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Glänzendes Stahljahr, aber Außenhandelssaldo negativ

Weltstahlhandel
Glänzendes Stahljahr, aber Außenhandelssaldo negativ

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(ch) Der europäische Stahlmarkt entwickele sich immer mehr von einem Nettoexporteur zu einem Nettoimporteur, stellte die Wirtschaftsvereinigung Stahl unlängst fest. Betrugen die Stahlimporte 1997 noch 16 Mio. t und lagen damit 12 Mio. t niedriger als die Exporte der Europäischen Union (28 Mio. t), so wendete sich im Folgejahr das Blatt: Einfuhren und Ausfuhren hielten sich 1998 mit jeweils 24 Mio. t EGKS-, Walz-, Schmiede-, Kalt- und Rohrerzeugnissen die Waage. Im Jahre 2000 betrug die Differenz schon 5 Mio. t zu Gunsten der Importe in Höhe von 30 Mio. t. Die Stahlexporte lagen bei nur noch 25 Mio. t.

Auf Unverständnis stieß daher bei den europäischen Stahlerzeugern, die „Automatischen Einfuhrlizenzen“ abzuschaffen. Dieses Monitoring-System erlaubte den europäischen Stahlproduzenten zeitnahe Informationen zur Tendenz von Drittlandseinfuhren in die EU und stellte nach Aussagen der Wirtschaftsvereinigung Stahl eine der wichtigsten Quellen für die europäische Stahlindustrie zur Beurteilung der Marktsituation und damit zur kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung dar.
Auch in den USA stiegen die Einfuhren im Jahre 2000 gegenüber dem Vorjahr an, allerdings weniger kräftig: Sie erhöhten sich von 33 Mio. t auf 38 Mio. t. Die Ausfuhren erhöhten sich um 1 Mio. t auf 6,3 Mio. t. Die amerikanische Stahlindustrie produziert hauptsächlich für den Bedarf auf dem heimischen Markt. Daher versuche sich der amerikanische Markt permanent vor Stahlimporten abzuschotten, berichtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Stahlkocher wird als gering eingestuft. Selbst im guten Stahljahr 2000 haben die Hälfte der als „Big Six“ bezeichneten Stahlunternehmen in den USA rote Zahlen geschrieben.
Weltweit stellten die Stahlkocher im Jahre 2000 mit der Produktion von 850 Mio. t Rohstahl eine neue Rekordmarke auf. Auch in Deutschland wurden mit etwa 46,5 Mio. t 10% mehr als im Vorjahr und damit seit der Wiedervereinigung ein Höchststand erreicht. Da die wesentlichen Rohstoffe wie Erz und Kohle importiert und in Dollar abgerechnet werden, sind aber auch die Kosten stark gestiegen. Die Kosten für eine Tonne Rohstahl stiegen binnen Jahresfrist um 80 bis 100 DM. Da aber die Preiserhöhungen über den Kostensteigerungen lagen, verbuchten die deutschen Stahlunternehmen in diesem Jahr ein ordentliches Plus, freute sich die Wirtschaftsvereinigung Stahl.
Wichtigste Abnehmerbranche ist mit einem Anteil von 25% die Automobilindustrie. Die Elektrotechnik verbuchte 10%-ige Nachfragesteigerungen nach der stahlintensiven „weißen“ Ware wie Kühlschränke oder Waschmaschinen. Der Stahlverbrauch insgesamt erhöhte sich im Jahre 2000 um 4%, in diesem Jahr wird er voraussichtlich um 2,5% wachsen.
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