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Faszinierend vielfältig

Messeduo O&S und Parts2Clean zeigt Neuheiten der Oberflächentechnik
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Die Oberflächentechnik ist eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien in der verarbeitenden Industrie. Mit dem Fokus auf Neuheiten und Trends informieren die Aussteller der Fachmesse O&S Ende Mai in Stuttgart über den derzeitigen Stand der Dinge. Zusammen mit der Parallelmesse Parts2Clean reicht das Spektrum von der Vorbehandlung und Reinigung bis zur Beschichtung.

Sie schützen, glänzen, verbinden und formen: Technische Oberflächen übernehmen nicht nur wichtige Aufgaben und Funktionen. Beschichtungen zählen zugleich zu den höchstbeanspruchten Bereichen von Bauteilen aus Metall, Kunststoff, Glas und Keramik sowie Hybridverbunden. Als typische Querschnittstechnologie stellt die Oberflächentechnik mit ihren verschiedenen Disziplinen sicher, dass die geforderten Ansprüche an Funktionalität, Haltbarkeit und Optik erfüllt werden.

Angesichts zunehmend funktionalisierender Oberflächen, neuartiger Werkstoffverbunde wie auch neuer EU-Bestimmungen sollten Einkäufer für Oberflächen ihr Augenmerk beispielsweise auch auf REACh-konforme und multifunktionale Beschichtungen richten. Um hierbei wichtige Einblicke und die nötigen Kenntnisse zu erlangen, empfiehlt sich die Teilnahme an einer geführten Tour auf der Fachmesse O&S in Stuttgart. Angesteuert werden ausgewählte Messestände in den Hallen 7 und 9, wo Unternehmensvertreter in Kurzvorträgen ihre Technologien und Lösungen zum Thema „Oberflächen der Zukunft“ vorstellen.
Eine weitere „Guided Tour“ hat Anlagen und Geräte zum Ziel, mit denen sich die Prozess-sicherheit und Qualität maximieren lassen. Dies lässt sich in der Oberflächentechnik vor allem durch hohe Automatisierung und umfangreiche Mess- und Regeltechnik erreichen. Vorgestellt werden den O&S-Besuchern beispielsweise vollautomatische Analysegeräte aus dem Bereich der galvanotechnischen Oberflächenbehandlung sowie für Mess- und Regeltechniken, die Lackierprozesse, Vor- und Nachbehandlungen oder das thermische Spritzen.
Aktuelle Trends und Neuheiten stehen im Mittelpunkt dieser internationalen Fachschau für Oberflächen und Schichten vom 31. Mai bis 2. Juni, die alle zwei Jahre von der Deutschen Messe AG in der Landesmesse Stuttgart veranstaltet wird. Im Doppelpack mit der zeitgleich veranstalteten Fachmesse Parts2Clean deckt das Messeduo das gesamte Spektrum der oberflächentechnischen Disziplinen ab, von der Vorbehandlung und Reinigung bis zur Beschichtung. Die O&S hatte vor zwei Jahren 334 Aussteller auf einer Fläche von 7662 m², auf der jährlich veranstalteten Reinigungstechnikmesse Parts2Clean belegten 254 Aussteller eine Nettofläche von knapp 6800 m².
In diesem Jahr werden die großen Themen der O&S Energie-, Material- und Ressourceneffizienz für den gesamten Beschichtungsprozess sein, eine umweltschonende Vorbehandlung sowie besonders die neuen Beschichtungssysteme, die infolge der EU-Chemikalienverordnung REACh auf den Markt gebracht werden. Gleichwohl bilden die Aussteller das gesamte Spektrum der Oberflächentechnik ab.
Anwenderforum diskutiert zentrale Fragen
Eine wichtige Anlaufstelle ist das branchenübergreifende Anwenderforum, in dem Experten zu den zentralen Fragestellungen in der Oberflächentechnik referieren. Besuchern dient das Forum wieder als Informationsquelle und Ort zum Erfahrungsaustausch. Auf dem Programm stehen Themen wie Energie- und Materialeffizienz, Leichtbauwerkstoffe und deren Oberflächenbehandlung, neue Verfahren der Galvanotechnik, die physikalische und chemische Gasphasenabscheidung (CVD/PVD), Thermisches Spritzen, Lackieren, Anwendungen und Eigenschaften von Beschichtungen, Industrie 4.0 in der Oberflächentechnik, Anlagen, Geräte und Verfahren für die Oberflächenbehandlung, Qualitätssicherung und Prozessoptimierung in der Oberflächentechnik, gesetzliche Regelungen und deren Auswirkungen.
„Welt der Oberfläche“ auf 3000 m²
