Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Unternehmer an der Universität – von kleinen hin zu großen Unternehmen

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An der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) wird Industriebetriebslehre als Querschnittsfach verstanden, das unterschiedliche Sichtweisen auf einzelne Aufgaben- und Problemfelder im Industriebetrieb integriert. Zusätzlich wird über den Lehrstuhl für Industriebetriebslehre (IBL) der Studienbereich „Unternehmensgründung und Entrepreneurship“ angeboten und koordiniert.

Kai-Ingo Voigt

Industriebetriebslehre hat in Nürnberg eine lange Tradition. So wurde schon im SS 1920 eine Vorlesung zum Industriellen Rechnungswesen angeboten. Seitdem haben so bekannte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Erich Schäfer (1949 – 1969) und Prof. Dr. Werner Pfeiffer (1971 – 1998) das Fach in Forschung und Lehre geprägt. Aktueller Inhaber des Lehrstuhls ist seit 1998 Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt, gleichzeitig Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (WiSo) und Koordinator des MBA-Weiterbildungsstudiengangs „Business Management“ der FAU.
Das Lehrangebot des Lehrstuhls für IBL beinhaltet Grundlagen des strategischen Managements, Standortplanung, Technologie-Innovationsmanagement, Beschaffung sowie Umweltmanagement. Zusätzlich werden vertiefende Seminare und Übungen angeboten.
Durch diese Studienkonzeption gelingt es, Studierenden nicht nur umfassendes und universelles Wissen in Bezug auf den Industriebetrieb weiterzugeben. Gleichzeitig werden Problemstrukturierungs- und Entscheidungskompetenzen vermittelt, die für die spätere Tätigkeit von der Gründung eines eigenen Unternehmens bis hin zur Arbeit innerhalb eines etablierten Konzerns hilfreich sind.
Forschung und Transfer
  • Theoretische Fundierung des strategischen Managements
  • Zeitwettbewerb
  • Produktionsmanagement
  • Umweltmanagement im Industriebetrieb
  • Management produktergänzender Dienstleistungen
  • Beschaffungsmanagement
  • Gestaltung technologiedominierter Leistungsbündel
  • Effizienzbetrachtungen der betrieblichen Leistungserstellung
  • Einfluss des E-Business auf den Produktionsverbindungshandel (Desintermediation)
Technologie- und Innovationsmanagement:
  • Roadmapping
  • Innovationscontrolling
  • Innovationsnetzwerke und F & E-Kooperationen
Unternehmensgründung:
  • Businessplan als Management-Instrument
  • Bewertung von innovativen Geschäftsideen
  • Know-how-Entwicklung
Beschaffung von Dienstleistungen
Ein aktuelles Forschungsprojekt am Lehrstuhl beschäftigt sich mit der Beschaffung von Dienstleistungen. Bislang in Forschung und Praxis vernachlässigt, gewinnt dieses Aufgabenfeld der Beschaffung insbesondere aufgrund des Trends zum Outsourcing interner Dienstleistungen zunehmende Bedeutung. Diese Entwicklung führt zu einem steigenden Dienstleistungsanteil am Beschaffungsvolumen und komplexen Wertschöpfungsstrukturen.
Die konstituierenden Merkmale von Dienstleistungen – Immaterialität der Leistung und Integration eines externen Faktors in den Leistungserstellungsprozess – führen zu beschaffungsrelevanten Problemen. Zu diesen zählen z.B. ihre Nicht-Lagerbarkeit, Probleme bei der Leistungsbewertung und ein insgesamt erhöhtes Beschaffungsrisiko.
Erste Ergebnisse der Untersuchung lassen darauf schließen, dass Erkenntnisse der „klassischen“ Sachleistungsbeschaffung nicht unmodifiziert auf das Beschaffungsobjekt „Dienstleistung“ übertragen werden können. Dieses betrifft sowohl Sourcing-Konzepte und organisatorische Gestaltungsaspekte als auch Beschaffungsinstrumente und -prozesse.
Internationale Hochschulkontakte
USA
  • Babson College, Boston
  • Boston University
  • Pennstate University
China
  • UIBE Peking
  • Tongji University, Shanghai
Entrepreneurship wird am Lehrstuhl IBL seit 2001 ganz groß geschrieben. Dank mehrerer Sponsoren, Kooperationen und öffentlicher Fördermittel gelang es, den Studienbereich „Unternehmensgründung & Entrepreneurship“ aus der Taufe zu heben.
Konzeption des Studienbereichs
