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Lug und Trug

Wirtschaftskriminalität
Lug und Trug

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Wirtschaftskriminalität trifft jedes zweite Transport- und Logistikunternehmen und verursacht Millionenschäden. Dennoch verzichtet das Gros der Betriebe auf Compliance-Programme.

Betrug, Unterschlagung, Korruption und andere Delikte schädigen gut die Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche. Damit ist die Branche in etwa genauso stark von Wirtschaftskriminalität betroffen wie die deutschen Unternehmen insgesamt, wie aus der Branchenauswertung „Wirtschaftskriminalität – Transport und Logistik“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Universität Halle-Wittenberg hervorgeht.

Die Auswertung zeigt, dass sich das Risikoprofil im Transport- und Logistikgewerbe zum Teil deutlich von dem in der Gesamtwirtschaft unterscheidet. So ist in der Branche ein etwas größerer Teil der Unternehmen von Vermögensdelikten (36 Prozent vs. 32 Prozent alle Branchen) sowie dem Diebstahl vertraulicher Kunden- und Unternehmensdaten betroffen (16 Prozent vs. 12 Prozent alle Branchen). Besonders groß ist die Diskrepanz bei den wettbewerbswidrigen Absprachen: Während 13 Prozent der Transport- und Logistikunternehmen mindestens einmal mit diesem Delikt konfrontiert waren, trifft dies insgesamt nur auf sechs Prozent der Befragten zu. Mehr als jeder vierte Transporteur oder Logistiker (27 Prozent) schätzt den branchenspezifischen Anteil von Absprachen auf 20 bis 30 Prozent.
Preis- und Gebietsabsprachen sind in der Transport- und Logistikbranche noch immer anzutreffen. „Immerhin jeder fünfte Befragte hält es für möglich, dass seinem Unternehmen künftig von einem Wettbewerber eine Kartellbildung vorgeschlagen wird. Die Erfahrung zeigt, dass aufgedeckte Absprachen zu großen finanziellen Schäden und Reputationsverlusten führen. Nicht zuletzt drohen erhebliche Geldbußen der Kartellbehörden. Deshalb müssen die Unternehmenslenker mit einem gut funktionierenden Compliance-System sicherstellen, dass derartige Angebote von jedem Mitarbeiter im Unternehmen zurückgewiesen werden“, kommentiert Klaus-Dieter Ruske, Partner der Beratungsgesellschaft und Leiter des Bereiches Transport und Logistik. Tatsächlich verursachen wettbewerbswidrige Absprachen die mit Abstand höchsten Schäden. Auch Korruptionsdelikte treffen Transport- und Logistikunternehmen häufiger als Unternehmen anderer Branchen. Über (mindestens) einen konkreten Schadensfall zwischen 2009 und 2011 berichteten 14 Prozent der Transporteure und Logistiker im Vergleich zu 12 Prozent der Befragten aller Branchen. Bislang hat lediglich ein Viertel (26 Prozent) der Transport- und Logistikunternehmen ein Compliance-Programm implementiert. Damit liegt die Branche weit unter dem Durchschnitt (52 Prozent). dz
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