Industrieland Türkei

Erfolge plus Subventionen

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Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt und damit eine solide Grundlage für den weiteren Ausbau geschaffen. Die Zahlen belegen die effiziente Struktur der türkischen Wirtschaft – allen voran die Maschinenbau-Branche.

Die türkische Wirtschaft ist zwischen den Jahren 2002 und 2017 im Weltwirtschaftsrang von Platz 18 auf Platz 15 gestiegen. Im gleichen Zeitraum erzielte die Türkei ein durchschnittliches jährliches BIP-Wachstum von 5,7 Prozent. Das Land war 2017 die am schnellsten wachsende Wirtschaft unter den G20-Mitgliedern – allen globalen und regionalen Herausforderungen zum Trotz. In den vergangenen 15 Jahren hat die Türkei ihre Gesamtwirtschaft von 236 Mrd. USD auf 851 Mrd. USD erhöht. Gleichzeitig hat sich das Pro-Kopf-Einkommen von 3581 USD auf 10.597 USD im Jahr 2017 verdreifacht. Das Wirtschaftswachstum wurde von einem robusten Binnenmarkt und einem engagierten Privatsektor angetrieben, die gemeinsam Investitionen und Exporte vorangetrieben haben.

Die Türkei zählt zu den neun Volkswirtschaften mit einem Pro-Kopf-BIP von mehr als 10.000 USD unter den Ländern mit einer Bevölkerung von mehr als 50 Mio. Mit einem beeindruckenden durchschnittlichen Exportwachstum von jährlichen 10,3 Prozent steigerte sie das Exportvolumen in den vergangenen 15 Jahren von 36 Mrd. USD auf 157 Mrd. USD. Hand in Hand mit dieser Entwicklung ist der Anteil der Türkei an den weltweiten Exporten von weniger als 0,6 Prozent im Jahr 2002 auf nahezu ein Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Der türkischen Wirtschaft gelang damit eine umfangreiche Exportdiversifizierung sowohl in Bezug auf die Destinationen wie auch bei den exportierten Produkten. Die Erfolge der türkischen Wirtschaft basieren auf einzigartigen Standortvorteilen:

Geostrategische Lage

Die logistische Nähe der Türkei zu Europa und dem Mittleren Osten ist ein wesentlicher Standortvorteil im Vergleich zu Asien, Fernost und China. Die geostrategische Lage zwischen Europa und Asien bietet günstige Verkehrswege zu den Märkten Europas wie auch in Richtung Russland, Kaukasus, Zentralasien sowie dem Nahen Osten. So gilt die Türkei als wichtige internationale Energiedrehscheibe bzw. als Knotenpunkt für Europas Energieversorgung. Darüber hinaus nimmt sie einen wichtigen Platz im chinesischen Projekt der Neuen Seidenstraße ein.

Großer Binnenmarkt

Die Größe des einheimischen Marktes mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 766,4 Mrd. USD (Stand 2018) sowie einer Bevölkerung von rund 80 Mio. Einwohnern bietet einen überzeugenden Standortvorteil.

Junge, wachsende Bevölkerung

Ein weiterer Bonus der türkischen Wirtschaft liegt in der Bevölkerungsstruktur und der Arbeitskultur. Die Bevölkerung ist mit einem Altersdurchschnitt von circa 30 Jahren eine der jüngsten in Europa. Mehr als 30 Mio. Einwohner sind aktive Erwerbstätige. Ein wichtiger Bestandteil der türkischen Arbeitskultur ist die beispielhafte Arbeitsmoral. Der Arbeitsplatz wird geehrt, da er Menschen die Möglichkeit gibt, ihr Talent zu nutzen und sich selbst zu entfalten. Das Engagement türkischer Arbeitskräfte spiegelt sich in der hohen Produktivität, der niedrigen Abwesenheitsrate und dem Rang als eines der Länder mit der höchsten Jahresarbeitszeit wider.

Motivierte, gut ausgebildete Arbeitnehmer

Die Türkei verfügt insgesamt über gut ausgebildete Arbeitskräfte. Das Lohnniveau ist im Vergleich zu Deutschland und anderen westeuropäischen und sogar osteuropäischen Ländern dagegen vergleichsweise niedrig.