Zu den am stärksten vertretenen Themen gehört die Galvanotechnik. „Wichtige Themen in der Galvanotechnik sind aktuell die Entwicklung dreiwertiger Chromelektrolyte, funktionelle Oberflächensysteme oder auch die Entwicklungen rund um Industrie 4.0 sowie ihre Auswirkungen auf die Galvanotechnik“, erläutert Christoph Matheis, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Oberflächentechnik e.V. (ZVO). Diese Fragen werden auch während der O&S eine Rolle spielen. Die „Welt der Oberfläche“ ist stets ein wichtiger Ausstellungsbereich dieser Messe. In diesem Jahr vergrößert die Ausstellergemeinschaft ihren Auftritt. Mit aktuell 65 Mitausstellern erweitert der ZVO seine Fläche gegenüber 2014 um 500 auf dann 3000 m².
Die Beteiligung des ZVO steht unter dem Leitmotiv „Galvano- und Oberflächentechnik: Innovationspartner in der globalen Lieferkette“. In diesem Sinne aktiv ist seit Jahren die Coventya GmbH, die Spezialchemikalien für die Galvano- und Oberflächentechnik herstellt. Im Bereich des kathodischen Korrosionsschutzes folgt das Gütersloher Unternehmen dem aktuellen Trend der Industrie und fokussiert seine neuen Top Coats und Versiegelungen, mit denen sich tribologische Anforderungen erfüllen lassen. Darüber hinaus werden Hochleistungsverfahren im Bereich Zink und Zinklegierung mit zugehöriger Nachbehandlung vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen zudem neue Entwicklungen im Bereich dekorativer Galvanotechnik und dekorativer Korrosionsschutz.
Die Wiotec Wilmes Oberflächentechnik aus Ense-Höingen präsentiert ihr hochkorrosionsbeständiges Schichtsystem, das aus einer Nickel-Phosphor-Schicht sowie einer Chrom-III-Schicht besteht und eine Alternative zu Chrom-VI darstellt. Bemerkenswert sollen dabei die enormen Energie- und Kosteneinsparungen sein. Künftig bieten die Westfalen auch das Verzinnen von geometrisch anspruchsvollen Teilen an – so für Stromführungsschienen und andere Bauteile der Elektroindustrie. Das Verfahren besitzt laut Angaben eine ausgezeichnete Lötfähigkeit und erfüllt die Anforderungen der RoHS der EU (Richtlinie 2002/95/EG). „Als Alleinstellungsmerkmal sind wir in der Lage, alle unsere Prozesse – Vernickeln, Verchromen, Verzinken und Verzinnen – auch für Längen bis zu sechs Metern für Aluminium, Stahl, Kupfer und Messing zu nutzen“, betont Udo Wilmes, Geschäftsführer von Wiotec.
1001 Oberflächen
Gleich „1001 Oberflächen“ bringt Beschichter Zeschky mit Stammsitz in Wetter unter der Bezeichnung Z-Protection auf seinen O&S- Messestand mit. Serienveredelungen für die Automobilindustrie, für Befestigungstechnik, Verbindungselemente, Elektrotechnik und Elektronik, Möbelzulieferer sowie Schloss- und Beschlagindustrie oder weiße Ware realisiert Zeschky als kundenindividuelle Lösungen – etwa rückstandsfreie Beschichtungen oder Innenangriffe, bei denen die schöpfenden Bereiche ohne Materialrückstände und Lackläufer beschichtet werden. Auch komplizierte Geometrien, wie etwa Federbügel aus geringem Drahtdurchmesser ab 1,2 mm, können verarbeitet werden. Mit vier neuen Trommeldurchlaufanlagen sind auch ideale Beschichtungsmöglichkeiten für alle schütt-fähigen Bauteile vorhanden.
Unabdingbar vor der galvanischen Beschichtung oder Vorbehandlung vor dem Lackieren ist die industrielle Teilereinigung. Für diese bietet die Surtec GmbH aus Straubenhardt ein Verfahren mit Neutralaktivatoren (SurTec 414) an. Ein typischer Einsatz des bei neutralem pH-Wert arbeitenden Produktes ist die Entfernung von Oxidschichten und Rost auf Eisenwerkstoffen nach Entgratungsprozessen mit verschiedenen Vorteilen gegenüber Mineralsäuren. Das Produkt ist laut Angaben kennzeichnungsfrei, was den Umgang erleichtert und die Arbeitssicherheit erhöht. Durch den Wegfall eines Neutralisationsschrittes wird die Prozessführung einfacher und kostenoptimiert, gleichzeitig wird Schlammanfall verhindert.
