Beleuchtung für Büro oder Straße - Mit Licht Strom sparen - Beschaffung aktuell

Beleuchtung für Büro oder Straße

Mit Licht Strom sparen

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Ob im Büro oder auf der Straße – um die Beleuchtung steht es häufig nicht zum Besten. Dabei sollte es angesichts der Strompreise im Interesse der Betreiber liegen, möglichst effiziente Systeme einzusetzen. Lampen, Leuchten, Betriebsmittel und Steuerungen bieten jedenfalls reichlich Energiesparpotenzial.

Dipl.-Ing. Robert Donnerbauer, freier Journalist für Wirtschaft und Technik

Die Stromkosten steigen seit Jahren unentwegt. Dabei bieten sich Unternehmen und Verbrauchern vielfältige Energiesparpotenziale, z. B. bei der Beleuchtung. So werden allein etwa ein Drittel aller Straßen und Autobahnen Europas immer noch mit billiger, aber unwirtschaftlicher Technologie aus den 60er Jahren beleuchtet: Quecksilberdampflampen. „Diese 35 Millionen veralteten Lampen verbrauchen zweimal so viel Strom wie nötig und sind damit eine erhebliche finanzielle Belastung für die Gemeinden und Steuerzahler“, erläutert Robert Pfarrwaller von Philips Lighting, Hamburg, zugleich Vorsitzender des Fachverbandes Elektrische Lampen im ZVEI. Gegenwärtig würden trotz schneller Amortisierung pro Jahr aber etwa nur 3 Prozent der alten Quecksilberdampflampen und Vorschaltgeräte durch neue Technologien ausgetauscht. Dabei ließen sich durch die Modernisierung jährlich europaweit bis zu 700 Millionen Euro an Betriebskosten sparen und 3,5 Mio. Tonnen CO2 vermeiden.
So wirbt Philips für seine neue Straßenleuchten-Familie CitySoul mit effizienten Optiken, Vorschaltgeräten und Steuerungssystemen. Die Anwendungen reichen von Haupt- und Wohnstraßen bis zu Parkzonen und Plätzen. Dafür stünden verschiedene Lampen und Optiken für Straßen, Radwege oder Fußgängerüberwege zur Verfügung. Beispielsweise liefere das CosmoPolis-Lampensystem natürlich weißes Licht für erhöhte Sicherheit. Zudem erlaube dies eine Vergrößerung der Mastabstände um bis zu 15 Prozent. Und die neue Glasbeschichtung DynaClean trage dazu bei, dass „Staub und Schmutz aktiv vom Glas ferngehalten“ werde. Diese Selbstreinigungsbeschichtung verlangsame den Abfall der Beleuchtungsleistung über die Zeit und reduziert so die notwendige Wartung um mehr als 5 Prozent.
Nicht besser sehe es in Büros aus: Laut einer Philips-Untersuchung fänden sich in drei von vier deutschen Büros ineffiziente Beleuchtungssysteme. Bereits die Umstellung von Leuchtstofflampen-Systemen mit magnetischen Vorschaltgeräten auf moderne Lampentechnologien mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) führe zu realistischen Einsparungen von 200 Millionen Euro im Jahr, so Pfarrwaller. Durch den Einsatz von Lichtregelsystemen verdopple sich dieser Betrag sogar. Häufig amortisiere sich eine Investition innerhalb von nur drei Jahren. Außerdem könnte allein Deutschland damit seine CO2-Emissionen pro Jahr um 1,4 Mio. Tonnen reduzieren.
Aufgrund des Hochfrequenzbetriebs reduzierten EVG die Leistungsaufnahme von Leuchten unter die für den 50-Hz-Betrieb angegebene Lampenleistung, woraus eine Energieersparnis von 25 Prozent resultiere, bestätigt man bei Tridonic Atco, Dornbirn/Österreich. Mit ihren neuen, digital dimmbaren Versionen (PCA Eco oder PCA Exel one4all) lasse sich das Helligkeitsniveau der Sehaufgabe und dem Lichtbedarf ideal anpassen, wodurch der Energiebedarf nochmals um bis zu 70 Prozent reduziert werden könne. Daraus resultiere in Summe (hoher Lampenbetriebswirkungsgrad, geringer Eigenverbrauch der EVG und Möglichkeit der Tageslicht- und Anwesenheitssteuerung) ein Gesamteinsparpotenzial von bis zu 80 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Regiolux, Königsberg, bei der Beleuchtungssanierung einer 600 m² großen Industriehalle. Der Ersatz von 184 einlampigen Oberlichtern mit T8-Leuchtstofflampen und konventionellen Vorschaltgeräten durch neue Lichtbänder aus 90 Leuchten mit je zwei T5- Leuchtstofflampen an dimmbaren EVG habe zu einer jährlichen Energieeinsparung von 76 Prozent geführt.
