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Tradition mit Fortschritt

Universität Würzburg
Tradition mit Fortschritt

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In Würzburg werden die organisatorischen betriebswirtschaftlichen Konsequenzen einer integrierten Informationsverarbeitung in den Mittelpunkt der Ausbildung und der Forschung gestellt. Die Studierenden werden mit den Praxisprojekten der Lehrstuhlmitarbeiter konfrontiert und dadurch mit den jeweils jüngsten unternehmerischen Anforderungen an den Einsatz der Informationstechnologie vertraut gemacht.

Professor Dr. Rainer Thome

Der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Würzburg entstand 1986 aus der Umwandlung eines zuvor auf Operations Research ausgerichteten Lehrstuhls und der Neubesetzung mit Prof. Dr. Rainer Thome.
Ausrichtung und Entwicklung
Die Lehrstühle für Wirtschaftsinformatik an den deutschen Universitäten begannen die Schwerpunkte von den klassischen Wirtschaftswissenschaften auf die Informationsverarbeitung zu verschieben. Zu dieser Zeit hat sich der Würzburger Lehrstuhl unter dem Motto „Wirtschaftsinformatik ist die wichtigste spezielle Betriebswirtschaftslehre, aber doch nur eine von vielen“ das Ausbildungsziel vorgenommen, den Studierenden auf dem Weg zum klassischen Diplom-Kaufmann alle Kenntnisse mitzugeben, die für den Aufbau einer integrierten betrieblichen Informationsverarbeitung wichtig sind.
Die Berufschancen der Absolventen haben in Verbindung mit ihren Aufstiegsmöglichkeiten als Allrounder – und nicht nur als Wirtschaftsinformatiker, diese Ausbildungskonzeption weiter gefestigt. Folglich gibt es in Würzburg keinen expliziten Diplomstudiengang Wirtschaftsinformatik. Das für die Studierenden vorgeschriebene Pflichtangebot in diesem Fach hat den gleichen Umfang wie für alle anderen speziellen Betriebswirtschaftslehren auch. Sollte ein Student jedoch Gefallen an diesem Fach finden (und das gilt für viele), dann hat er die Möglichkeit, sich in einer großen Zahl zusätzlicher freiwilliger Vorlesungen, Seminare und Übungen weiterzubilden.
Organisation und Finanzierung
Neben dem Lehrstuhlinhaber und einer Sekretärin finanziert der Freistaat Bayern drei wissenschaftliche Mitarbeiter und einige Hilfskräfte aus dem Studentenkreis. Das Gros der Assistenten und Mitarbeiter wird aus Drittmitteln bezahlt, die überwiegend aus der Kooperation mit privaten Unternehmen stammen. Insgesamt sind kontinuierlich 20 Diplomierte und 30 Studierende beschäftigt. Sie arbeiten meist in Gruppen und decken mit ihren Schwerpunkten das gesamte Gebiet der Wirtschaftsinformatik ab. Die vielschichtigen Kooperationsprojekte führen in der Regel die Mitarbeiter mehrerer Gruppen zusammen, da integrierte Anwendungen nur mit Sachverstand aus verschiedenen Bereichen konzipiert und realisiert werden können.
Um den ständigen Know-how-Verlust beim Ausscheiden der Mitarbeiter nach ihrer Promotion auszugleichen und die persönliche Zusammenarbeit auch weiter zu ermöglichen, wurden im Lauf der Zeit einige Firmen gegründet, die sich auf die Fortführung der in der Universität begonnenen Entwicklungen eingerichtet haben. So werden dort zum Beispiel Werkzeuge für die Einführung und laufende Anpassung betriebswirtschaftlicher Lösungen auf Basis von Standardanwendungssoftware entwickelt, multimediale Anwendungen in betriebliche Abläufe integriert, Mobile-Computing-Verfahren konzipiert und programmiert sowie Fertigungssteuerungsabläufe simuliert.
Lehrangebot
Neben den für das Fach Wirtschaftsinformatik notwendigen Veranstaltungen im Grund- und Hauptstudium der Diplomstudiengänge Volks- und Betriebswirtschaftslehre und den bereits erwähnten Ergänzungsveranstaltungen, trägt der Lehrstuhl auch zwei Drittel des Angebotes im Fach Logistik und partizipiert am Hauptstudium der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre. Er organisiert den Hauptteil des Weiterbildungsstudienganges Business Integration, in dem Mitarbeiter von Unternehmen mit Diplom und drei Jahren Berufspraxis einen Master of Business Administration (MBA) erwerben können. Schließlich wird auch der neu eingerichtete sechssemestrige Studiengang zum Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik vom Lehrstuhl getragen und soll all denjenigen, die ihr Interesse an der Anwendung von Computern entdeckt haben, die Möglichkeit eines schnellen Studienabschlusses bieten. Neben dem frühen Einstieg in lukrative Positionen bleibt weiterhin die Möglichkeit, das Weiterbildungsstudium später berufsbegleitend zu absolvieren.
Die Lehrtechnik schließt alle gängigen Verfahren ein. Von der Vorlesung über Seminare, Übungen und virtuelle Praktika bis zum multimedialen Selbstlernsystem oder der Übertragung von Veranstaltungen anderer Universitäten über Breitbandanschlüsse wird alles genutzt, um die Aufnahme der Lerninhalte zu erleichtern.
