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Sicherheit und weitere Tops in der IT

IT-Trends 2014
Sicherheit und weitere Tops in der IT

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Für viele Unternehmen spielt die Sicherheit nach wie vor eine zentrale Rolle, wenn es um das Thema IT geht. Die Rolle des CIO hat dagegen an Bedeutung verloren. Das geht aus der aktuellen IT-Trends-Studie 2014 von Capgemini hervor.

Die Kapazitäten der unternehmenseigenen Clouds wurden in den vergangenen Monaten fast verdoppelt, sodass sie jetzt knapp 30 Prozent aller IT-Services bereitstellen. „Die Tür in Sachen Cloud ist in Deutschland weiter geöffnet. Unternehmen haben die Dos and Don’ts im Cloud-Bereich inzwischen gut gelernt und genügend Erfahrung für einen breiteren Einsatz. Da ist die NSA-Affäre kein Hindernis – auch wenn sie sicher noch einmal das Sicherheitsbewusstsein geschärft hat“, erklärt Dr. Uwe Dumslaff, Chief Technology Officer bei Capgemini in Deutschland. Der Public Cloud oder Services von Dritten stehen CIOs aber immer noch skeptisch gegenüber: Ihr Nutzungsgrad liegt bei lediglich etwas mehr als vier Prozent der Gesamtleistung der IT.

