit deutschen Wurzeln

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Von Schweden nach Schweinfurt: Die fränkische Stadt war lange vor der Gründung der SKF in Göteborg die Stadt der Kugel und Kugellager. Die Schweden haben sich dann mit der Übernahme der Vereinigten Kugellagerfabriken eine zweite Heimat geschaffen.

Was es in Unternehmenschroniken nicht alles zu lesen gibt: Unter „1954“ entnehmen wir beispielsweise den Annalen der SKF GmbH, Schweinfurt, am 3. Januar sei durch Einstellung des Internisten Dr. Ernst Rieschel die Betriebsärztliche Ambulanz entstanden.

Interessantestes Detail aus deutscher Sicht ist allerdings, dass die Wurzeln der deutschen SKF weiter zurückreichen als die der schwedischen Muttergesellschaft Aktiebolaget Svenska Kullagerfabriken AG, Göteborg. Es beginnt 1890, als Wilhelm Höpflinger und Engelbert Fries die Deutsche Gussstahlkugelfabrik Fries & Höpflinger AG gründen. Wo? Natürlich in Schweinfurt. Erst 1907 ruft Sven Wingquist in Göteborg die SKF AG ins Leben.
Wichtiger Markt
Schon drei Jahre später entsteht in Deutschland, damals wie heute ein wichtiger Markt, eine Verkaufsgesellschaft in Düsseldorf. 1914 beteiligt sich SKF an der 1904 gegründeten Norma Compagnie GmbH in Stuttgart-Bad Cannstatt. Dann folgten Krieg und Krise. In den harten Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Verdrängungswettbewerb unter den elf größeren Unternehmen der Kugellagerbranche ruinöse Formen an. SKF war auf dem deutschen Markt wieder erfolgreich. Drei Viertel der Einfuhren kamen aus Schweden. 1929 schließen sich sechs deutsche Betriebe der Wälzlagerindustrie unter Führung der SKF zur „Vereinigten Kugellagerfabriken AG (VKF)“ zusammen, darunter Fries & Höpflinger. 1931 wird die Hauptverwaltung der VKF von Berlin nach Schweinfurt verlegt. Schon ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem 70 Prozent aller Produktionsstätten zerstört wurden, nimmt VKF die Produktion wieder auf.
Die SKF Gruppe unterhält 1950 weltweit 18 Fabriken mit insgesamt rund 31.000 Beschäftigten. Davon arbeiten 66 Prozent außerhalb Schwedens.
1953 werden die Rechtsform und der Name geändert: von Vereinigte Kugellagerfabriken AG in SKF Kugellagerfabriken GmbH. Der Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Gebäude geht 1956 dem Ende entgegen. Im Laufe der Jahre baut das Unternehmen sein Betriebsgelände in Schweinfurt immer weiter aus. Der rasante Aufbau ist vor allem mit dem Namen Gunnar Wester verbunden, der 1958 den Vorsitz der Geschäftsführung übernimmt. Neue Werke entstehen in Schweinfurt, Mühlheim, Lüchow und Etzenhofen. Aber die Schweden machen weltweit gute Geschäfte. SKF unterhält 1995 90 Fabriken mit 44.000 Beschäftigten. 84 Prozent davon arbeiten außerhalb der Heimat des Konzerns.
Weg von der Kugel
In den 80er Jahren beginnt eine Entwicklung, die das Unternehmen weg vom reinen Kugellagerproduzenten und hin zum Dienstleister führt. Auf der Hannover Messe 1989 stellt SKF eine neue Methode zur Berechnung der Wälzlagerlebensdauer vor. Daraus entwickelten sich umfangreiche Dienstleistungen zum Beispiel zur Maschinenoptimierung, Reparatur, Instandhaltung, Schmierung, Schulung und Zustandsüberwachung. Heute ist SKF einer der weltweit führenden Anbieter von Produkten, Systemlösungen und Serviceleistungen in den Branchen Wälzlager und Dichtungen.
Übrigens wurde im März dieses Jahres das 50-jährige Bestehen des Betriebsärztlichen Dienstes gebührend gefeiert. dz
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