Messechef Ulrich Kromer zur Stuttgarter Metallbearbeitungsmesse AMB

„Besucher sprechen direkt mit Herstellern“

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Über 90 000 Besucher kamen zur AMB im Jahr 2014. Mit Angeboten aus den Bereichen spanende Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge und Peripherie präsentieren sich in diesem Jahr mehr als 1400 Aussteller auf der Stuttgarter Leistungsschau für Metallbearbeitung. Messechef Ulrich Kromer erläutert im Interview die Besonderheiten der Fachmesse.

Beschaffung aktuell: Die letzte AMB vor zwei Jahren war erneut erfolgreich. Welche Erwartungen haben Sie an die diesjährige Messe?

Kromer: Die AMB ist eines unserer Paradepferde hier in Stuttgart und im Maschinenbau ist sie das Paradepferd in Deutschland. Auf diese Entwicklung sind wir stolz. Der aktuelle Stand liegt bei 1403 Ausstellern, von denen 313 aus dem Ausland aus insgesamt 33 Ländern kommen. Damit ist das Messegelände wieder ausverkauft.
Beschaffung aktuell: Wie kann bei einem ausverkauften Gelände die Zahl der Aussteller um fast 50 steigen?
Kromer: Indem es einerseits immer wieder zu Firmenzusammenschlüssen kommt. Dadurch steigt die Zahl der Mitausteller, was den Zuwachs im Wesentlichen ausmacht. Andererseits sorgen auch Sonderschauen für mehr Beteiligte.
Beschaffung aktuell: Wird sich die AMB in Zeiten von Industrie 4.0 und digital vernetzten Maschinen anders präsentieren als bisher?
Kromer: Gewiss ist Industrie 4.0 ein wichtiges Thema, das auch auf der Messe präsent sein wird. Anders präsentieren wird sich die AMB aber nicht. Etwa 120 Firmen führen in der Nomenklatur Industrie 4.0 in der Überschrift und präsentieren Lösungen auf ihren Ständen. Alleine die Sonderschau des PTW der TU Darmstadt widmet sich auf 540 Quadratmetern in Halle 5 diesem Thema, das auch in der Expertenlaunch aufgegriffen wird. Dort auf der Galerie in Halle 6 können sich Besucher mit den Experten in Eins-zu-Eins-Gesprächen austauschen. Last, but not least wird Industrie 4.0 im VDMA-Forum „Innovative Lösungen für Industrie 4.0“ sichtbar.
Beschaffung aktuell: Müsste die AMB nicht bei der Automatisierung, die ja für die digitalvernetzte Fertigung notwendig ist, mehr zulegen?
Kromer: Das ist denkbar. Indes ist die AMB klar auf den zerspanenden Bereich und damit verbundene Software-Angebote fokussiert. Hier sprechen die Besucher nicht mit Händlern, sondern direkt mit den Herstellern und erleben Innovationen in Stuttgart zuerst. Deshalb ist und bleibt die Automatisierung eher ein Randbereich, der durch Spezialmessen abgedeckt wird.
Beschaffung aktuell: Auch wenn 2018 mit der neuen Messehalle 15 000 Quadratmeter mehr zur Verfügung stehen, wird es keine neuen Bereiche geben?
Kromer: Die Abdeckung in den Bestandsbereichen ist sehr gut. Alle Marktführer sind dabei. Für die Branche ist die AMB die wichtigste Messe in den geraden Jahren und wir werden das Konzept nicht mit einem Bauchladen verwässern. Das heißt aber nicht, dass wir keine inhaltlichen Entwicklungen aufgreifen. Doch vorerst werden keine Teilbereiche aufgenommen, die wir dann doch nicht ganzheitlich abbilden können.
Beschaffung aktuell: Dieser saubere Trennstrich …
Kromer: … ist uns wichtig. Ansonsten würde ja alles auf eine Industriemesse zulaufen, was nicht unser Ziel ist.
Beschaffung aktuell: Für welche Zusatzimpulse werden Sie als Veranstalter in diesem Jahr sorgen?
Kromer: Da gibt es eine ganze Reihe, etwa Nachwuchskräfte gewinnen, aber auch die berufliche Förderung von Fachkräften. Zusammen mit der VDW Nachwuchsstiftung organisieren wir eine Sonderschau, die für das Thema sensibilisieren soll. Gezielt werden junge Menschen eingeladen, um Technik, Maschinenbau und zerspanende Fertigung näher kennenzulernen. Überdies haben wir eine ganze Reihe von Schwerpunkten im Rahmenprogramm gesetzt, mit spannenden Themen für Besucher. Die European MINT Convention ist eines davon.