Tops und Flops: Die anhaltende Skepsis gegenüber Anbieter-Clouds wurde möglicherweise von der neu entfachten Sicherheitsdebatte gefördert, die sich auch auf die Wahl der wichtigsten Technologien 2014 ausgewirkt hat: Mit Business Continuity, Schutz vor Malware und Security Compliance stehen neben Virtualisierung und Integration von Standard- und Individualsoftware überraschend viele Sicherheitsthemen auf den ersten fünf Plätzen. Die Affäre um die Abhöraktionen britischer und amerikanischer Geheimdienste schlägt sich außerdem darin nieder, dass der Schutz vor Industrie- und Datenspionage in diesem Jahr stark an Bedeutung gewann (zweithöchster Zuwachs mit +0,64 Punkten auf einer Skala von 1 = sehr wichtig bis 6 = völlig unwichtig in den kommenden Jahren).
Keine Bedeutung für ihr Unternehmen messen die befragten CIOs ähnlich wie bereits im letzten Jahr App Stores für Kunden oder auch Bring Your Own Device zu.
Machine-to-Machine-Kommunikation. Machine-to-Machine-Kommunikation ist das Thema mit dem höchsten Bedeutungszuwachs (+0,69) und damit der Aufsteiger des Jahres: 23 Prozent setzen es bereits ein, zwölf Prozent implementieren noch und weitere 13 Prozent sind in der Planungsphase. Nach jahrelangem Zögern setzen jetzt viele Unternehmen Projekte an, um lohnende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Darüber hinaus arbeiten viele CIOs in diesem Jahr an der Planung und Implementierung von Enterprise Collaboration-Plattformen, Lösungen für das Identity und Access Management sowie an der Einbindung von Kunden in die digitale Prozessabwicklung.
Sourcing. Wenn es viel zu tun gibt, setzen viele Unternehmen auf die Hilfe von externen IT-Spezialisten. Ihr Anteil an den von der IT-Einheit erledigten Arbeiten stieg in diesem Jahr um 1,5 Prozentpunkte auf insgesamt gut 21 Prozent. Sie sollen Personalengpässe überbrücken, Spezial-Know-how ins Unternehmen bringen oder neue Projekte anschieben, für die die Stammbelegschaft keine Zeit hat. Die Leistungen von Externen können meistens sehr flexibel eingekauft werden, sodass Unternehmen keine langfristigen Verpflichtungen eingehen. In manchen Branchen sind Freelancer ein fester Bestandteil der Organisation geworden.
Das gilt zum Beispiel für Finanzdienstleister, die fast 30 Prozent und damit den höchsten Anteil ihrer Eigenleistung mithilfe von externen Spezialisten erbringen. Häufig sind sie es, die neue Software entwickeln und implementieren, begleitet von einer kleinen Anzahl eigener Mitarbeiter, die koordinieren und den Kontakt zu den internen Gremien herstellen. Wenn die Anwendung in den Regelbetrieb übergeht, übernimmt die IT-Abteilung die Pflege und Wartung, während sich die externen Entwickler wieder um ein neues Projekt bei einem anderen Auftraggeber kümmern.
Es gibt immer Projekte, die erst ausgelagert und dann wieder ins Unternehmen zurückgeholt werden. In diesem Jahr haben sich 28 Prozent der Befragten zu einem solchen Schritt entschlossen. Dabei ging es in erster Linie um Application-Management-Projekte, Entwicklungsaufträge waren am wenigsten betroffen. Im Vordergrund stand der Wunsch, intern wieder das entsprechende Know-how aufzubauen und die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Qualitäts- oder Steuerungsprobleme mit dem Dienstleister waren nur in wenigen Fällen die Ursache.
Manche Unternehmen holten die Leistungen auch aufgrund einer Technologieumstellung ins Unternehmen zurück oder weil sie die IT-Landschaft verkleinern wollten.
Für solche Fälle sollte man nach Meinung von 83 Prozent der Befragten vorsorgen, indem eine Klausel in den Vertrag eingearbeitet wird, die die Übergabe von einem Dienstleister zur IT-Abteilung oder zu einem anderen Dienstleister regelt. Mit dieser Aussage beweisen die Befragten, dass Outsourcing längst einen hohen Reifegrad erreicht hat. Zusammen mit der stetig steigenden Geschwindigkeit, in der sich Unternehmen an neue Bedingungen anpassen müssen, verändert die zunehmende Reife auch die Parameter im Outsourcing: Etwas mehr als ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass die Vertragslaufzeiten in Zukunft kürzer werden. Vertragslaufzeiten können allerdings nicht endlos gekürzt werden, weil sich der Auftrag für den Dienstleister erst ab einer bestimmten Dauer lohnt.
Die Mehrheit der CIOs erwartet, dass Gewerke in Zukunft anders zugeschnitten werden. Die Meinungen über die Richtung gehen allerdings auseinander: 35 Prozent rechnen mit größeren Leistungspaketen in Richtung Full-Outsourcing, darunter vor allem Konzerne. Demgegenüber sind 27 Prozent und vor allem CIOs aus dem Mittelstand der Meinung, dass die Gewerke kleiner werden und tendenziell eher an viele verschiedene Spezialisten ausgelagert wird.
Neue Steuerungsinstrumente gefragt. Sollte das eintreten, würde die Anzahl der Dienstleister steigen. Das erfordert neue Steuerungsmodelle, darin sind sich die Befragten einig. Einen Generalunternehmer, der die Verantwortung für das Gesamtpaket übernimmt und alle anderen Zulieferer selbst verpflichtet, lehnen aber mehr als die Hälfte der Befragten ab, da sich Margen- und Risikoaufschläge in diesem Modell aufaddieren. Es führt zu hohen Kosten und teilweise auch zu Qualitätsproblemen.
Allerdings gibt es im Moment nur wenige Unternehmen, die in der Lage sind, viele verschiedene Outsourcing-Partner selbst zu steuern. Das notwendige Know-how, Prozesse und Tools sowie Mitarbeiter mit Erfahrung findet man meistens nur in Konzernen. Kleinere Unternehmen, die das nicht leisten können, könnten sich auch einen Partner für die Serviceorchestrierung suchen.
Bei diesem Modell steuert er die verschiedenen Dienstleister in Absprache mit dem Kunden, übernimmt aber nicht die Generalunternehmerschaft. Der Partner agiert wie ein eigener Mitarbeiter und arbeitet eng mit der IT- und den Fachabteilungen zusammen. sas
Tipp: Lesen Sie zum Thema IT-Freelancer auch den Beitrag auf der Seite 62.
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