Digitalisierung

VW setzt in Wolfsburg auf Smart Watches in der Logistik

Eine Volkswagen Mitarbeiterin kommissioniert Material mithilfe eines RFID-Armbands. (Bild: Volkswagen)
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Der Autobauer Volkswagen hat am Stammsitz Wolfsburg ein vierwöchiges Pilotprojekt zum Einsatz von Smart Watches, Tablets und RFID-Armbändern gestartet. Die Geräte werden in der Kommissionierung sowie bei Gabelstaplern und Zugmaschinen eingesetzt. Werklogistik und Volkswagen Konzern IT haben dafür eine eigene spezifische App entwickelt. „Wir arbeiten kontinuierlich an innovativen Logistiklösungen, die unsere Prozesse noch stabiler und schneller machen. Um unsere Produktivität weiter zu steigern, setzen wir verstärkt auf Digitalisierung, wie der Einsatz von 3D-Datenbrillen, Smart Watches und RFID-Systemen zeigt“, erläutert Reinhard De Vries, Leiter Werklogistik Wolfsburg.

Die Smart Watch, eine Armbanduhr mit Computerfunktionen, wird zur Optimierung der Prozesse in der Logistik getestet. Volkswagen setzt dabei das Modell „Ennox Enjoy Life“ ein. Die Uhr verfügt über eine Kamera, mit der Barcodes gescannt werden können. Über WLAN erhält der Mitarbeiter die Daten über die angeforderten Komponenten vom Server direkt auf das Display der Uhr. Dort werden alle notwendigen Informationen, wie beispielsweise der Entnahmeplatz oder die Teilenummer eingeblendet. Durch die Touchbedienung hat der Mitarbeiter während der Arbeit beide Hände frei, da er nicht mit einem Hand-Daten-Terminal (HDT) die Barcodes scannen muss.
Das Pilotprojekt wird im sogenannten „dynamischen Lager“ durchgeführt, in dem Material und Großladungsträger keine festen Stellplätze haben, sondern nach dem first-in-first-out-Prinzip (FiFo), gelagert werden. Bei dem FiF-Prinzip werden die Materialien, die zuerst eingelagert werden auch zuerst wieder aus dem Lager entnommen. Die Smart Watch kann dabei laut Volkswagen die Daten schneller erfassen und verarbeiten als ein Barcode-Scanner und ist somit besser für die dynamische Warenlagerung geeignet.
Das zweite Pilotprojekt wird mit RFID-Armbändern durchgeführt. RFID steht für „Radio Frequency Identification Device“ und basiert auf dem berührungslosen Austausch von Informationen durch Funk. Über Funk-Etiketten können Materialien lokalisiert und registriert werden. Volkswagen setzt dieses Sender-Empfänger-System bereits seit 2009 erfolgreich in der Materiallogistik ein und überträgt das Prinzip jetzt auf die Materialkommissionierung.
Die Mitarbeiter tragen ein RFID-Armband und müssen keine Barcodes mehr aktiv scannen. Beim Griff in den Materialbehälter wird dem Mitarbeiter per Ton signalisiert, dass er das passende Teil entnommen hat und es über Funk registriert wurde. Ein Doppel-Ton ertönt bei der Entnahme von falschen Teilen. Der Vorteil dieses RFID-Systems ist die hohe Flexibilität und ein schneller und sicherer Prozess. Für den Mitarbeiter ist die Handhabung unkompliziert und wesentlich ergonomischer, weil er keinen Hand-Daten-Scanner mehr halten muss. Nicht nur für Brillenträger bieten die RFID-Armbänder im Vergleich zur 3D-Datenbrille eine echt Alternative.
Bewährt habe sichlaut den Wolfsburgern bereits der Einsatz von Tablets: 30 Kommissionierwagen und 60 Gabelstapler seien inzwischen mit den mobilen Datengeräten ausgestattet. Neben Erfassung von Komponenten und Aufträgen gibt ein Navigationssystem, oder das dynamische Routing, zudem eine bessere Orientierung in den Hallen. Parallel werden Pilotprojekte für den Einsatz von Tablets in der Logistik an den Standorten Braunschweig, Kassel und Emden vorbereitet.
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