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„Im C-Teile-Management liegt hohes Einsparpotenzial“

Klaus-Dieter Schmidt, Geschäftsführer von Reyher Nchfg.
„Im C-Teile-Management liegt hohes Einsparpotenzial“

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Das Reyher-Gelände erstreckt sich am Standort Hamburg-Altona über eine Gesamtfläche von 40 000 m2. Täglich verlassen rund 275 Tonnen Ware das Reyher-Gelände. Beschaffung aktuell hat mit Klaus-Dieter Schmidt, Geschäftsführer von Reyher, über aktuelle Entwicklungen im C-Teile-Management und die künftigen Pläne der Hamburger gesprochen.

Beschaffung aktuell: Herr Schmidt, Sie sind seit diesem Frühjahr in der Geschäftsführung von Reyher tätig. Welche Veränderungen wollen Sie anstreben?

Klaus-Dieter Schmidt: Die Werte unseres Familienunternehmens sind von jeher immens wichtig für unseren Unternehmenserfolg. Dazu gehören die technische Kompetenz, Qualität und Zuverlässigkeit für die sichere Versorgung mit C-Teilen. Daher strebe ich keine Veränderungen der Unternehmensgrundsätze an, sondern sehe es vielmehr als wichtige Aufgabe, zukunftsweisend daran zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass unsere Werte weiterhin Bestand haben. Dazu gehört in erster Linie die kontinuierliche Weiterentwicklung der logistischen Dienstleistungen sowie E-Business-Aspekte. Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein Sortiment anzubieten, dass den Marktanforderungen entspricht. Daneben bieten wir viele maßgeschneiderte Lösungen an, die den individuellen Kundenanforderungen entsprechen.
Beschaffung aktuell: Wie ist Reyher organisiert?
Schmidt: · An unserem zentralen Standort in Hamburg beschäftigen wir mehr als 620 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Unternehmensbereichen Vertrieb und Logistik. Selbstverständlich verfügen wir darüber hinaus über Fachabteilungen, die sich auf spezielle Dienstleistungsthemen wie zum Beispiel E-Business, Konfektionierung und Produkttechnik konzentrieren. Unsere Materialwirtschaft koordiniert mit rund 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Beschaffung unserer Produkte bei rund 1300 Lieferanten, die unsere strengen Kriterien erfüllen müssen. Daneben koordiniert und betreut unsere Tochtergesellschaft F. Reyher Asia-Pacific Co., Ltd. in Shanghai, die im November dieses Jahres ihr 10-jähriges Jubiläum begangen hat, die Beschaffungsaktivitäten im asiatischen Raum.
Beschaffung aktuell: Welche Kundenkreise stehen bei Reyher im Fokus?
Schmidt: Unser Produktportfolio sowie unsere Dienstleistungen haben wir speziell auf die Belieferung von Industrie- und Handelskunden ausgelegt. Mit unserer hohen Vielzahl an Artikeln im Lagervorrat in Kombination mit einer automatisierten Lagerlogistik sind wir in der Lage, über 130 000 verschiedene Artikel innerhalb von 24 Stunden schnell und zuverlässig zu liefern. Dabei haben unsere Kunden die Möglichkeit, aus genormten und nicht genormten Teilen zu wählen. Unser Programm ergänzen branchenspezifische Artikel, zum Beispiel aus dem Werkstoff 1.7218 (25CrMo4) für den Chemiebereich, HV-Garnituren für den Stahlbau oder alternative Produkte zu Cr-VI-haltigen Oberflächen für die Agrarwirtschaft. Darüber hinaus beschaffen, lagern und liefern wir natürlich auch kundenspezifische Sonder- und Zeichnungsteile.
Beschaffung aktuell: Was sind die aktuellen Herausforderungen im C-Teile-Management? Schmidt: Um auf dem Markt so erfolgreich zu agieren, reicht es nicht aus, ein Standardsortiment an Produkten mit einer schnellen Belieferung anzubieten. Unsere Kunden optimieren ihre Prozesse fortwährend, aus denen die Anforderungen entstehen, die wir als Großhandelsunternehmen abdecken.