Die Hersteller können bei ihren Leuchtendesigns die Fortschritte der Lampentechnik nutzen. So setzt Erco Leuchten, Lüdenscheid, auf kompakte Halogen-Metalldampflampen (HIT) mit nur 20 W. Sie kommen in speziell angepassten Strahlerfamilien (Optec, Pollux u.a.), Deckeneinbauleuchten (Lightcast oder Gimbal), Wandflutern (wie Quadra) oder Bodeneinbauleuchten (wie Tesis) zum Einsatz. „Die hohe Lichtausbeute reduziert Energiekosten, führt zu weniger Wärmelast und damit gesenktem Klimatisierungsaufwand“, fasst man bei Erco Leuchten die Vorteile zusammen. Dies habe sich bereits in der Praxis bewährt, z .B. bei der Beleuchtungs-Modernisierung in der Glaspyramide des Kunstmuseums Louvre in Paris. Dort wurden die alten 100-Watt-Niedervolt-Halogenglühlampen durch 20 W HIT in neu konstruierten Leuchtenkassetten ersetzt. Als schönen Nebeneffekt habe man die Wartungszyklen auf das Dreifache vergrößern können.
Damit im Büro nicht nur Energie gespart wird, sondern auch die Menschen sich wohler fühlen, kommt es auf ein stimmiges Lichtkonzept an. Es geht um ein optimales Zusammenspiel von effizienten Lampen, Leuchten und Steuerungen. Zumtobel Lighting, Dornbirn/Österreich spricht bei seinem Task-Area-Konzept von bis zu 60 Prozent Energieersparnis bei der tageslichtabhängigen Steuerung, oder von bis zu 30 Prozent bei einer Zeit- und Anwesenheitssteuerung. Waldmann Lichttechnik, Villingen-Schwenningen, verfolgt die Lichtphilosophie Twin-C – die Verbindung von Lichtqualität und Effizienz. So biete ihre Stehleuchte tycoon mit Direkt/Indirekt-Lichtlenkung dank einer speziellen Mikroprismenstruktur der Streuscheibe einen Wirkungsgrad von über 70 Prozent. Zu dem angenehmen Lichtkomfort komme noch bis zu 80 Prozent Energieeinsparung durch das integrierte Lichtmanagementsystem Pulse mit Präsenz- und Tageslicht-Sensorik. D. h., die Leuchte regiert auf kleinste Bewegungen im Raum, schaltet sich entsprechend ein oder aus. Die Lichtintensität richtet sich gleichzeitig nach der einstrahlenden Helligkeit des Tageslichts.
Ein neuer Trend und neue Möglichkeiten tun sich mit Leuchtdioden (LED) auf. Bislang überwiegend als Signal-, Reklame-, Hintergrund- oder Displaybeleuchtung eingesetzt, stünden LED nun auch in der Allgemeinbeleuchtung vor dem Durchbruch, erklärt Pfarrwaller. „Im LED-Markt ist mittlerweile ein Wettlauf entstanden, der Formel-1-Charakter erhalten hat. Der Fokus in der Forschung liegt klar auf einer Steigerung der Lichtausbeute. Das wird dazu führen, dass LED in wenigen Jahren zu den effizientesten Lichtquellen überhaupt gehören.“ Auch Dirk Oldenburg, Geschäftsführer von Paulmann Licht, Springe-Völksen, schwärmt ob der neuen Möglichkeiten allein schon aufgrund der Bauform ohne Gewinde/Fassung. Die Lichtausbeute sei schon jetzt enorm. So hat Paulmann Licht für sein Seilsystem kürzlich Leuchten mit 9 x 2 Watt (also 18 Watt) vorgestellt. „Das sind wirklich Lichtkanonen“, so Oldenburg. Ludwig Leuchten, Mering, hat seine neue Schreibtischleuchte Flatled II mit 12 LED ausgerüstet – jeweils 6 Stück mit 3000 K und 6000 K. Dies ergebe im Mittel eine „angenehme und ergonomische“ Lichtfarbe von 4500 K. Die Leistung betrage nur 15 W bei einem Lichtstrom von 525 lm. Dies entspreche rund 500 lx auf der Arbeitsfläche.
(Kelvin = K
Lumen = lm
Lux = lx)
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