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Ertragslücken durch ganzheitliche Logistik schließen

Supply Chain Management
Ertragslücken durch ganzheitliche Logistik schließen

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Wird die Logistiksparte in einem Unternehmen als ein wichtiger strategischer Bereich begriffen, lassen sich echte Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten erzielen. Global-Sourcing, Wertschöpfungspartnerschaften und das Denken in Versorgungsketten sind wichtige Schritte in diesem Prozeß.

Wer schneller denkt und Kreativität entwickelt, ist der Konkurrenz stets einen entscheidenden Schritt vorraus. Auch im Logistikbereich hat dieser Satz uneingeschränkte Gültigkeit und kreative Köpfe können erhebliche Wettbewerbsvorteile erzielen, denn: Vielfach wird mit dem Begriff Logistik immer noch ausschließlich die Beförderung von Punkt A nach Punkt B verbunden. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz und hat in den letzten Jahren große Ertragspotentiale in der deutschen Wirtschaft brach liegen lassen. Andererseits hat sie jedoch einigen, kreativen Unternehmern die Möglichkeit eröffnet, strategische Vorteile im zunehmend härter umkämpften Markt zu erlangen. Diese Unternehmen haben verstanden, daß eine nach innen optimierte Unternehmensorganisation nicht ausreicht, um wettbewerbsfähig zu sein. Nur eine konsequente Ausrichtung am Kunden – das Denken in Order-Fulfillment – führt nachhaltig zum Erfolg. Die Optimierung der logistischen Prozesse von der Materialbeschaffung bis zum Versand ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, um den Kundenauftrag zu vereinbarten Bedingungen zu erfüllen.