Beschaffung aktuell: Ist die AMB 2018 bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt?
Kromer: Stand heute werden wir die zusätzlichen Flächen von 15 000 Quadratmetern bedienen und füllen können.
Beschaffung aktuell: Verändern sich dadurch Gliederung und Besucherführung?
Kromer: Vereinzelt wird es 2018 eine neue Hallenzuordnung geben. Das ist mit dem Messebeirat abgestimmt. Den logischen Ablauf über die Kernbereiche Werkzeugmaschinen sowie Bearbeitungs- und Zerspanwerkzeuge hinweg wird der Besucher wie gewohnt vorfinden. Kleinere Veränderungen wird es allenfalls innerhalb einer Halle geben.
Beschaffung aktuell: Ist die AMB dann mit 120 000 Quadratmetern noch überschaubar und lässt sich an einem Tag bewältigen?
Kromer: 2014 betrug die durchschnittliche Verweildauer 1,4 Tage. Das sagt mir, dass ein Besucher mit spezifischem Interesse die Vielzahl an Ausstellern nutzt. Wer gut organisiert ist und sein Tagespensum stramm abarbeitet, kann das an einem Tag schaffen. Will man indes in einzelne Themen tiefer eintauchen, ist ein längerer Aufenthalt zu empfehlen. Zumal rund ums Messegelände bis hinein in die Region Stuttgart die Hotelkapazitäten erheblich ausgebaut werden. Vor allem bei internationalen Ausstellern und Besuchern wird dies der Messe ein deutliches Plus verschaffen.
Beschaffung aktuell: Kann die AMB bei der Internationalität zulegen?
Kromer: Gegenüber der AMB 2014 ist der Anteil ausländischer Aussteller von 255 auf 313 gestiegen. Ein Teil des Zuwachses entfällt auf Gemeinschaftsstände. Gewiss wollen wir auch bei den Besuchern aus dem Ausland zulegen. Aber wichtiger als die Quantität ist uns und unseren Ausstellern die Qualität. Und diese ist absolut gegeben. Zudem führt uns ein weiterer Aspekt bei der Internationalisierung Gäste aus dem Ausland zu. So wird eine Delegation aus dem Iran erstmals die AMB in Stuttgart besuchen.
Beschaffung aktuell: Ist das der kürzlich beendeten AMB Iran zuzuschreiben, die Sie erstmals veranstaltet haben?
Kromer: Genau das ist der andere Weg der Internationalität, den wir auch gehen. Die AMB Iran war ursprünglich als Symposium gemeinsam mit dem VDW konzipiert. Aus anfangs 20 bis 30 Ausstellern wurden dann 120. Bei dem überaus interessierten, über 2000 köpfigen Publikum fanden Messe und Vorträge viel Zuspruch. Im nächsten Jahr haben wir wieder Hallen reserviert.
Beschaffung aktuell: Herr Kromer, vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Dietmar Kieser.

Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung

AMB in Kürze

Zeitraum: 13. bis 17. September 2016Veranstaltungsort: Messe StuttgartVeranstalter: Landesmesse Stuttgart GmbHÖffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9.00 bis 18.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 16.00 Uhr Messeprofil: 1400 Aussteller aus 33 Ländern zeigen auf rund 105 000 Bruttoquadratmetern Innovationen und Weiterentwicklungen für spanende und abtragende Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge, Messtechnik und Qualitätssicherung, Roboter, Werkstück- und Werkzeughandhabungstechnik, Industrial Software & Engineering, Bauteile, Baugruppen und Zubehör.
Rahmenprogramm: Geführte Besuchertouren zu material- und energieeffizienten Maßnahmen in der Metallbearbeitung, Unternehmens-Kooperationsbörse von Enterprise Europe Network, Berufswettbewerb „DreherIn des Jahres“, „Kunst trifft Technik“, Sonderschau PTW „Innovationstour Metallbearbeitung – Trends von Morgen“, Berufswettbewerb „WorldSkills Germany“, „Sonderschau Jugend“, Ausbildungsinitiative „Think.Ing.“, „BlueCompetence“-Initiative des VDMA und VDW, „Kompetenz Verbundstoffe“.


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