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Fabrikplanung auf dem Tischtuch

Timken automatisiert die Fertigung
Fabrikplanung auf dem Tischtuch

Stahlherstellung in einem der nordamerikanischen Werke von Timken – was heute nahezu vollständig automatisiert abläuft, war früher ein sehr personalintensiver Prozess
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Stürmisches Wachstum erfordert schnelle Entscheidungen und mutige Entwürfe: Aus einer hastig hingekritzelten Skizze wurde bald eine vollautomatisierte Fabrik für Kugellager. Das Werk Bucyrus produzierte von 1954 an auch standardisierte Lager für die Automobilindustrie.

Das Werk Bucyrus in Ohio soll auf einem Tischtuch entworfen worden sein. Wie dem auch sei: Die Timken Company stellte in Bucyrus eine neue Produktreihe von standardisierten Automobillagern vor, die unter dem Markennamen „Green Light“ an Kunden aus der Automobilbranche und anderen Industrien vermarktet wird. Das war im Jahre 1954.

Zu diesem Zeitpunkt war das allerdings schon 55 Jahre alt. Die Chronik des Betriebes beginnt 1839, also lange vor dem Gründungsjahr 1899. „In Deutschland tritt ein siebenjähriger Bauernjunge eine Schiffsreise an – mit dem fernen Ziel Amerika“, berichtet die Chronik. Der Bauernjunge hieß wohl Heinrich, nannte sich aber Henry Timken, jedenfalls betätigte er sich als Kutschenbauer und trat 1887 nach einem erfolgreichen Berufsleben in den Ruhestand. Im Jahre 1891 war er jedoch des Lebens als Pensionär überdrüssig und kehrte zurück in das Kutschengeschäft. Er war 67 Jahre alt, als er 1898 die beiden von ihm entwickelten Kegelrollenlager patentieren ließ. Ein Jahr später erfolgte die Gründung der Timken Roller Bearing Axle Company, 1970 umbenannt in The Timken Company.
Die 50er Jahre waren eine Periode soliden Wachstums. In der Mitte des Jahres 1958, als die Industrie ihre Investitionen allgemein kürzte, legte Timken ein gewaltiges Investitionsprogramm für neue Werke und Anlagen auf. Gleichzeitig war das Büro des damaligen Präsidenten William E. Umstattd so spartanisch eingerichtet, dass ein Kunde einmal anmerkte: „Dies ist ein äußerst bescheidener Ort für einen Mann, der so viel Geld verdient.“ Umstattds Antwort: „Nun, Mr. Timken pflegte zu sagen, deshalb verdienen wir ja auch Geld.“
Wie Timken mit seinen Produkten seinen Kunden half, rationell zu arbeiten, so automatisierte Timken selbst. Das erste automatisierte Fertigungswerk des Unternehmens entstand 1947, als Albert Bergstrom, seinerzeit Vice President Engineering, während einer gemeinsamen Zugfahrt mit Henry Timken jr. hastig einen Entwurf auf eine Tischdecke skizzierte. Die Skizze diente als Grundlage für weitaus mehr als nur eine Fabrik – sie legte den Grundstein für ein Konzept, das die Expansionsstrategie des Unternehmens für 30 Jahre beeinflussen sollte.
Das Werk in Bucyrus sollte den Kunden für Lager mit Standardgrößen gewinnen, diese Lager mit einer nie erreichten Geschwindigkeit produzieren und für die Beschäftigten ein möglichst ideales industrielles Umfeld schaffen. Die Rechnung ging auf. Bucyrus produzierte jährlich 30 Mio. Lager in 14 Größen, vom Jahr 1954 an also auch die neue Baureihe für das Automobil. dz
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