Keller & Kalmbach präsentiert intelligente Warenbewirtschaftung

Revolution im C-Teile-Management

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Der C-Teile-Spezialist Keller & Kalmbach hat eine IT-basierte Lösung zur automatisierten Warenbewirtschaftung vorgestellt. Diese ermöglicht die Steuerung aller Material- und Informationsflüsse von Artikeln mit wiederkehrenden Bedarfen. In eLogistics werden alle relevanten Informationen gebündelt und gesteuert. Im selben Zuge wurde das Zentrallager in Hilpoltstein erweitert.

Die vierte industrielle Revolution – die erste bestand in der Mechanisierung, die zweite in der Massenfertigung an Fließbändern, die dritte im Einsatz von Elektronik und IT – bezeichnet die Verzahnung der industriellen Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Die technologische Grundlage ist das Internet der Dinge, welches zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten verwendet wird. „Eine wesentliche Rolle der Industrie 4.0 kommt der Logistik zu. Die richtigen Dinge und Daten zur richtigen Zeit am rechten Ort zu haben, ist unabdingbare Voraussetzung für eine vernetzte, automatisierte Produktion“, erläutert Dr. Florian Seidl, Geschäfsführer von Keller & Kalmbach.

In der Industrie 4.0 wird der Anstoß für logistische Prozesse nun nicht mehr von großen, zentralen Systemen gegeben, sondern durch Systeme, die sich selbst steuern und ihren Nachschub, sei es für die Produktion oder für den Betriebsunterhalt, automatisch bestellen. So kann eine Maschine mitteilen, dass eine Reparatur oder ein Ölwechsel anstehen oder der Nachschub ans Band kann automatisiert angestoßen werden. Keller & Kalmbach will bei dieser Entwicklung ganz vorne mit dabei sein.
„Am 1. Juni haben wir eLogistics vorgestellt, ein zentraler Baustein für das Internet der Dinge, sozusagen Logistik 4.0. Das System befindet sich seit einem Jahr in der Erprobungsphase. Jetzt bietet es Keller & Kalmbach exklusiv auf dem deutschen Markt an. Mit eLogistics ist es möglich, automatisierte Anstöße zur Nachlieferung von Waren zu geben, diese Prozesse mit den Abläufen im Werk zu verzahnen und entsprechende Nachschübe intern oder extern zu organisieren“, so Seidl.
Besonders interessant ist die Anbindungsmöglichkeit für mehrere externe Lieferanten – das System ist eine offene Plattform. Auf dem Keller & Kalmbach Innovationsforum hielt unter anderen Prof. Dr.-Ing. Klaus Richter, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, einen Vortrag über die Industrie 4.0 im Zeichen des digitalen Zeitalters. Dabei zeigte er vor allem auf, wie diese technologische Revolution, die einen grundlegenden Paradigmenwechsel mit sich bringt, nämlich weg von der zentralen Prozesssteuerung hin zu einer dezentralen Selbstorganisation, sich vieler Erfindungen und Entwicklungen aus dem Consumer-Bereich bedient. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wird neu definiert. Die Fabrik der Zukunft ist ein industrielles Ökosystem.
Die Vision der Unterschleißheimer ist, dass sie weitgehend automatisiert den gesamten Prozess von der Bedarfsermittlung über die Disposition, Bevorratung, Lieferung bis hin zur Abrechnung für ihre Kunden abwickeln können. Dazu werden die internen Prozesse weiter digitalisiert und automatisiert. Dabei soll es aber nicht zu einem Stellenabbau kommen. Im Gegenteil: „Wir werden nicht weniger Mitarbeiter beschäftigen, sondern wollen unsere Kunden künftig noch stärker technisch und logistisch beraten, damit wir zusammen mit ihnen ihre Prozesse optimal gestalten und damit unseren Kunden helfen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen“, erläutert Seidl.
50 Prozent des Zeiteinsatzes sollte auf Produkte mit hoher Komplexität und hoher strategischer Bedeutung gelegt werden. Auf den entgegengesetzten Quadranten sollten maximal 5 bis 10 Prozent des Zeiteinsatzes verwendet werden. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um C-Teile.
Die C-Teile stellen ungefähr 2 bis 6 Prozent vom Gesamteinkaufsvolumen dar. Sie können jedoch bis zu 60 Prozent aller Teilenummern ausmachen, mit bis zu 80 Prozent aller Lieferanten und bis zu 40 Prozent Zeiteinsatz. Im Bereich der C-Teile sind die Prozesskosten bis zu viermal so hoch wie der Einkaufswert. Bei einem Betrieb mit rund 50 000 Bestellungen im Jahr ergibt sich hier ein Einsparpotenzial von bis zu2 Mio. Euro (Zahlenmaterial BME). Erreicht man hier eine weitgehende Automatisierung, könnten sich die Einkäufer auf die wirklich wichtigen Aufgaben konzentrieren: Design-to-Cost, Lieferantenentwicklung, neue Beschaffungsmärkte, Target Costing etc.