Der neutrale pH-Wert ermöglicht den Einsatz in handelsüblichen Teilereinigungsanlagen, was mit Mineralsäuren undenkbar wäre. Diesen Vorteil nutzt man auch zur Wiederaufbereitung von Bauteilen wie beispielsweise Motorkomponenten – hier werden Ölkohle und Korrosionsrückstände mit Ultraschallunterstützung entfernt, ohne den Materialmix – etwa Stahl, Aluminium, Buntmetalle oder Kunststoff – anzugreifen. Im Lackier- und Pulverbeschichtungsbereich bietet der Einsatz von SurTec 414 eine Stand-alone-Vorbehandlung mit fast vergleichbarem Korrosionsschutz wie dem einer Eisenphosphatierung.
Auf der „Welt der Oberfläche“ kommt aber auch die Peripherie nicht zu kurz. Die niederländische Hendor Pompen B.V. kommt mit einem breiten Spektrum an hochwertigen Pumpen und Filterkammern aus Kunststoff für die Galvanotechnik zur O&S. „Zudem stellen wir ein neues Gerät zur Rückgewinnung von Gold, Silber und anderen Edelmetallen aus“, berichtet Lion Lavrijsen, Verkaufsleiter Deutschland, Österreich und Schweiz bei Hendor. Das Verfahren der Elektrogewinnung beruht auf einer feinmaschigen metallischen Matrix innerhalb einer zylindrischen Kathode. Die Hendor Recovery Cell erzeugt Turbulenzen, sodass die Kathode permanent mit neuen Ionen versorgt wird. So können auch sehr geringe Konzentrationen der Edelmetalle zurückgewonnen werden.
Die Icom Automation GmbH zeigt gleich drei Lösungen in Stuttgart, die für jeden Errichter und Betreiber von Galvanikanlagen von Interesse sein dürften: die Automatisierung von Galvanik (GalvaCom), Abwasser (AwaCom) und das entsprechende Umfeld (LawaCom). Die Anlagensteuerung GalvaCom ist eine Automatisierungslösung mit intuitiver Bedienung und übersichtlicher Visualisierung. Sie zeichnet sich durch Flexibilität, hohe Ausfallsicherheit und ein ausgereiftes Protokollierungssystem aus. Neben einfacher Artikel- und Rezeptverwaltung bieten Funktionen wie frei einstellbare Badbehandlungs- und Toleranzzeiten oder automatische Stromdichtenkorrekturen innerhalb vorgegebener Grenzen entscheidende Produktionsvorteile für Betreiber von Galvanikanlagen. AwaCom ist speziell auf die Anforderungen der Abwasseraufbereitung und Betriebswasserentsorgung moderner Galvanoanlagen zugeschnitten. LawaCom stellt eine Vielzahl von Funktionen zur Datenverarbeitung im Umfeld von Galvanikbetrieben bereit. „Neben der Hauptaufgabe der Erfassung, Überprüfung und Leitung der Badversorgung und -pflege erlaubt es die Verwaltung und Protokollierung der laufenden Anlagenwartung“, sagt Stefan Wegerich, der beim Ilmenauer Automationsspezialisten den Vertrieb verantwortet.
Eine besondere Dienstleistung bieten die Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA an. Sie unterstützen Unternehmen, die in puncto galvanischer Beschichtung Qualität und Know-how zukaufen wollen, mit einer neutralen Bewertung von galvanischer Lohnbeschichtung. Die falsche Wahl eines Lieferanten – lokal, global oder in Niedriglohnländern – kann zu teuren Engpässen führen. IPA-Wissenschaftler decken in ihrer Expertise die gesamte Forschungs- und Entwicklungskette ab – von der Verfahrensentwicklung bis hin zur industriellen Anlagentechnologie. „Diese Breite und innerhalb der Oberflächentechnik die Fokussierung auf die Galvanotechnik sind eines unserer wesentlichen Alleinstellungsmerkmale. Wir kennen nicht nur die elektrochemischen Prozesse, sondern haben auch Wissen über die Prozessabläufe, die Anlagentechnik, die Peripherie – also den Teilefluss in der Produktionsanlage und die Qualitätsprüftechnik am Ende“, betont Dr. Martin Metzner, Abteilungsleiter Galvanotechnik am IPA.

Topthema Oberfläche

O&S 2016 im Profil

Kennzeichen: Plattform für den gesamten
Prozess der OberflächenbehandlungTermin: 31. Mai. bis 2. Juni .2016Öffnungszeiten: 9 bis 17 UhrVeranstaltungsort: Messegelände Stuttgart,rund 17 000 m² Brutto-Ausstellungsfläche in den Hallen 7 und 9Aussteller: rund 350Highlights: Anwenderforum, Gemeinschaftsstand „Prozesskette Oberflächentechnik“,
Themenparks Abwasser & Umwelt sowie
Nano/Mikro, Gemeinschaftsstand „Welt der Oberfläche“ des Branchenverbands ZVO, auf dessen mehr als 2000 m² Lohnveredler, Verfahrens-, Anlagen- und Zubehörlieferanten ihre Innovationen präsentieren

Dietmar Kieser
Redakteur Beschaffung aktuell
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