Anders als an anderen Universitäten studieren die etwa 150 Studenten des Studienbereichs nicht nur an einem Lehrstuhl, sondern haben eine breite Fächerauswahlmöglichkeit. Nach dem Grundstudium der BWL besuchen die Studenten zahlreiche Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen zur Unternehmensgründung. Neben Vorlesungen aus dem Fach Industriebetriebslehre kann der Student zwischen Vorlesungen vom strategischen Management über Unternehmensbewertung bis hin zur Unternehmensbesteuerung frei wählen. Als besonders beliebte und interessante Veranstaltungen im Studienbereich haben sich dabei das Businessplanseminar sowie das Gründerplanspiel herausgestellt. Zusätzlich fand auch das bisher einmalig veranstaltete „FAUnders-Camp“ breite positive Resonanz.
Businessplanseminar
Im Businessplanseminar haben Studenten die Aufgabe, eigene Geschäftsideen zu entwickeln und diese in Businesspläne umzusetzen. In der Vergangenheit haben einige Studentengruppen zusätzlich am Businessplanwettbewerb Nordbayern erfolgreich teilgenommen. Im vergangenen Jahr schafften es zwei Teams, sich unter den besten sieben im Hochschulgründerpreis zu platzieren; ein Team aus dem Businessplanseminar nahm sogar den dritten Platz ein. Für das Wintersemester 2003/04 ist es gelungen, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, die Deutsche Telekom Card Service GmbH, als Praxis-Partner und Sponsor für das Businessplanseminar zu gewinnen, so dass der Schwerpunkt des aktuellen Seminars „Telekommunikation und M-Commerce“ lautet. Die besten Businesspläne werden zusätzlich bei der Deutschen Telekom auf Umsetzbarkeit geprüft, so dass sich für die Studierenden daraus die einmalige Chance ergibt, ihre Ideen gemeinsam mit einem Praxispartner weiterzuentwickeln.
Gründerplanspiel
Das im Studienbereich durchgeführte Gründerplanspiel geht über eine einfache Spielsimulation weit hinaus. Primäre Aufgabe ist es, ein Unternehmen zu „gründen“ und über mehrere Perioden erfolgreich im Team zu führen. Zusätzlich müssen die Studenten jedoch auch mit einer ersten Präsentation bei VC-Gebern um ihr Kapital kämpfen und zwischenzeitlich in „Pressekonferenzen“ ihr Vorgehen verteidigen.
FAUnders-Camp
Das zweiwöchige „FAUnders-Camp“ im Dezember 2002/Januar 2003 hat als internationales Intensivseminar zum Thema Unternehmensgründung und Entrepreneurship stattgefunden. Entstanden ist das Projekt durch die Kooperation zwischen der Boston University (USA) und der Universität Erlangen-Nürnberg. Einmalig an dem Projekt war, dass die erste Seminarwoche mit Fachvorträgen, Gründerplanspiel und der Erstellung eines eigenen Businessplans in Nürnberg stattfand. In der zweiten Woche ging es an der Boston University mit Fachvorträgen namhafter amerikanischer Referenten weiter. Zusätzlich wurden Live Case Studies durchgeführt und Unternehmen besichtigt. Dadurch war es möglich, sowohl die deutsche als auch die amerikanische Sichtweise und Fachkompetenz zu vermitteln.
Das Besondere des Seminars: Studierende mehrerer Fakultäten nahmen ebenso teil wie Gründungswillige und Praktiker aus der Region.
Eine Wiederholung ist für 2004 geplant.
Erste Unternehmensgründungen
Schon während des Studiums entwickeln die Studierenden ihre ersten Geschäftsideen und setzen diese teilweise schon vor dem eigentlichen Studienabschluss in die Realität um. Entstanden sind so Firmen im Bereich der Digitalisierung von Bild- und Tondaten, der Informationstechnik sowie diverse Unternehmen im Dienstleistungsbereich. Eine von Studenten gegründete Marketingagentur hat bereits vier Mitarbeiter.
Zur Absicherung unseres innovativen Studienkonzeptes für die nächsten Jahre sind weitere Partner zur Unterstützung und Mitgestaltung gerne willkommen.
Bei Interesse an unserem Studienbereich und allen anderen aufgezeigten Forschungsfeldern des Lehrstuhls stehen wir unter voigt@industriebetriebslehre.de zur Verfügung.

Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt
Kai-Ingo Voigt studierte nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. Im Anschluss arbeitete er am dortigen Institut für Industriebetriebslehre und Organisation von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Jacob, an dem er promovierte und 1997 habilitierte. 1998 übernahm er den Lehrstuhl in Nürnberg. Er ist Visiting Professor an der Tongji Universität in Shanghai. Seit 2003 ist er Dekan der WISO-Fakultät, Nürnberg.
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