Aber gemäß dem Motto „Tradition mit Fortschritt“ kommt kein Student darum herum, im Seminar vor den anderen Teilnehmern vorzutragen und in der Diskussion seine Aussagen zu erklären.
Ein besonderes Lehrangebot wird im Rahmen der sogenannten Vulcan (Virtuelle Unternehmen für Lehre Forschung und Ausbildung im Netz) geboten. Die Teilnehmer werden dabei zu Sachbearbeitern eines auf der Standardsoftware SAP R/3 aufgebauten Unternehmens, und können die Funktionsweise der Software, den betriebswirtschaftlichen Ablauf, die logistischen Konsequenzen und die Arbeit im Team kennenlernen.
Forschung und Entwicklung
Die Kooperationsprojekte mit der Praxis dienen nicht nur der Finanzierung von Mitarbeitern, sondern ermöglichen die laufende Auseinandersetzung mit den Themen, die den Einsatz von Informationssystemen in der betrieblichen Umwelt fördern. Voraussetzung dafür ist der Einblick in die Gegebenheiten der Anwendungsunternehmen und die Zusammenarbeit mit großen Anbietern der Informationstechnologie. Die von diesen Unternehmen betriebenen Forschungseinrichtungen übertreffen die der Universitäten.
Die langjährige Zusammenarbeit mit Siemens, Telekom und SAP sowie weiteren Unternehmen unterstreicht die Qualität der Forschungsarbeiten am Lehrstuhl. Aus diesen Kooperationen sind nicht nur strategische Ideen erwachsen, sondern auch Produkte entstanden, die weit verbreiteten Einsatz finden.
Im Rahmen einer Initiative des Freistaates Bayern zur Förderung der Wirtschaftsinformatik arbeitet der Würzburger Lehrstuhl mit anderen Lehrstühlen der Universitäten Bamberg, Bayreuth, Nürnberg und Regensburg in Projektarbeit eng zusammen. Das von den Würzburger Beteiligten getragene Projekt Adonis (Adaptionswerkzeuge für die digitale Geschäftsabwicklung durch organisierte Integration von Standardanwendungssoftware in KMU) führt in die zentrale Problemstellung vieler kleinerer Unternehmen. Nicht die Technik des Internets und der Aufbau einer Homepage, sondern die Integration der neuen Informationsflüsse und die Anpassung der etablierten organisatorischen Abläufe können nur mit Hilfe komplizierter Analyseprozessen entwickelt werden. Das genau ist der Schwerpunkt der Würzburger Forscherarbeit im Sinne von Fortschritt mit Tradition.
Anwendungsorientierte Schwerpunkte in Lehre und Forschung, die im Rahmen von Kooperationen mit großen und mittleren Unternehmen praktiziert werden:
•Anwendung der Informationsverarbeitung als integrierte Gesamtlösung in den Bereichen Produktion, Handel und Verwaltung,
•Continuous System Engineering bei der Adaption von Standardanwendungssoftware,
•Werkzeuge zur Einführung und Weiterentwicklung von SAP R/3 Anwendungen, Electronic Commerce, Geschäftsdatenaustausch (EDI), Supply Chain Management, Internet als Basis für betriebliche Anwendungen,
•Multimediaintegration und Entwicklung von Hypermedia Lernsystemen zur Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik,
•Einsatz von Verfahren der Optimierungsrechnung und Simulation für logistische Problemstellungen.
Ausbildungsziel
Das Festhalten am klassischen Ausbildungsgang für Diplom-Kaufleute soll Absolventen generieren, die für alle betriebswirtschaftlichen Funktionen vorbereitet sind und ein gesamthaftes, auch volkswirtschaftliches Verständnis für die Entwicklung unserer Wirtschaft mitbringen. Die vorgeschriebene Zeit für die folglich nur als Wahlpflichtfach vorgesehene Wirtschaftsinformatik ist damit natürlich kürzer als in einem Diplomstudiengang für dieses Fach. Manch ein Absolvent bleibt aber dann vielleicht nicht als Chef der IT-Abteilung stecken, sondern wird Leiter des gesamten Unternehmens. Für interessierte Studenten gibt es aber auch genügend freiwillige Veranstaltungen, die inhaltlich und volumenmäßig einem Studium der Diplom-Wirtschaftsinformatik entsprechen.
Serie Hochschule
Bereits erschienen:
TU München (4/98),
Universität Stuttgart (5/98), Universität der Bundeswehr München (6/98),
FH Pforzheim (7/98),
TU Darmstadt (8/98),
Universität
Erlangen-Nürnberg (9/98),
FH Ludwigshafen (10/98),
FH Osnabrück (11/98),
FH Furtwangen (1/99),
Universität Dortmund (2/99), FH Lübeck (3/99),
Universität GH Duisburg (4/99), TU Berlin (5/99),
FH Kempten (6/99),
Universität Mannheim (7/99), WHU Koblenz (8/99),
BA Heidenheim (9/99),
FH Nürtingen (10/99),
HT Esslingen (11/99),
TU Hamburg-Harburg (12/99), Universität Twente (1/00), Universität zu Köln (2/00), E.I.P.M. Archamps (3/00),
FH Anhalt (4/00),
Cranfield University (5/00), Universität GH Essen (6/00), BA Mannheim (7/00),
Donau-Universität Krems (8/00), University of Bath (9/00), Technische Universität Eindhoven, NL (10/00)
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