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Operationszentrale für den asiatischen Raum

Taiwan
Operationszentrale für den asiatischen Raum

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Taiwan nimmt im Handel mit Asien und besonders mit China eine Schlüsselrolle ein. Das Land kann für deutsche Unternehmen wegen der guten Infrastruktur, dem etablierten Rechtssystem und dem hohen Grad der Industrialisierung eine hervorragende Basis für ihre Geschäfte in Asien sein.

Am Anfang standen Champignons und Spargel. Dies ist keine Schöpfungsgeschichte des Gemüses, sondern die der modernen taiwanesischen Industrie. Denn: in den 50er Jahren waren dies die ersten Produkte mit denen Taiwans Wirtschaft auf den Weltmarkt drängte. Damals waren es außerdem einfache Plastikerzeugnisse, arbeitsintensive Produkte oder Textilien, die Taiwans Wirtschaft exportierte.

Doch seit den Zeiten Chiang Kai-sheks hat sich die taiwanesische Wirtschaft rasant entwickelt. Dies zog natürlicherweise einen rasanten Strukturwandel mit sich.
Arbeitsintensive Produkte wurden in immer stärkerem Maße von technologisch hochwertigen Produkten abgelöst. So verwundert es heute niemanden mehr, daß Taiwans Industrie weltweit führend in der Herstellung von Schaltkreisen oder ein bedeutender Produzent und Exporteur von Computern und Zubehör ist. Um Taiwans Stellung bei technologisch hochwertigen Produkten weiter auszubauen, fördert der taiwanesische Staat Wirtschaftssektoren, wie die Informations- und Kommunikationstechnik, die Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrt, Werkstofftechnik und Umwelttechnik. Eine zunehmende Bedeutung hat der Bereich Finanz- und Geschäftsdienstleistungen, wohingegen die Landwirtschaft an Bedeutung verloren hat. Ein zentraler Punkt in der Wirtschaftspolitik Taiwans ist, das Land bei ausländischen Investoren als Operationszentrale für den asiatisch-pazifischen Raum bekannt zu machen. Hierzu bietet der Staat besonders Investitionsanreize bis hin zur möglichen Steuerbefreiung für fünf Jahre, sowie andere Vergünstigungen und Hilfen, die ausländischen Unternehmen gewährt werden. Die Zoll- und Einfuhrbestimmungen wurden in den letzten Jahren wesentlich liberalisiert.
Investitionsmöglichkeiten für Ausländer
Auch die Investitionsmöglichkeiten für Ausländer in Taiwan wurden liberalisiert. So ist es auch für sie künftig möglich in Taiwan Grund und Boden zu erwerben und im Immobiliengeschäft tätig zu werden, sowie sich im Telekommunikationsdienst zu engagieren. Das taiwanesische Pro-Kopf-Einkommen kletterte von 145 $ im Jahre 1951 auf 12.439 $ 1995. Das Bruttosozialprodukt stieg im letzten Jahr um rund 6% auf 253,3 Mrd. $. Die jährliche Zuwachsrate der Industrieproduktion wird 1996 wohl bei 5,6% liegen. Dies entspricht dem etwas verlangsamten Wachstum der anderen „Tiger-Staaten“ in Asien. Der Grund liegt in dem hohen Industrialisierungsgrad, den alle diese Staaten mittlerweile erreicht haben.
Deutschland verliert Marktanteile
Deutschland war in den vergangenen Jahren Taiwans wichtigster Handelspartner in Europa. Taiwan importierte 1995 Waren im Wert von 5,7 Mrd. $, während die taiwanesischen Exporte nach Deutschland einen Wert von 3,8 Mrd. $ ausmachten. Doch im Laufe des Jahres 1996 haben sich Verschiebungen ergeben: Der Handel mit Deutschland ging um 8,1% zurück, während er im gleichen Zeitraum mit den Niederlanden um 18,8% und mit Großbritannien um 16,3% stieg. Diese Entwicklung hat sicherlich verschiedene Ursachen. Hier spielt die Verlagerung taiwanesischer Produktionsstätten ebenso eine Rolle, wie Handelserleichterungen, niedrigere Steuersätze, kostengünstigere und einfachere Handhabung der Umsatzsteuervorauszahlung in diesen Ländern im Gegensatz zu Deutschland. Eine Chance für die deutsche Industrie könnten die geplanten Investitionen der taiwanesischen Wirtschaft in Bereiche, wie Logistik und Umweltschutz sein.
Einzelne Branchen in Taiwan sind in hohem Maße wettbewerbsfähig und bieten auch für Einkäufer aus Deutschland ein interessantes Sourcing-Potential. Neben der Computerindustrie ist dies auch besonders der Maschinenbau und der Werkzeugmaschinenbau. Der taiwanesische Maschinenbau verzeichnete 1995 einen Umsatz von 11,2 Mrd. $. Rund 1/3 hiervon wurde allein in China abgesetzt. Bei Werkzeugmaschinen stieg die Gesamtproduktion im vergangenen Jahr um 32,9%. Über die Hälfte der Maschinen entfiel auf spanabhebende Werkzeugmaschinen. Hier standen Bearbeitungszentren an erster Stelle, gefolgt von NC- und anderen Drehbänken. Ein großer Teil der Werkzeugmaschinen ging in den Export: 1995 stieg die Ausfuhr um 40,8%. Für deutsche Unternehmen könnten auch in Zukunft Handelsgeschäfte mit China via Taiwan interessant sein. Da viele deutsche Unternehmen gerade dabei sind ihre Asien-Strategien auszurichten, sollten die Entscheider Taiwan als die Handelsdrehscheibe nach China in ihre Überlegungen mit einbeziehen. (wl)
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