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Die zehn größten Spediteure besitzen weltweit 20 Prozent Marktanteil

Zunehmende Konsolidierung im internationalen Spediteursmarkt
Die zehn größten Spediteure besitzen weltweit 20 Prozent Marktanteil

Auf den ersten zehn Plätzen der weltweit größten Speditionen lagen: DHL, die schweizer Kühne + Nagel, DB Schenker Logistics, die schweizer Panalpina, die chinesische Sinotrans, die japanische Nippon Express, Expeditors, die französische SDV, die britische CEVA und die dänische DSV. (Foto: DSV) Der Autor Dirk Ruppik, Freier Fachjournalist
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Große internationale Spediteure übernehmen zunehmend kleinere Spediteure, um global zu wachsen und ein Transportnetzwerk über sechs Kontinente auszubauen. Mit nationalen Transport- und Geschäftsmodellen ist kaum noch großes Wachstum zu erzielen. Probleme bereiten Überkapazitäten und geringe Margen im See- und Luftfrachtbereich.

Die Profite im internationalen Speditionsmarkt schrumpfen beständig, da die Wettbewerber die Preise senken, um Volumina zu akquirieren, sagt die amerikanische Investmentbank Stifel. Im Luft- und Seefrachtmarkt existieren Überkapazitäten, die ohnehin zu einem Verfall der Frachtraten führen. Zudem wachsen diese Märkte langsamer als zuvor. Stifel beobachtet eine Konsolidierung im Frachtspediteursmarkt und ein Entstehen größerer Unternehmen. „Der Spediteursmarkt wird nun durch viele große Unternehmen regiert. Nach der Globalisierung der Versorgungsketten und der Verlängerung der Transportwege vor einigen Jahren, ist es nun für die Spediteure (wie dem amerikanischen Logistiker Expeditors International of Washington) schwieriger geworden zweistellig zu wachsen.“

