Die Montage wird zunehmend digitaler

Motek 2018

Die Montage wird zunehmend digitaler

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Nah am industriellen Praxisalltag zeigen die mehr als 1000 Aussteller der Stuttgarter Produktions- und Automatisierungsfachmesse Motek die wichtigsten Trends und Neuheiten der Branche. Lösungen für die Automatisierung der Montage werden zunehmend digitaler und cleverer.

Wenn die Automationsfachmesse Motek am 8. Oktober für vier Tage ihre Tore öffnet, treffen die Besucher auf ein weites Spektrum: von der Produktions- und Montageautomatisierung über Zuführtechnik und Materialfluss bis hin zur Rationalisierung durch Handhabungstechnik und Industrial Handling. Ein Großteil der mehr als 1000 Aussteller will den Besuchern in den sechs Motek-Hallen auf knapp 65.000 qm Fläche bereichsübergreifende Lösungsansätze vermitteln, angefangen von Detaillösungen und bis hin zu schlüsselfertigen Systemlösungen. Präsent sein werden viele namhafte Anbieter aus den Bereichen Robotertechnik und Handhabungssysteme, Mensch-Maschine-Kollaboration und Sicherheit sowie Montagelösungen für die stückzahlflexible Produktion.

Der Motek-Veranstalter Schall hat die im Vorjahr begonnene Strukturierung des Ausstellungsangebots in den Hallen fortgesetzt. Bereits modular sortiert sind die schlüsselfertigen Montageanlagen und die Prozesstechnologien Schrauben, Einpressen und Nieten sowie Dosieren. Diese Struktur orientiere sich am Fertigungsalltag und biete Ausstellern wie Besuchern eine verbesserte Orientierung und kürzere Wege, so der Veranstalter. In diesem Jahr werden weitere Themen neu sortiert, darunter die Grundmaschinen und Verkettungssysteme, Halbzeuge wie etwa Profilsysteme, Sicherheitstechnik, unter die auch die Schutzzäune fallen, sowie manuelle Montagesysteme, Intralogistik und Betriebseinrichtungen. Auch Industrieroboter und Manipulatoren sowie die Prozesstechnologie werden teilweise ins neue System eingegliedert. Die Anordnung könne besser die Trends des Marktes abbilden, heißt es.

Immer enger mit der Datenwelt vernetzt

Von der klassischen, teilautomatisierten Montage bis hin zum vollautomatischen, robotergestützten Produktions- oder Montagesystem – die Bedarfs- und damit die Anwendungspalette ist breit. Und weil die künftige Produktion immer enger mit der virtuellen Datenwelt vernetzt wird, müssen Handhabungsgeräte und Roboter mit immer neuen Fähigkeiten aufwarten können. Machine Learning lautet das Stichwort.

Die Digitalisierung als einer der wesentlichen Trends greift somit auch in den Motek-Hallen Raum. So können viele Industrieroboter dank verbesserter Algorithmen und neuer Sensor- wie auch Bildverarbeitungstechnik selbst flache, unsortiert gelagerte Blechteile erkennen und greifen. Dadurch wird die automatisierte Montagetechnik immer raffinierter.
Im Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) üben Roboter im Projekt „Deep Grasping“ vor ihrer Inbetriebnahme im Unternehmen unterschiedlichste Greifprozesse, mit denen sie später im operativen Betrieb arbeiten sollen.

Und mit einfacheren Programmierumgebungen werden Roboter auch für kleinere Unternehmen immer einsatztauglicher und gefragter. Dazu gehören auch die sogenannten Cobots, die Hand in Hand mit dem Menschen arbeiten und damit Prozesse teilautomatisiert effizienter gestalten. Damit schickt sich die Mensch-Roboter Kollaboration an, zukünftig die flexible Produktion geringer Stückzahlen mit hoher Komplexität zu unterstützen.

Datenbrille beschleunigt Montage

Überhaupt sind einfach zu bedienende, flexible Systeme, deren Tätigkeit man ändern kann, ohne aufwendig zu programmieren, nicht nur für die etablierten großen Anwender interessant, sondern beispielweise auch für kleine und mittlere Unternehmen, die damit die Automation ohne besonders erfahrenes Fachpersonal nutzen können. Um Werker bei der manuellen Montage zu unterstützen, kommen zunehmend Datenbrillen und Pick-by-Light-Systeme zum Einsatz. Dies ist vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels vorteilhaft, wenn häufig weniger qualifizierte Werker Komponenten zusammenschrauben und -kleben müssen. Smarte Hilfsmittel wie Datenbrillen zeigen ihnen, welches Bauteil wo zu befestigen ist. Auch Augmented Reality auf dem Tablet kann helfen, indem per Animation der nächste Schritt eingeblendet wird. Bei der Auswahl des richtigen Teils helfen Lichtsignale. „Solche digitale Lösungen vermeiden Fehler, beschleunigen den Montageprozess und sparen damit Kosten“, sagt Motek-Projektleiter Rainer Bachert.

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang das Thema Big Data. Das Sammeln und Auswerten von Daten gewinnt im Bereich der Montageanlagen im Eilschritt an Bedeutung. Für die standardisierte Kommunikation zwischen steuerungstechnischen Komponenten und etwa einem ERP-System braucht es smarter Technik, die in Industrie-4.0-Prozesse eingebunden werden kann.

Doch wie kommunizieren und operieren smarte Maschinen, Roboter und Systeme untereinander und mit dem Leitsystem? Die Fachmesse in Stuttgart präsentiert für diesen Zweck ebenfalls Lösungen zur Schnittstellenoptimierung, Bus-Systeme sowie alles rund um den Kommunikationsstandard OPC UA, der die „Smart Factory“ in den nächsten Monaten und Jahren entscheidend voranbringen dürfte.

Aber auch den fahrerlosen Transport, automatische Handlingsysteme, Montagearbeitstische, Greiferkomponenten, Software zur Kollisionsberechnung und viele weitere Neuheiten außerhalb der Robotik werden die Aussteller ebenfalls präsentieren.

Flankiert wird die Motek von der parallel stattfindenden Bondexpo, deren Aussteller moderne Fügetechniken im Messegepäck haben. Die Schwestermesse zeigt facettenreich, wie Komponenten und Baugruppen aus Hightech-Kunststoffen, CVK sowie Hybrid-
und Composite-Materialien rationell und qualitativ zusammenmontiert werden.

Bondexpo zeigt innovative Klebelösungen

„Weil die Bondexpo innovative Klebelösungen zeigt, die Probleme bei der Montage lösen, ist sie genau die richtige Ergänzung zur Motek“, argumentiert Projektleiter Rainer Bachert. So bedarf es insbesondere im Bereich der Klebtechnik absoluter Spezialisten, um die richtige chemische Zusammensetzung sowie die passende Dosierung für den jeweiligen Anwendungsfall und die zu verbindenden Materialien zu entwickeln. Die passenden Lösungen dazu finden Besucher auf der Bondexpo, die klar ausgerichtet ist auf die Prozesskette Fügen/Verbinden durch Kleben, Vergießen, Dichten und Schäumen. Die mehr als 100 Aussteller offerieren für die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Bereich des Fügens und Verbindens verschiedenster Materialien wirtschaftliche Detail- und Systemlösungen.


Dietmar Kieser,

Redakteur Beschaffung aktuell

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