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Worauf es im Büro ankommt

Studie zu Engagement und Zufriedenheit am Arbeitsplatz
Worauf es im Büro ankommt

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Der Steelcase Global Report ist die erste Studie, die die Zusammenhänge zwischen dem Engagement der Mitarbeiter und ihrer Arbeitsumgebung erforscht. Dabei macht sie eines der schwerwiegendsten Probleme heutiger Unternehmen sichtbar: Lediglich 13 Prozent der Mitarbeiter sind hoch motiviert.

Die Arbeitsorte beeinflussen nicht nur die Produktivität, sondern auch die Verhaltensweisen und Ansichten der Menschen, dies zeigt eine Untersuchung des internationalen Forschungsinstituts Ipsos und Steelcase, einem Anbieter für Büroeinrichtungen. Sie zeigt auch, dass der Arbeitsplatz Teil einer ganzheitlichen Strategie zur Steigerung des Mitarbeiterengagements sein kann. Die fünf wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie zeigen mögliche Strategien auf, mit denen Unternehmen sich der Herausforderung stellen können, das Mitarbeiterengagement zu verbessern.

1. Das Mitarbeiterengagement steht im direkten Zusammenhang mit der Zufriedenheit am Arbeitsplatz.
Die Studienergebnisse zeigen, dass Mitarbeiter, die mit ihrem Arbeitsplatz insgesamt sehr zufrieden sind, auch ein höheres Engagement aufweisen. Bedenklich: Nur 13 Prozent der weltweit befragten Studienteilnehmer bezeichnen sich als sehr motiviert und mit ihrem Arbeitsplatz sehr zufrieden, während umgekehrt elf Prozent angeben, sehr unmotiviert und sehr unzufrieden zu sein. Übrigens: In Deutschland gaben nur zwölf Prozent an, bei der Arbeit hoch motiviert zu sein.
Am anderen Ende des Spektrums übertreffen unmotivierte Mitarbeiter ihre motivierten Kollegen zahlenmäßig – mehr als ein Drittel sind sehr unmotiviert oder unmotiviert und unzufrieden mit ihrer Arbeitsumgebung. Nur neun Prozent dieser Beschäftigten bescheinigen ihrem Unternehmen ein echtes Interesse an ihrem Wohlbefinden. Und lediglich zehn Prozent haben das Gefühl, dass sie von ihrem Arbeitgeber wahrgenommen und geschätzt werden. In Übereinstimmung hierzu sagen die unmotivierten und unzufriedenen Mitarbeiter nur wenig Positives über ihren Arbeitsplatz und die Arbeitsumgebung insgesamt. Nur 25 Prozent sind mit der Arbeitsplatzorganisation zufrieden und nur 27 Prozent mit der Möblierung.
Alle Antworten wurden in Kategorien zum Thema Engagement und Arbeitsplatzzufriedenheit zusammengefasst. Eine Clusteranalyse zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen hohem Mitarbeiterengagement und einer hohen Zufriedenheit am Arbeitsplatz gibt. So sind die engagiertesten Mitarbeiter auch mit ihrem Arbeitsplatz am zufriedensten, während sich umgekehrt die am wenigsten engagierten Beschäftigten mit ihrem Arbeitsplatz am wenigsten zufrieden zeigen. Diese Erkenntnis zeigt, dass es Unternehmen möglich ist, Veränderungen der Arbeitsumgebung als wichtiges Mittel im Rahmen von strategischen Maßnahmen zur Steigerung des Mitarbeiterengagements einzusetzen.
2. Engagierte Mitarbeiter verfügen über Arbeitsplätze, die selbstbestimmtes Arbeiten begünstigen.
Ein Merkmal engagierter Mitarbeiter ist, dass sie in einem hohen Maße selbst entscheiden können, wo und wie sie arbeiten, und dass bei Bedarf geeignete Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Sowohl seitens des Unternehmens als auch durch das Raumangebot wird diese Freiheit am Arbeitsplatz gefördert, sodass es ihnen leicht fällt, sich zu konzentrieren und ohne störende Unterbrechungen in Teams zusammenzuarbeiten.