Die zehn größten Spediteure besitzen mittlerweile 20 Prozent Marktanteil weltweit. In 2014 führte die amerikanische Beraterfirma Armstrong & Associates, Inc. ein Ranking der internationalen Spediteure durch. Auf den ersten zehn Plätzen lagen: DHL, die schweizer Kühne + Nagel, DB Schenker Logistics, die schweizer Panalpina, die chinesische Sinotrans, die japanische Nippon Express, Expeditors, die französische SDV, die britische CEVA und die dänische DSV. „Der Anteil von kleineren Spediteuren, die nicht mit den Vorschriften und der technischen Entwicklung mithalten können, wird künftig durch stärkere Unternehmen übernommen werden. Zudem existieren Transporteure und Versender, die mit weniger Spediteuren arbeiten wollen“, sagte Stifel.
Wachstum durch Zukäufe. Zu den Übernahmen gehört die Akquisition des spanischen Spediteurs Azkar und der spanischen Luft- und Seefrachtspedition Transunion in 2013 durch das deutsche Speditions- und Logistikunternehmen Dachser. Der Geschäftsführer Bernhard Simon erklärte auf der Jahrespressekonferenz im April 2014, dass er das Unternehmen weiter internationalisieren will, da mit nationalen Geschäftsmodellen kaum noch großes Wachstum zu erzielen ist. Durch die Zukäufe konnte der Bruttoumsatz um 13,2 Prozent auf ein Rekordniveau von 4,99 Milliarden Euro gesteigert werden. Ohne die spanischen Zukäufe lag das Wachstum nur bei 2,3 Prozent. „Unser Wachstum aus eigener Kraft liegt zwar nach wie vor leicht über dem des Marktes, es bleibt aber im zweiten Jahr in Folge deutlich hinter dem von uns definierten Korridor von acht bis zwölf Prozent. „Azkar ist ein Juwel am spanischen Markt. Wir hätten das Unternehmen gerne früher übernommen. Nach der Übernahme des französischen Spediteurs Graveleau in 2009, ist dies die historisch bedeutsamste Akquise für Dachser“, sagte Simon. „Die Integration von Transunion stärkt unser Seefrachtgeschäft sowie unsere transatlantischen Routen. Seit Januar 2014 fungiert das Unternehmen unter dem Namen Dachser.“
Die Hongkonger Kerry Logistics hat laut dem Londoner Loadstar 70 Prozent am Dubaier Spediteur Able Logistics Group für 32 Millionen US-Dollar (27 Millionen Euro) und einen bisher nicht genauer bezifferten Anteil an der kanadischen Spedition Total Logistics Partner Ocean Consolidators sowie der Total Logistics Partner Air Express (TLP) erworben. Die restlichen 30 Prozent von Able verbleiben im Besitz der Gründungsteilhaber Ghanem Al Hajri und Vijay Vikram. Kerry wird seine Geschäftstätigkeit im Nahen Osten ausweiten, als auch die bestehenden Betriebsbereiche von Able in Hong Kong integrieren. Durch TLP erhält der Hong Konger Logistiker neue Möglichkeiten in Nordamerika. Der Geschäftsführer William Ma sagte: „Die Zukäufe ergänzen unser internationales Speditionsnetzwerk und bringen uns in unserem Internationalisierungsprozess voran. Durch TLP kann Kerry Logistics in vier Ländern in Nord- und Südamerika operieren: USA, Kanada, Mexiko und Brasilien.“ Er fügte an: „Das Investement in die Able Logistics Group stellt einen wichtigen Meilenstein beim Aufbau unseres Netzwerks über sechs Kontinente dar.“
Der Expressdienstleister UPS führt seine kontinuierliche Expansion fort und beabsichtigt den Kauf des polnischen Healthcare Logistikers Poltraf. Zuvor hatte UPS gemäß Loadstar bereits Zukäufe im Gesundheitswesen in England, Ungarn und Italien getätigt.
See- und Luftfrachtbereich. Der Seefrachtbereich drückt den Reedereien und Spediteuren schwer auf den Magen. Die Reedereien führen weiterhin Mega-Containerschiffe in den Dienst ein, während gleichzeitig weniger Kapazität ausscheidet. In 2014 soll laut der Pariser Agentur Alphaliner die Seefracht weltweit um 4,4 Prozent gewachsen sein. Dies ist allerdings nicht genug, um den Kapazitätszuwachs von 5,6 Prozent auszugleichen. Auch die zunehmende Schiffsverschrottung, eine Verlangsamung von Schiffsauslieferungen sowie das Management der Schiffsausnutzung, kann die Indienststellung von großen Containerschiffen und die resultierende Kaskadierung von kleineren Schiffen auf Nebenhandelslinien nicht ausgleichen. Durch die Nichtgenehmigung der P3-Allianz wird es allerdings länger dauern, bis das Marktgleichgewicht wieder hergestellt ist. Die 2M-Allianz aus Maersk und MSC wird nicht unverzüglich das Ungleichgewicht aufheben.
„Die kontinuierlich niedrigen Tarife drücken auf die Rentabilität der Unternehmen. Es ist schwieriger an einem Boxentransport für 1000 US-Dollar (748 Euro) zu verdienen, als an einem für 3000 US-Dollar (2245 Euro). Die Arbeit und die Investition sind für den Spediteur die gleichen“, erklärte die Investmentbank. „Schwankungen sind generell für Spediteure gut, genauso wie ein signifikantes Marktwachstum. Doch sollten höhere Transporttarife nach unser Sicht der Grund für eine Erhöhung der Margen sein“, sagte Stifel. Der dänische Logistiker DSV und DB Schenker sind aktuell Spediteure, die Ergebnisse über dem durchschnittlichen Quartalsmarktzuwachs verbuchen – drei bis fünf Prozent des Seefrachtvolumens. Das Containervolumen im 1. Halbjahr 2014 legte bei DB Schenker gegenüber der Vorjahresperiode um 8,5 Prozent auf 988 000 TEU zu. DSV konnte sich über eine Zunahme von neun Prozent auf 216 044 TEU im zweiten Quartal freuen. Die Transportvolumina des schweizer Spediteurs Kühne + Nagel nahmen um acht Prozent im zweiten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode zu, während die Baseler Panalpina neun Prozent Zuwachs verzeichnete.
Die gewachsene Luftfrachtkapazität ist die Folge von größeren Passagierflugzeugflotten bei den Fluglinien. Jedes Flugzeug besitzt eine bestimmte Frachtkapazität für Beiladefracht, wobei neue Flugzeuge meist mehr Frachtkapazität besitzen, als alte. Auch im Luftfrachtmarkt hat die Überkapazität die Frachtraten unter Druck gesetzt. Generell ist in der weltweiten Transport- und Logistikindustrie das Volumen an Fusionen und Übernahmen im dritten Quartal 2014 deutlich eingebrochen.
Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers mit dem Titel „Intersections“ sank das gesamte Deal-Volumen von 20,6 Milliarden US-Dollar (17,3 Milliarden Euro) im Vorquartal auf 11,4 Milliarden Euro. Das durchschnittliche Deal-Volumen sank von 332 Millionen auf 237 Millionen Euro. Im dritten Quartal wurden vier grenzüberschreitende Deals mit deutschen Beteiligten angekündigt, die jeweils einen Wert von 42 Millionen Euro überschreiten.
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