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Manager auf Zeit

Interim Management als flexibles Personalinstrument
Manager auf Zeit

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Ein internationales Projekt mit speziellen Herausforderungen steht an, der Abteilungsleiter hat überraschend gekündigt oder eine Umstrukturierung muss gemeistert werden. Nicht selten sind das Situationen, in denen Unternehmen personaltechnisch gesehen an ihre Grenzen stoßen. Eine Lösung für das Problem: der Einsatz von Interim Managern.

Die Zeit drängt, interne Ressourcen fehlen. Immer häufiger wird auch in Deutschland zur Bewältigung von Engpässen auf einen Interim Manager zurückgegriffen. Das Konzept des zeitlich begrenzten Einsatzes von hoch qualifizierten Führungskräften entstand in den Siebzigerjahren in den Niederlanden und wurde bis vor einigen Jahren vor allem zur Krisenbewältigung genutzt. Inzwischen hat sich die Bandbreite deutlich erweitert. „Die Anlässe für den Einsatz eines Interim Managers sind vielfältig“, erklärt Antje Lenk, Geschäftsführerin beim Vermittler von Interim Management Bridge imp. „Sie reichen von der klassischen Vakanzüberbrückung im Fall von plötzlichem Ausfall, Krankheit oder Kündigung über projektspezifische Herausforderungen wie Innovationen, Internationalisierung oder Merger bis hin zu Change-Themen oder Sanierung/Restrukturierung.“ Und auch für das sensible Thema der Unternehmensnachfolge bei Mittelständlern und familiengeführten Unternehmen werden immer häufiger Interim Manager eingesetzt, um während der Findungs- und Übergangsphase zu unterstützen.

fachliche und soziale Kompetenz. Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand: Der Interim Manager muss keine Kündigungsfristen beachten und steht sofort und ohne Einarbeitungszeit zur Verfügung, er übernimmt Projektverantwortung und besitzt die erforderlichen Branchenkenntnisse. Gleichzeitig ist er als Externer unparteiisch und unvoreingenommen, was unternehmensinterne Vorgänge betrifft, und hat deshalb häufig eine klarere Sichtweise als festangestellte Mitarbeiter. Zu seinen Kernkompetenzen gehören neben dem nötigen Fachwissen vor allem Durchsetzungs- und Kommunikationsfähigkeit, gleichzeitig braucht er für heikle Aufgaben, die auch personelle Konsequenzen im Unternehmen mit sich bringen, das nötige Fingerspitzengefühl. „Uns ist wichtig, dass wir nicht nur Personen mit Fachwissen und Branchenexpertise vermitteln, sondern belastbare Führungspersönlichkeiten“, betont Lenk. „Eine Umfrage, die wir unter 250 Unternehmern durchgeführt haben, bestärkt uns darin: Für 27 Prozent ist die soziale Kompetenz die wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft, deutlich vor fachlichem Know-how und Erfahrung. Daneben zählen ausgezeichnetes analytisches Denken sowie emotionale und interkulturelle Kompetenz. Hat ein Interim Manager außerdem einen umfangreichen Erfahrungsschatz aus anderen Mandaten sowie eine breite Wissensbasis, kann er leichter neuen Herausforderungen und möglichen Hürden begegnen.“
Vom Krisenmanager zum Experten. Dabei hängt der Einsatz eines Interim Managers weder von der Größe noch von der Branche eines Unternehmens ab. „Das klassische Interim Mandat ist sicher die Übernahme einer Führungsaufgabe in einem mittelständischen Unternehmen“, so Antje Lenk. „Generell aber gilt: Ob in einem Konzern oder in einem mittelständischen Betrieb – immer dann, wenn in einem Unternehmen interne Ressourcen zur Bewältigung einer spezifischen Führungsaufgabe fehlen, macht es Sinn, auf sofort verfügbare, externe Manager – hochqualifizierte Generalisten und Spezialisten – zurückzugreifen. Auch wenn es vielen Unternehmen immer noch als exotisches Personalinstrument gilt, gehen Experten davon aus, dass der Interim-Markt jährlich um 15 bis 20 Prozent wachsen wird. Denn das Image der externen Führungskräfte hat sich gewandelt: Sie gelten nicht mehr nur als Feuerwehrmänner in Krisensituationen, sondern auch als Experten für die Lösung anspruchsvoller Aufgabenstellungen.
Vor allem für Mittelständler ist Interim Management zudem ein probates Mittel im Kampf gegen den Fach- und Führungskräftemangel. „Insbesondere der Mittelstand in eher unattraktiven regionalen Gebieten oder in unsicheren Unternehmenssituationen befindet sich in einer ungünstigen Ausgangssituation hinsichtlich des Recruitings von Fach- und Führungskräften“, weiß Antje Lenk. „Denn viele wechselwillige qualifizierte Bewerber streben eine Karriere in einem namhaften Konzern an, der zudem in mehreren Ländern vertreten ist und auch unter erschwerten Bedingungen noch relativ leicht Talente anziehen oder notfalls Aufgaben international verlagern kann. Im Vergleich dazu sind mittelständische Unternehmen von Rekrutierungsproblemen unmittelbarer und stärker betroffen. Und in Zukunft werden Unternehmen noch mehr auf den Import von externem Fachwissen angewiesen sein, da neue Erkenntnisse und Methoden in immer schnelleren Zyklen zur Verfügung stehen müssen. Hier kann ein Interim Manager kurz- bis mittelfristig eine Lücke schließen. Denn als Experte steigt er ohne Einarbeitungszeit sofort tief in die operative Umsetzung des Themas ein, kann aufgrund seiner Erfahrung mögliche Hürden frühzeitig umschiffen und parallel mit seinem Know-how die Wissensbasis im Unternehmen erweitern. Zudem ist Interim Management auch immer wieder ein gutes Sprungbrett in eine anschließende Festanstellung.“
Die Branche wächst. Dass die Experten auf Zeit zunehmend gefragt sind, unterstreicht auch eine Umfrage, die die Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM) unter Führungskräften auf Zeit und Interim-Management-Unternehmen durchgeführt hat. Danach wird sich das Honorarvolumen für die oberen Führungsebenen in 2014 bei knapp 1,4 Mrd. Euro einstellen und damit über 15 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Die befragten Manager auf Zeit rechnen damit, dass sie durchschnittlich 160 Tage jährlich – und damit fünf Tage mehr als 2013 – im Mandat verbringen werden. Das durchschnittliche Honorar eines Interim Managers wird nach Angaben der DDIM 2014 bei einem Tagessatz von 1150 Euro liegen. Die Anzahl der Interim Manager, die auf den oberen Führungsebenen aktiv sind oder eine umfassende Projektleitungsfunktion mit Ergebnis- und Führungsverantwortung wahrnehmen, steigt auf 7000 gegenüber 6200 in 2013. Zu den wichtigsten Einsatzbranchen gehören Maschinenbau, Automobil und IT/Telekommunikation, aufgabenseitig werden nach Angaben der DDIM vor allem die Themen Restrukturierung und Sanierung, Projektmanagement, Prozessoptimierung und Vakanzüberbrückung gefragt sein.
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