Bekanntermaßen ist im Sektor des C-Teile-Managements der Beschaffungsaufwand sehr hoch, sodass Einkäufer speziell hier ein großes Potenzial zur Optimierung und folglich auch Kosteneinsparung sehen. Mittels unserer technischen Kompetenz helfen wir unseren Kunden, ihr Artikelsortiment zu standardisieren und damit den Artikelbedarf zu verschlanken und gleichzeitig die Lieferantenanzahl zu reduzieren. Das Thema Konfektionierung rückt aus Kundensicht zunehmend in den Mittelpunkt. Mithilfe unserer Fachabteilung RKP – Reyher Kitting & Packaging sind wir in der Lage, unseren Kunden die benötigten Bauteile bedarfsgerecht und bereits fertig zusammengestellt wahlweise in Polybeuteln oder anderen nach Kundenwünschen gestalteten Verpackungen zu liefern.
Ein weiterer Schritt zur Prozessoptimierung ist die Einhaltung von vorgegebenen Packreihenfolgen, die eine Montage auf der Baustelle ohne Zeitverzug ermöglichen.
Schließlich geht im Allgemeinen die Entwicklung dahin, mittels E-Business-Lösungen Prozesse zu vereinfachen. Hier sind unsere Möglichkeiten vielfältig und gehen von elektronischen Katalogen bis hin zu EDI-Anbindungen für den direkten Geschäftsdatenaustausch.
Beschaffung aktuell: Mit welchen Entwicklungen beschäftigt sich Reyher aktuell?
Schmidt: Stets haben wir unser Produktsortiment im Fokus. Es gilt, immer die „vermeintlich richtigen“ Artikel im Lagervorrat zu haben, die unsere Kunden benötigen. Sortimentsergänzungen und -bereinigungen sind somit ein Dauerthema bei uns.
Im Bereich unserer Kanban-Versorgungssysteme ROM – Reyher Order Management haben wir zusätzliche RFID-Lösungen entwickelt. Gestartet sind wir vor einigen Jahren mit der RFID-Briefkastenlösung mit optionaler Mehrfachbestellung. Mittels einer „intelligenten“ Matte, die wahlweise auf dem Kanbanregal oder unter einer separaten Palette positioniert wird, können die RFID-Etiketten der Leerbehälter ausgelesen werden.
Damit werden zwei Prozessschritte vereint. Die leeren Kanban-Behälter werden gesammelt und gleichzeitig wird mit der ausgeklügelten RFID-Technologie die Bestellung per Funksignal ausgelöst. Ist die Palette mit leeren Behältern gefüllt, wird sie abgeholt und ersetzt. Somit entfällt das zeitraubende Umpacken der Leerbehälter. Auch unsere E-Business-Lösungen werden kontinuierlich optimiert. Das Angebot, unseren Webshop RIO – Reyher Internet Order im Tagesgeschäft regelmäßig zu nutzen, wird von unseren Kunden zunehmend angenommen. Eine direkte Verfügbarkeits- und Preisabfrage erleichtert dabei die Planung und Beschaffung. Aktuell haben wir unseren Webshop um das Zusatztool „Etiketten-Designer“ ergänzt. Dieser bietet den Kunden die Möglichkeit, sich individuelle Etiketten zu kreieren und individuell drucken zu können. Schwerpunkt bei der Entwicklung war die intuitive Bedienung, damit sich die Umsetzung für unsere Kunden möglichst einfach gestaltet.
Beschaffung aktuell: Was sind Ihre Pläne und Visionen für die kommenden Jahre?
Schmidt: Wir wollen weiterhin für unsere Kunden ein verlässlicher Partner sein und bleiben und neben unserer hohen Lieferbereitschaft von über 99 Prozent alle dazugehörigen Serviceleistungen aus einer Hand anbieten.
Wir denken zukunftsorientiert und investieren kontinuierlich in unseren Standort, damit wir neuen Anforderungen und Bedarfen gerecht werden. Derzeit befindet sich ein weiteres Hochregallager mit angeschlossenem Logistik- und Verwaltungsgebäude in der Bauphase. Dieses neue Hochregallager wird 42 Meter hoch sein und rund 40 000 Palettenplätze umfassen und Anfang 2017 in Betrieb gehen. Damit wird auch deutlich, dass wir ausschließlich an unserem zentralen Standort in Hamburg festhalten. Damit erhalten wir uns die kurzen Wege und damit unsere hohe Flexibilität.
Beschaffung aktuell: Vielen Dank, Herr Schmidt, für das interessante Gespräch.
Für Beschaffung aktuell stellte
Alexander Gölz die Fragen.
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