USA

Verbände bewerten Trumps Präsidentschaft kritisch

(Bild: White House photographer – Official White House Facebook page)
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Seit fast einer Woche ist Donald Trump nun offiziell im Amt. Die Wellen schlagen bereits in seinen ersten Amtstagen hoch, ob seiner Äußerungen und ersten Amtshandlungen. Verschiedene Verbände geben eine Einschätzung ab, was es für den Welthandel und die Wirtschaft für Auswirkungen haben könnte.

„Wir bedauern, dass mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten dunkle Wolken am politischen Horizont aufgezogen sind. Sein Slogan ,Make America great again‘ ist zwar leicht verständlich, greifbar und patriotisch, lässt aber für die Zukunft nichts Gutes ahnen“, sagte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) in Frankfurt. Hoffnung mache allerdings, dass Trump bereits kurz nach seinem Sieg damit begonnen habe, von zuvor geäußerten Wahlversprechen abzurücken oder diese zumindest zu relativieren. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass das, was im Wahlkampf zum Besten gegeben wurde, später tatsächlich von der Politik umgesetzt wird. Zudem habe ich großes Vertrauen in das politische System der USA. Es gewährleistet trotz aller Machtbefugnisse immer noch eine gegenseitige Kontrolle von Parlament, Regierung und Gericht. Damit ist klar, dass auch ein US-Präsident nicht nach Belieben allein entscheiden kann. Ich setze auf die gemeinsame Wertebasis unserer beiden Nationen und an den Pragmatismus unserer amerikanischen Partner“, betonte Feldmann.
Nach Einschätzung von BDI-Präsident Dieter Kempf hat „Trump Recht, wenn er in einer Stärkung der Industrie den Schlüssel zur Schaffung von mehr und besser bezahlten Jobs in den USA sieht“. Deutschland mit seiner starken Industrie mache dies vor. Dieses Ziel sei keineswegs durch Strafzölle und Protektionismus zu erreichen. Niemand sei eine Insel. Kempf: „Handelskonflikte schaffen nur Verlierer.“ Die Unternehmen in den USA seien auf deutsche Ingenieurstechnologie und Zwischenprodukte aus Europa, Mexiko und anderen Regionen angewiesen. Trump werde der eigenen Wirtschaft schaden, wenn er versuche, die Autobauer aus Mexiko zu drängen. Zwischen den USA und Mexiko gebe es eine Arbeitsteilung, die beide Standorte wettbewerbsfähiger gemacht habe. Wer Wertschöpfungsketten zerschlägt, bremst Innovation und verteuert Produktion; das kostet Wohlstand und Chancen. Eine kluge Wirtschaftspolitik besteht darin, den Kreislauf von Abschottung zu durchbrechen. Also keine Abkehr vom Freihandel, sondern Vorfahrt für Investitionen.“
Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Deutschen und die Europäer zum Gespräch mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump aufgerufen. „Wir sollten den Dialog mit Trump suchen, um die weitere Entwicklung seiner wirtschaftspolitischen Pläne positiv zu beeinflussen“, sagte er in München. „Trump hat klare Ziele: mehr Industriearbeitsplätze in den USA, weniger Importe, höhere Beiträge der Europäer zur NATO. Aber er hat kein überzeugendes Konzept, um diese Ziele zu erreichen. Es besteht die Gefahr, dass seine Politik die angekündigten Ziele nicht erreicht und er dann Sündenböcke sucht. Das könnte die deutsche Wirtschaft mit ihren hohen Exportüberschüssen sein“, warnte Fuest. Im Moment sei es zu früh für Reaktionen der deutschen oder europäischen Wirtschaftspolitik auf einzelne Ankündigungen von Trump.
„Die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Kurs der USA wird seit dem Wahlsieg von Donald Trump immer größer. Wir sehen das mit großer Sorge“, sagte Carl Martin Welcker, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt. Die Androhung von Strafzöllen, egal für welche Industrie und welches Land, sorge für weitere Investitionszurückhaltung, die im Maschinenbau bereits spürbar werde. US-Präsident Trump wolle ausländische Unternehmen zu Investitionen in seinem Land zwingen. Letztlich bedeuteten Zölle und Protektionismus jedoch, dass Produkte insbesondere in den USA teurer würden. Denn es gingen auf diesem Wege Kostenvorteile für die US-Wirtschaft verloren, die auf Produktion und Zulieferung aus anderen Ländern beruhten. Der amerikanische Senat und das Repräsentantenhaus sollten nach Welckers Einschätzung alles dafür tun, diesen wirtschaftspolitischen Kurs des neuen Präsidenten rasch zu ändern. Trump rüttele mit seinen Worten an den bisherigen Gewissheiten der transatlantischen Beziehungen. Europa sei gefordert, mit einer Mischung aus Ruhe und Klarheit die Stimme der Vernunft zu übernehmen.
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