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Outsourcing einzelner Beschaffungsbereiche

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Outsourcing einzelner Beschaffungsbereiche

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Outsourcing ist ein Thema, das seit Jahren im Fokus der Unternehmenspolitik steht. Angetrieben vor allem im Zuge der Globalisierung als innovativer Schritt, gibt es heutzutage kaum mehr ein Unternehmen, dass nicht gewisse Sparten ausgegliedert hat oder zumindest Materialien oder Produkte fremd bezieht. Die Kernfrage, die sich ein jeder Manager dazu stellen sollte lautet, warum man etwas macht, dass jemand anderes günstiger liefern kann. In der Gruppe Procurement Professionals [ www.linkedin.com] auf LinkedIn wurde dazu passend die Frage erörtert, ob es Sinn macht gewisse Beschaffungsbereiche auszugliedern.

Während bei Bereichen wie der Kantine, Sicherheitsdiensten, Teilen des Personalwesens, Schulungen oder der Gebäudewartung schon nicht mehr von Outsourcing gesprochen wird, sondern die Leistungen einfach bei Fremdfirmen selbstverständlich eingekauft werden, stellt die Beschaffung einen der Kernbereiche einer jeden Unternehmensstrategie dar. Sie auszugliedern hat eine Reihe von Vor- und Nachteilen.
In erster Linie hängt es von den Prozessen und dem Produkt ab, ob ein Outsourcing der Beschaffung möglich ist. Ein Ziel, neben dem Einsparen von Kosten ist es, die Arbeitskraft der eigenen Belegschaft von einfachen, repetitiven Aufgaben hin zu strategischen, projektorientierten Aufgaben umzulegen. Bestellungen zu platzieren, den Verwaltungsakt zu dokumentieren oder ähnliche Standardarbeiten können auch von Arbeitern erledigt werden, die in Ländern mit niedrigeren Lohnkosten arbeiten. Dadurch bleibt In-House mehr Zeit für strukturelle Herausforderungen, wie der passenden Zuliefererwahl, dem Vertragsmanagement und der Beziehungspflege zu Zulieferern. Wichtig dabei ist, die richtige Planung, Umsetzung und das kontinuierliche Überwachen des Prozesses. Durch das Bilden von Synergien ergeben sich für beide Seiten Win-Win Situationen, die die Performance verbessern und Kosten reduzieren.
Eine weitere Möglichkeit des Outsourcings innerhalb der Beschaffung beschreibt der Artikel von Rich Rafdahl [ www.costreductionspecialistssite.com.] Laut dem Autor macht es Sinn Agenturen in bspw. Schwellenländer zu engagieren, die durch jahrelange Erfahrung in ihrem Markt die passenden, vertrauensvollen Zulieferer kennen. Dadurch dass eine Drittfirma das Bindeglied zwischen dem Unternehmen und dem Zulieferer herstellt, lassen sich einige Probleme vermeiden. Neben dem Zeitvorteil, da das Suchen nach geeigneten Zulieferern das Team vor Ort übernimmt, spricht dieses darüber hinaus die gleiche Sprache und kann so bei Problemen schnell reagieren und Hindernisse bewältigen, welche die Abteilung im Unternehmen selbst vor große Probleme stellen würde. Durch die tägliche Zusammenarbeit kann die professionelle Auslandseinheit ineffiziente Arbeitswege aufzeigen die vorher nicht aufgefallen sind oder neue Ideen zur besseren Bearbeitung einbringen.
Findet man hier den geeigneten Partner, wirkt sich dies positiv auf den Unternehmenserfolg aus. Schlecht gemanaged, führt es jedoch zum wahren Kostengrab. Vertritt der Partner nicht die gleichen Interessen wie der Kunde, sondern schaut nur auf den eigenen schnellen finanziellen Vorteil, kann dies keine furchtbare Beziehung zur Folge haben. Ebenfalls könnten bereits bestehende Zulieferer Vertrauen zum Unternehmen verlieren, wenn diese plötzlich mit einer dritten Partei kooperieren müssen. Qualitätseinbußen und verspätete Lieferungen durch mangelnde Kommunikation könnten weitere Folgen sein.
Ein allgemeines Problem von Outsourcing an sich ist, dass ein Unternehmen den ausgegliederten Bereich nicht vernachlässigen kann, denn die Verantwortung dafür, geben sie nicht einfach weiter. In diesem Falle bedarf es mindestens eines kompetenten Ansprechpartners im Kernunternehmen, der das Outsourcing betreut und so den Prozess überwachen kann, damit Zielvorgaben eingehalten werden. Dieser Koordinationsaufwand kann sehr zeitintensiv sein, entscheidet aber über den letztendlichen Erfolg. Probleme im eigenen Unternehmen kann es auch dadurch geben, dass Mitarbeiter den Weg nicht mitgehen wollen, da sie um ihren Arbeitsplatz fürchten.
Die Vielzahl der Diskussionsteilnehmer ist davon überzeugt, dass Outsourcing im Beschaffungsbereich zum Unternehmenserfolg beitragen kann, jedoch nur wenn es gut betreut und überwacht wird. Dazu müssen klare Zielvorgaben vereinbart sein und der komplette Prozess muss genau durchdacht sein und bereits effizient funktionieren.ft
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