Automobilzulieferer ZF mustert alte Dampfstofflampen aus

Mehr Licht, weniger Unfälle

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Der Automobilzulieferer ZF rüstete seine Produktionshallen am Standort Friedrichshafen um auf effiziente LED-Leuchten. Die neue Technik verbesserte nicht nur die Sicht für die Mitarbeiter, sondern drückte obendrein den Energieverbrauch um 75 Prozent.

Der Blick in die 36 Jahre alte Produktionshalle der ZF Friedrichshafen AG ist beeindruckend. Hier fertigt einer der weltweit größten Automobilzulieferer Teile für die Antriebs- und Fahrwerktechnik. Während die Produkte hoch innovativ sind, war die Beleuchtung in der Halle allerdings in die Jahre gekommen.

Als die Entscheidung fiel, die alten Industrie-Dampfstofflampen durch moderne LED-Leuchten zu ersetzen, war nicht nur das Thema Effizienz ein Grund. An manchen Stellen waren bei den alten Leuchten schon lange die Leuchtmittel ausgefallen. Die ließen sich aber nicht so einfach austauschen, da die Lampen zum Teil an schwer zugänglichen Stellen wie etwa oberhalb von Brennanlagen platziert waren. Insgesamt war die Wartung der Leuchten immer sehr aufwendig. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Mitarbeiter nicht trauten, die Beleuchtung selbst auszuschalten, da die Zuordnung der Lampen und Schalter nicht eindeutig war und ein erneutes Anschalten zudem lange gedauert hätte. Also strahlten die stromfressenden Lampen im Dauerbetrieb vor sich hin.

Die Entscheidung für die neue Hallenbeleuchtung wurde nicht leichtfertig getroffen. Insgesamt wurden die Leuchten von nicht weniger als zwei Dutzend Herstellern auf Herz und Nieren getestet. Mitarbeiter bewerteten die aufgehängten Musterleuchten anhand eines Fragebogens. Außerdem hielten sich die Zulieferer vom Bodensee an die alte Regel „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ und führten eine Reihe von Messungen durch, um die angegebenen Werte der Hersteller zu überprüfen. Am Ende entschieden sich die Verantwortlichen im Konzern für den Hallentiefstrahler „Acaneo“ des Herstellers Waldmann. Das Modell konnte sich mit seiner Lichtqualität und der niedrigen Blendung deutlich von den anderen Lösungen abheben. Die einfache Montage, die Energiewerte und nicht zuletzt das Verhältnis zwischen Preis und Leistung bekräftigten die Wahl für die Leuchte des Herstellers aus Villingen-Schwenningen.

Die neuen Leuchten wurden an den gleichen Stellen installiert, wo die alten Stromfresser hingen. Die Umrüstung geschah im laufenden Betrieb und an den Wochenenden. Um auch die vielen tückischen Stellen zu erreichen wurden Industriekletterer eingesetzt. Trotz aller Hindernisse war die Installation schneller abgeschlossen als geplant. Eigentlich war für die Umrüstung der Zeitraum von Weihnachten 2016 bis März 2017 vorgesehen. Ende Januar war bereits alles erledigt.

Die neuen Leuchten sind entsprechend der Produktionsabläufe gruppiert und können jetzt von den Mitarbeitern selbst einfach geschaltet oder über eine zentrale Steuerung bedient werden. Damit nur so viel Kunstlicht wie nötig im Einsatz ist, sind die neuen Leuchten über der Fertigung mit Helligkeitssensoren ausgestattet und an den Fahr- und Gehwegen mit Präsenzsensoren. Die Produktionsbereiche sind mit einer Beleuchtungsstärke von 600 Lux versorgt. Dieser Wert liegt sogar über der Norm für Arbeitsbereiche und sorgt für beste Sehbedingungen. Beim Thema Licht halten sich die Friedrichshafener an wissenschaftliche Studien die belegen, dass höhere Beleuchtungsstärken zu weniger Fehlern und Ermüdungserscheinungen und am Ende auch zu weniger Unfällen führen. Außerdem wird durch eine gute Beleuchtung die Leistung der Mitarbeiter allgemein erhöht. Die Flure hingegen sind mit ausreichenden 150 Lux beleuchtet.

Die Mitarbeiter sind mit der neuen Beleuchtung rundherum zufrieden. Helligkeit und Lichtqualität werden positiv wahrgenommen. Für die Entscheider sind besonders die Wartungsfreiheit der neuen Strahler und die Energieeinsparung ein Erfolg. Deshalb wurde bei ZF Friedrichshafen das Modell „Acaneo“ jetzt als Standardleuchte definiert und ist für alle Standorte weltweit vorgesehen. An einigen Niederlassungen ist die Umrüstung bereits in vollem Gange. Nach rund zweieinhalb Jahren sollen sich die neuen LED-Leuchten bei ZF bereits rechnen. Sollte aufgrund der Auftragslage häufiger in drei Schichten gearbeitet werden, würde sich die Amortisationsdauer sogar noch verkürzen. ag


Das Unternehmen

Licht für Menschen

Die Marke Waldmann steht für hochwertige, arbeitsplatzbezogene Lichtlösungen, die sich konsequent an den natürlichen Lichtbedürfnissen des Menschen orientieren. Das Familienunternehmen wurde 1928 als Betrieb für Elektro-Installationen gegründet und wird heute von Gerhard Waldmann in der dritten Generation geführt. In der Unternehmenszentrale in Villingen-Schwenningen sowie in Produktions- und Vertriebsstandorten in zwölf Ländern weltweit sind rund 940 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen entwickelt und produziert Beleuchtungslösungen für die Anwendungsbereiche Büro, Industrie, Pflege und Gesundheit. Hinzu kommen Systeme für die medizinische Phototherapie.



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