Chefsache Business Travel

So schützen Sie sich vor Datenklau

(Foto: sp4764/Fotolia)
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Die Angst vor Datendiebstahl auf Geschäftsreisen wächst. 83 Prozent der reisenden Geschäftsführer, Fach- und Führungskräfte sagen, dass ihr Unternehmen Vorkehrungen gegen den Raub sensibler Daten auf Reisen trifft. Der Ausschuss Business Travel des Deutschen Reiseverband gibt fünf Tipps wie Geschäftsreisende sich mit wenig Aufwand selbst vor Datenklau schützen können.

Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Dr. Hans-Georg Maaßen, wies im Frühjahr dieses Jahr bei der Eröffnung des Symposiums für Verfassungsschutz eindringlich darauf hin, dass die global vernetzte Welt den deutschen Unternehmen zwar große Chancen bietet, aber auch erhebliche Risiken und Gefahren bereithält: „Die aktuelle Debatte über die mutmaßlichen Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste führt uns vielfältige Bedrohungspotenziale für die Wirtschaft vor Augen. Sie hat zum Beispiel die Verletzlichkeit moderner Kommunikationsmittel deutlich gemacht. Und sie hat in unser Bewusstsein gerufen, dass Wirtschaftsspionage von vielen verschiedenen Akteuren mit zum Teil erheblichen technischen Fähigkeiten ausgeht.

Udo Schauff, beim Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln in der Abteilung Spionageabwehr tätig, erklärte bereits 2013, dass insbesondere aus der russischen Föderation und aus der Volksrepublik China gezielt allein 375 000 hauptamtliche Mitarbeiter in Russland und 800 000 Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in der Volksrepublik China über diplomatische Missionen, Medienorgane oder auch Tarnunternehmen aktiv Unternehmen ausspionieren würden. Beide Länder hätten die Spionage zum Staatsziel erklärt: Russlands Präsident Wladimir Putin forderte seine Agenten dazu auf, ihre „Arbeit zu forcieren, mit der sie den technischen Fortschritt des Landes unterstützen“. Beschränkt auf diese beiden Staaten ist die Spionagegefahr aber bei Weitem nicht. Doch während die Geheimdienste meist sehr professionell vorgehen, nehmen viele deutsche Unternehmen das Risiko auf die leichte Schulter. Dabei verlieren sie zwischen 30 und 50 Mrd. Euro Jahr für Jahr durch Wirtschaftsspionage. „Den genauen Wert kennen wir nicht, wir gehen von einer enorm hohen Dunkelziffer aus“, erklärte Schauff.
Denn nur wenige Firmen, die in die Fänge von Datendieben gerieten, gehen damit an die Öffentlichkeit: Viel zu groß wäre ihr Imageverlust. Vor diesem Hintergrund wächst die Angst vor Datendiebstahl auf Geschäftsreisen – und treibt immer mehr Unternehmen zum Handeln.
Die Quote derer, die Vorkehrungen für den Schutz sensibler Daten auf Reisen treffen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozentpunkte gestiegen. Dies zeigt die Studie „Chefsache Business Travel 2014“ von Travel Management Companies im Deutschen ReiseVerband (DRV). Der Ausschuss Business Travel des DRV gibt fünf Tipps, wie Geschäftsreisende sich mit wenig Aufwand selbst vor Datenklau schützen können:
Nur das Wichtigste mitnehmen
Je mehr Geräte und je mehr vertrauliche Informationen Reisende bei sich tragen, desto schneller verlieren sie den Überblick, wer darauf zugreifen kann. Deshalb sollten sie eine gründliche Vorauswahl treffen. Beispiel: Brauche ich wirklich den Laptop, auf dem viele wichtige Firmendokumente gespeichert sind? Reicht vielleicht ein Tablet mit Webzugang? Wenn es der Laptop sein soll, welche Dateien kann ich anderswo speichern und dann löschen?
Datenträger nicht unbeaufsichtigt lassen
Kleinere Datenträger wie DVDs oder USB-Sticks sollten Geschäftsreisende stets am Körper tragen oder sicher wegschließen. Das Smartphone sollte nicht von Dritten benutzt werden, ohne dass man selbst die Kontrolle darüber hat, was derjenige damit tut. In der Bahn sollte ein Laptop nicht unbeaufsichtigt am Platz stehen bleiben, auch wenn man diesen nur kurz verlässt.
Backup- und Security-Software nutzen
Mobile Geräte sollten über Sicherheitssoftware verfügen, die vor Viren und Trojanern schützt und auf dem neusten Stand ist. So ist die Gefahr deutlich geringer, dass zum Beispiel Spionagesoftware unbemerkt auf den Rechner gelangt. Wichtige Dateien sollten zudem nicht nur auf einem mobilen Gerät oder Datenträger gespeichert, sondern durch eine zuverlässige Backup-Lösung gesichert werden.
Ungesichertes WLAN meiden
Laptops und Smartphones sollten sich nicht automatisch mit öffentlichen, nicht kennwortgeschützten Netzwerken („Hotspots“) verbinden. Sichere WLAN-Verbindungen wählen die Reisenden manuell aus und schalten sie durch ein Kennwort frei, etwa in Hotels. Manche Flughäfen bieten ein gesichertes WLAN für eine begrenzte Zeit (30 oder 60 Minuten) kostenlos an.
Keine beliebigen Apps installieren
Für mobile Geräte gibt es viele Apps, die für Reisende nützlich erscheinen, die etwa Informationen zu Zielländern oder Tipps zu Unterkünften und Reiserouten bereitstellen. Allerdings sollten Geschäftsreisende nicht nach Belieben Apps installieren, denn auch diese können Schad- oder Spionagesoftware enthalten. Unternehmen sollten ihren reisenden Mitarbeitern in diesem Punkt entsprechende verbindliche Vorgaben machen.
„Die Datensicherheit ist ein Thema, mit dem sich nicht nur die IT-Fachleute einer Firma beschäftigen sollten“, sagt Stefan Vorndran, Vorsitzender des Ausschusses Business Travel im DRV. „Jeder Mitarbeiter, besonders auch Reisende, sollte die Gefahren kennen und dabei helfen, sie so weit wie möglich zu vermeiden.“ Experten in Geschäftsreisebüros stehen Unternehmen beratend zur Seite, die beispielsweise ihre Reiserichtlinien mit Vorgaben zum Schutz der Datensicherheit konkretisieren möchten. Die Spezialisten empfehlen darüber hinaus auch Smartphone-Apps, die Geschäftsreisenden nützliche Informationen liefern und gleichzeitig vertrauenswürdig sind.
Die Studie „Chefsache Business Travel 2014“ wurde im Auftrag des Deutschen ReiseVerbands (DRV) durchgeführt. 110 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 110 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern wurden dafür zum Thema Geschäftsreisen befragt.
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