Solide entwickelte Industriebasis

Die Türkei besitzt aufgrund massiver Investitionen eine gut erschlossene Infrastruktur und wird diese kontinuierlich weiter ausbauen. Entsprechend dem Logistik Performance Index (LPI) der Weltbank 2018 konnte sich die Türkei unter 167 untersuchten Ländern auf Platz 37 im oberen Drittel positionieren.

Subventionen und Handelsrecht

Die Türkei bietet Unternehmern umfangreiche Investitionsanreize. Damit soll gezielt das Leistungsbilanzdefizit minimiert und weniger entwickelte Regionen gestärkt werden. Das Fördersystem besteht aus unterschiedlichen Programmen, von denen inländische wie auch ausländische Investoren gleichberechtigt profitieren können. Im Fokus steht dabei vor allem der mittlere Hightech-Sektor – davon profitiert insbesondere die Maschinenbaubranche.

Bereits im Juni 2003 wurde ein Gesetz für ausländische Direktinvestitionen erlassen, welches ausländische Firmen mit türkischen gleichsetzt. Firmengründungen mit 100 Prozent Auslandskapital werden genauso behandelt wie rein inländische Investitionen. Ausländern stehen dabei mehrere Möglichkeiten offen:

  • Gründung einer GmbH oder AG nach
    türkischem Handelsrecht
  • Erwerb von Anteilen an bestehenden
    Firmen oder Aufkauf von Unternehmen
  • Gründung eines Verbindungsbüros
    (Liaison Office, Repräsentanzbüro)
  • Die Einlage kann in Barvermögen, Sachwerten, (gebrauchten) Maschinen und Fahrzeugen, Anlagegütern oder in Patent-, Marken-, Lizenz- bzw. Know-how-Rechten erfolgen

Die Investitionszonen

In der Türkei gibt es drei Arten von Investitionszonen: TEZ, OIZ und FZ.

Technologieentwicklungszonen (TEZ) sind Gebiete, in denen F&E sowie Investitionen im Hochtechnologiebereich gefördert werden. Derzeit existieren 69 TEZ – 56 davon sind bereits in Betrieb, die restlichen 13 wurden genehmigt und befinden sich im Bau.

Organisierte Industriezonen (OIZ) bieten Unternehmen ein investorenfreundliches Umfeld mit fertiger Infrastruktur und sozialen Einrichtungen. Die bereitgestellte vorhandene Infrastruktur in OIZs umfasst Straßen, Wasser-, Gas- und Stromversorgung, Kommunikationsnetze, Abfallbeseitigung und weitere Serviceleistungen. Von den insgesamt 322 OIZ sind 255 bereits in Betrieb, die restlichen 67 befinden sich landesweit im Aufbau.

Freihandelszonen (FZ) liegen zwar innerhalb der politischen Landesgrenzen, aber außerhalb des Zollbereichs der Türkei. Zweck dieser Zonen ist die Steigerung von exportorientierten Investitionen. Rechtliche und administrative Bestimmungen in Bezug auf geschäftliche, finanzielle und wirtschaftliche Aspekte, die im Zollgebiet der Türkei gelten, werden in Freihandelszonen entweder nur eingeschränkt angewendet oder entfallen ganz.

In der Türkei existieren 19 FZ mit Zugang zu den Märkten der EU und des Nahen Ostens. 18 davon sind in Betrieb, eine weitere wird zurzeit eingerichtet. Die FZ bieten eine strategisch günstige Lage nahe der Häfen am Mittelmeer, Ägäischen Meer und Schwarzen Meer mit direktem Zugang zu internationalen Handelswegen.


Hintergrundinformationen

Türkische Geschäftsetikette

Im Geschäftsalltag wird ein höflicher und respektvoller Umgang gepflegt. Unverblümte Offenheit und direkte Konfrontation sind unüblich. Für türkische Geschäftsleute ist es wichtig, dass der Geschäftspartner nie sein Gesicht verliert, deshalb wird Ablehnung und Kritik gerne wortreich umschrieben. Aus diesem Grund bedarf das Gesagte manchmal einer Interpretation. Dem persönlichen Kontakt wird ein hoher Wert beigemessen. Deshalb sollten Sie mehr Zeit für Geschäftstreffen einplanen als dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Wenn Sie diese Regeln beachten, erwartet Sie eine ebenso professionelle wie auch entspannte und herzliche Arbeitsatmosphäre.

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