Wie eine vor kurzem erschienene Studie der Düsseldorfer Unternehmer-Beratung Droege & Comp. belegt, ist der Stellenwert der Logistik für ein Unternehmen durchaus bekannt: Neun von zehn befragten Managern schätzen die strategische Bedeutung als sehr hoch oder hoch ein. Im Einzelnen wurden Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Elektroindustrie, Maschinenbau, Handel, Lebensmittelindustrie und Automobilzulieferer befragt. Von den befragten Firmen gaben 48 Prozent an, daß sie der Logistik einen sehr hohen strategischen Erfolgsfaktor für die Zukunft ansehen. Immerhin 41 Prozent der Befragten gaben an, daß die Logistik einen hohen strategischen Erfolgsfaktor besitze. Diese Erkenntnis wird in der Praxis jedoch kaum umgesetzt. Nur eines von drei Unternehmen besitzt ein eigenes Leitressort Logistik. Zentrale Aussage der Auswertung von mehr als 600 repräsentativ befragten Unternehmen logistikintensiver Branchen aller Größenklassen: Die Sensibilisierung der Verantwortungsträger ist zwar vorhanden, die Umsetzung von Logistikprojektionen erfolgt jedoch selten aus übergeordneter, ganzheitlicher Systemsicht, sondern häufig als abteilungsspezifisches Stückwerk – Logistik ist noch nicht Chefsache.
Logistik als Querschnittsfunktion ist in den Köpfen der Verantwortlichen ebenfalls schon lange verankert, aber auch hier hapert es an der Umsetzung im Unternehmensalltag. Die Untersuchung zeigt, daß zwar drei Viertel der Befragten planen, eine Prozeßorganisation einzuführen, jedoch 88 Prozent dieser Gruppe im gleichen Atemzug angeben, eine funktionale Gliederung ihrer Logistik-Einheiten zu besitzen.
Genau umgekehrt sieht das Bild bei den Trendsettern aus: Hier haben neun von zehn Branchenbesten die Logistikfunktionen in die Kernprozesse integriert und somit eine Basis für effizientes Erfüllen der Kundenanforderungen geschaffen.
Logistik am Kunden ausrichten
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, daß „Wertschöpfung“ als Thema einen hohen Stellenwert einnimmt. Immerhin 91 Prozent der Befragten messen zukünftigen Wertschöpfungspartnerschaften hohe oder mittlere Bedeutung bei. Verglichen mit der heutigen Situation hat sich die Einschätzung „hohe Bedeutung“ für die Zukunft mehr als verdoppelt. So sehen für die Gegenwart 27 Prozent der Befragten eine hohe Bedeutung von Wertschöpfungspartnerschaften, für die Zukunft steigert sich dieser Anteil jedoch auf 59 Prozent.
Auch an die Reduzierung der Fertigungstiefe sind hohe Erwartungen geknüpft. 81 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Fertigungstiefe abbauen oder maximal auf dem gleichen Stand halten. 44 Prozent der Befragten gehen für die Zukunft von einer gleichen, 37 Prozent von einer niedrigeren Fertigungstiefe wie zur Zeit aus. Nur ein Fünftel denkt über eine Erhöhung und damit über ein Insourcing nach. Als „starke“ qualitative Vorteile einer geringeren Fertigungstiefe werden Flexibilitätssteigerungen mit 55 Prozent und Komplexitätsreduzierung mit 39 Prozent genannt. Aber auch eine Senkung der Produktionskosten erwarten 36 Prozent der Befragten, reduzierte Logistikkosten 37 Prozent. Probleme bereiten dabei noch die Schnittstellen. Schon jetzt klagen 40 Prozent der Manager über Schnittstellenprobleme zwischen Einkauf und Logistik, und jeder zweite Befragte kämpft mit Problemen an der Schnittstelle zwischen Produktion und Logistik. Die Make-or-Buy-Frage ist daher nur unter sorgfältiger Berücksichtigung strategischer Belange und der Betrachtung der gesamten Versorungskette (Supply Chain) zu benatworten.
Logistische Prozesse optimieren
Die Frage nach der zukünftigen Bedeutung der verschiedenen Logistikfunktionen ergab, daß Beschaffunglogistik – dicht gefolgt von der Distributionslogistik – in den Fokus der Entscheider rückt und damit der Stellenwert der Beschaffungslogistik für die Wertschöpfungskette bestätigt wird. Der weltweite Markt ist nur dann effizient zu nutzen, wenn die Spielregeln des Global-Sourcings auch konsequent angewendet werden. Der Blick auf die Brachenbesten zeigt, daß 54 Prozent der international einkaufenden Unternehmen mit verschiedenen Sourcing-Strategien pro Produktgruppe arbeiten, wobei Logistikfragen ein wesentliches Entscheidungskriterium sind.
Die zukünftig geplanten Investitionen in Logistik werden nach den Ergebnissen der Studie nur mehr im großen Stil durchgeführt. Bei Logistik-Investitionen mit einem Anteil von weniger als 10 Prozent der Unternehmens-Gesamtinvestitionen ist ein Rückgang von 9 Prozent zu erwarten. Auch die Investition in klassische Logistikausstattung nimmt eher an Bedeutung ab. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in der Logistik wird zukünftig mit einem Plus von 7 Prozent bei Informations-, Komunikations- und Datenverarbeitungssystemen gesehen. So gehen 32 Prozent der derzeit realisierten Investitionen im Logistikbereich in Datenverarbeitungssysteme und Informationstechnik. In Zukunft werden dies sogar 37 Prozent aller Logistikinvestitionen sein. Dagegen wird der Stellenwert der Investitionen in den Lager- und Transportbereich zurückgehen. So gaben die Befragten an im Lagerbereich heute 30 Prozent aber in Zukunft nur noch 28 Prozent ihrer Logistikinvestitionen zu realisieren. Für den Transportbereich wollen die Unternehmer heute 20 Prozent aber in Zukunft nur noch 17 Prozent ihrer Logistikinvestitionen tätigen.
Die gesamte Versorgungsketteberücksichtigen
Um alle in der Wertschöpfungskette liegenden Potentiale zu heben, ist es unumgänglich, diese Kette in ihrer Gesamtheit zu betrachten und sie als Mittel zur Erfüllung von Kundenwünschen zu betrachten. Alle Aktivitäten der Wertschöpfung müssen sich diesem Ansatz unterordnen und sind aufeinander abzustimmen. Das gilt auch für die Betrachtung der Logistikkosten, die immer die Erfüllung eines Gesamtoptimums und keine Insellösungen im Auge haben sollte. Ziel muß die Order-Fulfillment-Organisation sein. (wl)
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