Die Anforderungen in der Produktionsversorgung werden immer komplexer, Reaktions- und Entwicklungszeiten kürzer und es ist wichtiger denn je, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. „Wir befinden uns inmitten der vierten industriellen Revolution und der Weg führt unweigerlich zur sogenannten Smart Factory. Umso wichtiger ist es für Einkauf und Logistik, standardisierte Infrastrukturen zu schaffen“, so der Geschäftsführer weiter.
ELogistics von Keller & Kalmbach ist eine intelligente, IT-basierte Lösung zur automatisierten Warenbewirtschaftung, die genau hier ansetzt. Die Plattform ermöglicht die Steuerung aller Material- und Informationsflüsse von Artikeln mit wiederkehrenden Bedarfen. In eLogistics werden alle relevanten Informationen gebündelt, gesteuert und ausgewertet. Eine Besonderheit ist der bidirektionale Datenaustausch. Hierbei werden die Daten nicht mehr nur monodirektional, also in der Regel Bestelldaten vom Kunden zum Lieferanten gesendet, sondern auch gezielt zurück übertragen. So wird beispielsweise die Liefermeldung direkt als Information auf dem Transponder angezeigt, der sich am Behälter befindet. Im Zusammenspiel mit eLogistics kommt die neueste Generation von Kanbanlösungen von Keller & Kalmbach zum Einsatz: turnLOG 2, pushLOG 2, reachLOG, weightLOG, dropLOG, moveLOG und parkLOG. Bei turnLOG wird der Bedarf durch Drehen des Behälters ausgelöst. Bei pushLOG, das sich für sperrige Artikel anbietet, durch Drücken eines Bestellknopfs. Bei reachLOG erfolgt die Bestellauslösung über Sensoren, die den Füllgrad eines Behälters „abgreifen“. weightLOG hingegen knüpft direkt am Gewicht des im Behälter befindlichen Materials an, welches durch Sensoren, die sich direkt im Behälter befinden, ermittelt wird. Bei dropLOG erfolgt die Bestellauslösung durch Einwurf eines leeren Behälters in eine Box und bei parkLOG, indem ein Behälter auf einer Matte, die sich in der Regel auf dem obersten Regalboden befindet, abgelegt wird. moveLOG steht für eine Bedarfsauslösung in Form der sogenannten „Pulkerfassung“. Durch Passieren eines Tors bzw. Gates mit mehreren Behältern, die sich z. B. auf einem Wagen oder einer Palette befinden, wird der Bedarf gleichzeitig für alle Behälter ausgelöst. „Mit diesen neuen Systemen, die auch kombiniert zum Einsatz kommen können, werden heute und in Zukunft alle Anforderungen an moderne Kanbansysteme erfüllt“, erläutert Michael Zimanis, Leiter Customer Project Management Keller & Kalmbach.
Charakteristik der Logistiksysteme von Keller & Kalmbach
  • Statusmeldung zur Bestellung und Lieferung auf dem Etikett dank bidirektionaler Kommunikation
  • Schnelle „Verheiratung“ von Etikett und Behälter mittels NFC (Nearfield Communication)-Technologie
  • Transponder zehn Jahre energieautonom
  • Prozesse werden überwacht, gesteuert und protokolliert
  • statistische Auswertung mittels Online-Tool
  • fehlende Behälter oder defekte Transponder werden vom System erkannt
  • automatisches Erkennen von unlogischen Bestellungen (zum Beispiel Doppelbestellungen)
  • Einbindung von Drittlieferanten
  • Steuerung der Inhouse-Logistik
  • Anbindung an bestehende ERP-Systeme

  • Erweitertes Zentrallager in Betrieb genommen

    Hintergrund

    Das Zentrallager und Distributionszentrum von Keller & Kalmbach in Hilpoltstein gehört zu den modernsten und leistungsfähigsten im Markt. Mit dem zweiten Bauabschnitt (Fertigstellung in 2016) wurde nicht nur die Lagerkapazität mehr als verdoppelt, sondern auch die Kapazität der Fördertechnik. Zudem wurde eine 2600 qm große Halle für weitere Kommissionierungen, KLT-Befüllungen, Umpacken, Sortieren und Set-Bildung errichtet.
    Mit dem neuen Abschnitt wird das Palettenlager von 35 000 auf 72 000 Stellplätze erweitert. Die Kapazität des automatischen Kleinteilelagers wird mehr als verdoppelt und enthält nun 301 000 Stellplätze.
    Das Gesamtvolumen der Neuinvestition wird mit 23 Mio. Euro noch über den Kosten der Erstinvestition liegen. Nach diesem Bauabschnitt könnte dann mit einer dritten Baustufe die Lagerkapazität und Kommissionierleistung noch einmal vergrößert werden.

    Alexander Gölz,Redakteur Beschaffung aktuell


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