Allein die Option, auf Wunsch an Entscheidungen über die Auswahl ihrer Büromöbel beteiligt zu werden, wirkt sich positiv auf das Engagement und die Zufriedenheit aus. Mitarbeiter, die im Rahmen mehrerer Wahlmöglichkeiten Einfluss nehmen können, sind auch eher mit einer Reihe anderer, scheinbar hiervon unabhängiger Ausstattungsmerkmale ihres Arbeitsplatzes zufrieden: z.B. Raumtemperatur, Geräuschpegel, Lüftung und technische Ausstattung.
Die Verfügbarkeit unterschiedlicher Bereiche für unterschiedliche Arten des Arbeitens spielt eine wesentliche Rolle. Unternehmen, die eine große Bandbreite an Räumen bieten – für Teamarbeit, für den sozialen Austausch oder für konzentriertes Arbeiten bzw. als Rückzugsbereich – haben tendenziell auch mehr engagierte Mitarbeiter.
3. Flexible Techniklösungen schaffen Freiheit.
Die Verfügbarkeit von mobilen Technologien spielt beim Engagement und der Zufriedenheit der Mitarbeiter eine Rolle. Die engagiertesten Mitarbeiter nutzen weitaus häufiger Laptops, Mobiltelefone und Tablets als Festnetzanschlüsse und Computer, die eher an einen Schreibtisch gekoppelt sind. Mobile Technologien bieten ihnen aber auch mehr Auswahl- und Entscheidungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz sowie mehr Freiheiten bei der Entscheidung, wo im Büro sie je nach anstehenden Aufgaben arbeiten möchten.
Allerdings gaben die meisten Beschäftigten an, entweder einen Job zu haben, der es erforderlich macht, dass sie an ihrem Arbeitsplatz arbeiten, oder sie sind durch bestimmte technische Geräte an den Schreibtisch gebunden.
Während aktuelle Studien belegen, dass es mehr mobile Geräte als Menschen auf der Welt gibt, hat sich in Unternehmen ein Verhältnis von fest installierten Techniklösungen zu mobilen Technologien in Höhe von 2:1 etabliert: 86 Prozent der Beschäftigten weltweit verfügen über Festnetzanschlüsse und 80 Prozent über Computer. Dagegen verwenden nur 39 Prozent der Mitarbeiter vom Arbeitgeber bereitgestellte Laptops und Mobiltelefone und nur 14 Prozent arbeiten mit Tablets.
Die Studienergebnisse ergeben keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Mitarbeiterengagement und der Möglichkeit, außer Haus zu arbeiten. Sie zeigen aber, dass das Fehlen flexibler Arbeitsumgebungen sehr wohl einen Einfluss darauf hat, wie sich Menschen am Arbeitsplatz fühlen.
4. Traditionelle Arbeitsweise hat Bestand.
Die Medien und die Alltagskultur haben in der Öffentlichkeit das Bild geprägt, dass sich der Arbeitsplatz in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert hat, und dass Arbeitsumgebungen offen, informell und teamorientiert sind. Dies trifft auf einige Büros zu. In Wirklichkeit arbeiten die meisten Mitarbeiter weltweit allerdings in einem traditionellen Büroumfeld, in dem Hierarchien und Einzelarbeit am Schreibtisch nach wie vor an der Tagesordnung sind.
Trotz der weltweit immer größeren Verbreitung der Teamarbeit gibt es mehr Büroflächen mit vollständig abgeschlossenen Einzelbüros als Büroflächen, die ausschließlich als Open Space konfiguriert sind (31 vs. 23 Prozent). Die Mehrheit der Arbeitsplätze (46 Prozent) kombiniert Open Space und Einzelbüros. Dieses Verhältnis variiert stark von Land zu Land. So arbeiten in Großbritannien fast die Hälfte der Beschäftigten (49 Prozent) an Arbeitsplätzen im Open Space und nur 14 Prozent in Einzelbüros, während die Lage in Deutschland