Ausweitung der strategischen Partnerschaft von SAP Ariba und IBM

„Intelligente Lösungen bringenden Einkauf voran“

Alex Atzberger, President von SAP Ariba (Bild: SAP)
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SAP Ariba und IBM haben während der Sapphire, der internationalen Kundenkonferenz der SAP in Orlando/USA, bekannt gegeben, dass sie zukünftig gemeinsam Cognitive-Procurement-Lösungen entwickeln werden. „Wir werden den Source-to-Settle-Prozess neu definieren“, erklärte Alex Atzberger, President von SAP Ariba, im Exklusiv-Interview mit Beschaffung aktuell das gemeinsame Ziel.

„SAP Ariba und IBM läuten eine neue Ära des Einkaufs ein“, so lautet die Überschrift der neuesten gemeinsamen Presseverlautbarung von SAP Ariba und IBM. Gestützt auf SAP Leonardo, IBM Watson und SAP Ariba soll die Basis, auf der Entscheidungen im Bereich Lieferanten-, Vertrags- und Einkaufsmanagement gefällt werden, verbessert werden.

Die Zusammenarbeit stehe auf drei Säulen, erläuterte Alex Atzberger, President von SAP Ariba, in einem Exklusiv-Interview mit der Redaktion Beschaffung aktuell vor der Bekanntmachung in Orlando:
  • 1. Gemeinsame Entwicklung von innovativen, kognitiven Lösungen für den Source-to-Settle-Process.
  • 2. Zukünftig werden SAP und IBM Global Business Services gemeinsam den Markt angehen. Dafür wird SAP Ariba die gemeinsame Plattform sein. Bestehende IBM-Kunden, die noch auf der Emptoris-Plattform arbeiten, werden zukünftig auf die SAP-Ariba-Plattform wechseln. Dabei werden sie von beiden Unternehmen unterstützt.
  • 3. In sogenannten Cognitive Procurement Hubs werden Mitarbeiter von SAP und IBM gemeinsam neue intelligente Lösungen für den Bereich Beschaffung entwickeln. Gestartet wird jetzt mit einem ersten Hub in Palo Alto, aber schon bald wird auch in Europa ein solches Hub entstehen, versprach Atzberger. Ein Projekt besteht darin, technologische Neuerungen wie beispielsweise Blockchain voranzutreiben. Blockchain ist eine Datenbank-Technologie, die sicherheitskritische Geschäftsmodelle ermöglicht.
Was passiert mit Emptoris-Kunden?
Im Zuge der Partnerschaft wird IBM Global Business Services sein Beratungs- und Geschäftsdienstleistungsgeschäft ausbauen. In Zusammenarbeit mit SAP Ariba wird IBM seinen Neu- und Altkunden inklusive den Anwendern von IBM Emptoris die Nutzung der SAP Ariba-Plattform ermöglichen.
„Indem wir die Power von IBM Watson und der IBM Cloud mit den Fähigkeiten von SAP Ariba bündeln, sprengen wir die bisherigen Standards für die Beschaffungsperformance und bieten unseren gemeinsamen Kunden beispiellosen Mehrwert“, erklärt Jesus Mantas, General Manager Cognitive Process Transformation bei IBM Global Business Services in der Pressemitteilung.
Mit den Gemeinschaftslösungen von SAP Ariba und IBM sollen Einkaufsprofis entlang der gesamten Supply Chain smartere und schnellere Entscheidungen treffen können. Dabei haben die neuen Anwendungen das Potenzial, den gesamten Procurement-Prozess zu beeinflussen, von der Transparenz über den Spend über die Unterstützung von Einkäufern bis zur Optimierung des Content Management.
So unterstützt ein mit IBM Watson Services kombinierter digitaler Assistent z. B. die Einkaufspolitik, indem er bei der Festlegung des RFP-Typs und der Ermittlung geeigneter Lieferanten auf Basis von Warenkategorie, Region oder Branche hilft. Zusätzlich liefert er auch Informationen zu Märkten und liefert Daten zu Preisentwicklungen, um so die Wertschöpfungskette zu optimieren.
Auch die Vertragsvergabe werde smarter und umfassender. Die Software identifiziert automatisch relevante, auf juristische Textsammlungen und Taxonomien abgestimmte Vertragsbedingungen. Sie ermittelt auf Basis von Benchmarking-Daten ähnliche Vertragsbedingungen für bestimmte Waren nach Branche oder Region und schlägt optimale Preisziele vor, die Volumenplanungen und Rabattvereinbarungen berücksichtigen. Auch das Auffinden und Zusammenfassen von Vertragsbedingungen soll automatisiert werden, damit in den komplexen Procurement-Szenarien der Zukunft jederzeit die Compliance gewährleistet ist.
Laut Atzberger könne sich dann der Einkauf in Zukunft auf Lieferanten, Innovationen und die Gestaltung neuer Geschäftsprozesse konzentrieren. Er müsse keine Zeit mehr mit Datensammeln verbringen. Viele neue, durch die künstliche Intelligenz getriebene Technologien geben Mitarbeitern die Möglichkeit, hochwertige Beiträge zum Erfolg des Unternehmens zu leisten. Außerdem werde der Mensch weiterhin für die eigentliche Entscheidung benötigt.
Zum Abschluss des Gesprächs betonte Atzberger nochmals die Wichtigkeit der neuen Technologien für den Einkauf: „Der Einkauf hat zukünftig große Chancen, in den Unternehmen an strategischer Bedeutung zu gewinnen. Diese Veränderung bedarf Führung und Leidenschaft. Ich treffe heute viele Menschen im Einkauf, die sehr viel Führungspotenzial und Leidenschaft mitbringen. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten und eine Innovationsplattform bereitzustellen, wo wir gemeinsam die Zukunft des Einkaufs neu definieren. So wird der Einkauf für Unternehmen weitaus wichtiger und wertvoller als er es noch heute ist.“
Hintergrund der Kooperation: Zuletzt war SAP gegenüber US-Konkurrenten wie Oracle in Rückstand geraten, weil die Walldorfer den Trend hin zum Anbieten von Software-Dienstleistungen via Cloud bis 2014 verschlafen hatten und weiterhin auf Installation beim Kunden vor Ort setzten. Mithilfe von IBM soll der Umbau weiter vorangetrieben werden.
Technisch soll dafür SAPs Hana-System in IBMs Cloud integriert werden. Der Betrieb wird von den traditionellen x86er-Systemen von Intel auf IBMs Power-Systeme portiert. Beide Konzerne hoffen, so neue Kundenkreise zu erreichen. SAP diejenigen, die nicht auf Server-Technik auf Basis von Intel-Prozessoren setzen, sondern auf IBM; IBM setzt darauf, dass sich durch die Kooperation „Watson“ weiter verbreitet.
Damit Kunden ihre Geschäftsprozesse digital, programmierbar und intelligenter machen können, will SAP die IoT-Plattform SAP Leonardo mit zusätzlichen Funktionen wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning erweitern. Verknüpft mit Daten aus der klassischen SAP-Welt soll die IoT-Plattform alle Anwendungen intelligenter machen.

Sabine Schulz-Rohde


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