umgekehrt ist: Dort arbeitet mehr als die Hälfte der Mitarbeiter (54 Prozent) in Einzelbüros und lediglich 19 Prozent im Open Space. Die meisten Beschäftigten (60 Prozent) verfügen entweder über einen Arbeitsplatz im Einzel- oder Gruppenbüro. Ungefähr ein Drittel der Mitarbeiter arbeitet an fest zugeordneten Arbeitsplätzen in einer offenen Arbeitsumgebung. Nur ein kleiner Teil (8 Prozent) zählt zu jenen Mitarbeitern, die – ohne fest zugeordneten Arbeitsplatz – regelmäßig an unterschiedlichen Orten im Büro arbeiten. Auch dieses Verhältnis variiert stark von Land zu Land. Während es in den Niederlanden, Großbritannien und Belgien sehr viele mobile Mitarbeiter gibt, ist diese Art zu arbeiten in China und Russland praktisch nicht vorhanden.
Einzelbüros bringen nach wie vor Hierarchien zum Ausdruck: Je höher der Rang der Mitarbeiter im Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie über ein eigenes Büro verfügen. Weil Einzelbüros symbolisch traditionell für Status und Unabhängigkeit stehen (und in manchen Ländern und Unternehmen zudem auch für ein hohes Maß an Selbstbestimmung), ist offenkundig, warum Mitarbeiter mit eigenem Büro insgesamt oft zufriedener mit ihrer Arbeitsumgebung sind.
5. Der kulturelle Kontext beeinflusst das Engagement.
Das Land, in dem die Mitarbeiter leben, und dessen kulturelle Gepflogenheiten prägen die Ansichten über die Arbeit und die physische Arbeitsumgebung – insbesondere beeinflusst es die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und das Engagement.
Die Studie zeigt, dass die meisten sehr zufriedenen und sehr engagierten Mitarbeiter in Schwellenländern leben. Eine aktive und optimistische Grundhaltung ist dort in der Regel ebenso weit verbreitet wie eine sehr hohe Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz.
Länder mit niedrigem Engagement und geringer Zufriedenheit sind meist etablierte Wirtschaftsnationen – geprägt von Industrie- und Verwaltungstraditionen, die oft mit hierarchischen Führungsstilen und Arbeitsplatzstrukturen einhergehen. Mitarbeiter dieser Länder fühlen sich häufig überlastet und haben zudem kein Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen und seiner Kultur.
Diese Erkenntnisse sind für global agierende Unternehmen von großer Bedeutung. Wesentlich ist etwa, dass es keine Lösungen gibt, die an allen Standorten gültig sind. Vielmehr ist es unerlässlich, dass sie den jeweiligen kulturellen Kontext berücksichtigen, der sich auf das Engagement auswirken kann, und dass sie Arbeitsplätze gestalten, die auf die verschiedenen Kulturen zugeschnitten sind. sas

Global Office Report

Über die Studie

Anhand der mit 1480 Büromitarbeitern aus 17 Ländern durchgeführten Untersuchung entdeckten die Forscher einen direkten Zusammenhang zwischen den Verhaltensweisen der Menschen am Arbeitsplatz und dem Grad ihres Engagements. Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeitsumgebung sehr zufrieden sind, zeigen sich sehr engagiert. Umgekehrt erweisen sich mit ihrer Arbeitsumgebung sehr unzufriedene Beschäftigte als am wenigsten engagiert.
Die Studie präsentiert aber auch vielfältige Eindrücke über aktuelle Bürokonzepte aus der ganzen Welt. Kombiniert mit den Erfahrungen der Arbeitsplatzforschung, bieten die gewonnenen Erkenntnisse eine Reihe konkreter Maßnahmen zur Gestaltung von Arbeitsplätzen, die Unternehmen helfen können, das Mitarbeiterengagement spürbar zu verbessern.
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