Integrierte Konzepte bieten Schutz

Sicherheit mehr als ein Produkt

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Der harte Kern einer Maschine, das Metall und der mechanische Teil, „lebt“ oft länger als die Sicherheitseinrichtungen, wo die Elektronik und neue Vorschriften für ständigen Fortschritt sorgen. Beim Retrofit, das heißt beim Erneuern der Steuerung, darf man die Sicherheit der Maschine als Ganzes nicht aus den Augen verlieren. Im Dienstleistungspaket von Pilz werden Produkte und Sicherheitsfunktionen auf die jeweilige Anforderung hin erstellt.

Gerade in der Fertigungsindustrie ist es von Bedeutung, neue Wege in der Sicherheitstechnik zu beschreiten. Denn häufig klafft eine große Lücke zwischen Anforderung und Umsetzung von Sicherheit. Integrierte Sicherheit sollte hierbei das Ziel sein. Produkte sicherheitstechnischer Hersteller sind zwar sicher, jedoch ist es zwingend erforderlich, immer die konkrete Applikation als Gesamtes sicher zu realisieren. Denn auch mit sicheren Produkten kann man unsichere Maschinen bauen, umfassende Sicherheit entsteht erst im Verständnis der Anforderungen plus deren richtiger Umsetzung.

Bei Pressen etwa, die als besonders gefährliche Maschinen gelten, wird zwar die Sicherheit großgeschrieben, umgesetzt wird diese z. B. beim Retrofit häufig mit veralteten technischen Mitteln. Herkömmliche mechanische Lösungen können jedoch durch elektronische ersetzt werden und eine „integrierte Sicherheit“ zu schaffen.
Das Unternehmen Pilz aus Ostfildern unterstützt hier auf der Basis jahrelanger Erfahrung dabei, theoretische Anforderungen so umzusetzen bzw. die Umsetzung zu unterstützen, dass Lösungen hundertprozentig praxistauglich sind. Produkte und Sicherheitsfunktionen werden auf die jeweilige Anforderung hin erstellt.
So hat das Unternehmen beispielsweise für die speziellen Anforderungen der Pressentechnik ein elektronisches Nockenschaltwerk auf den Markt gebracht, das im gemeinsamen Einsatz mit dem Sicherheitssystem PSS4000 die Produktivität und die Sicherheit von Pressen erhöht. Zusätzlich lässt sich die gesamte Presse, also auch der nicht sichere Funktionsteil, einfach und sicher steuern: Eine separate Steuerung kann häufig entfallen.
Plant Assessment betrachtet Sicherheit als Gesamtes: Ende Dezember dieses Jahres läuft die EN 954-1 aus, ersetzt wird sie durch die EN ISO 13849-1. Diese fordert die Betrachtung der gesamten Sicherheitsfunktion vom Sensor über die Logik bis zum Aktor. Als Methodik beim Integrieren von Sicherheitsaspekten in Maschinen empfiehlt Pilz die Orientierung am sogenannten V-Modell aus der IEC DIN EN 61508, die Spezifikationen und Design in den Vordergrund stellt. Beim V-Modell werden den Projektstufen Anforderungsdefinition, Systementwurf und Komponentenspezifikation bis zur endgültigen Programmierung jeweils Teststufen zugeordnet, wovon letztendlich die Umsetzung profitiert.
Auf das Retrofit von Maschinen angewandt, heißt dies, dass die Maschine, also das Metall, bestehen bleibt, die Steuerung jedoch erneuert wird. Hier ist zu prüfen, ob dadurch Veränderungen stattfinden, welche die Sicherheit der Maschine als Gesamtes beeinflussen. Auch wenn Einzelmaschinen zu komplexen Anlagen verkettet werden, muss darauf geachtet werden, dass keine zusätzlichen Sicherheitsrisiken entstehen. Die Frage, ob die CE-Kennzeichnung für die Gesamtverkettung noch gültig ist, muss dabei geklärt werden.
Hier unterstützt Pilz mit Dienstleistungen rund um die Sicherheit, bei denen die Konstruktion ein Kernsegment ist und bietet für alle Phasen des Maschinenlebenszyklus einen angepassten Service.
Damit Betreiber sich einen ersten Überblick über das Sicherheitsniveau ihres Maschinenparks machen können, bietet Pilz die Dienstleistung „Plant Assessment“ an. Beim Plant Assessment wird überprüft bzw. festgestellt, ob ein Problem im Bereich Sicherheit existiert. Eine erste Dokumentation gibt hier Klarheit: Stellt sich dabei heraus, dass Notwendigkeit zum Handeln besteht, schließt sich eine Detailanalyse an. Beim Engineering als letztem Schritt erfolgt sowohl eine Betrachtung der Mechanik, der Steuerungstechnik sowie auch der Antriebstechnik. Auf dieser Basis der Analyse wird dann eine individuelle Lösung erarbeitet.
Umfassendes Dienstleistungspaket für geprüfte Sicherheit: Gleich, ob eine neue Maschine in Betrieb genommen, eine bestehende Anlage aufgerüstet oder Maschinen zu Anlagen verkettet werden sollen, im Fokus steht immer die Sicherheit in allen Phasen des Maschinenlebens. Pilz bietet Dienstleistungen zum kompletten Lebenszyklus oder auch zu einzelnen Phasen der Maschine an. Diese reichen von Gefährdungsbeurteilungen und Risikobeurteilungen über Sicherheitskonzepte, Sicherheitsdesign und Systemintegration bis hin zur Sicherheitsüberprüfungen.
Dabei unterstützt das Unternehmen bei der Durchführung der sicherheitstechnischen Prüfung sowie bei der Erstellung der notwendigen technischen Dokumentation. Mögliche Gefahrenquellen werden aufgezeigt, was die Haftungs- und Betriebskosten reduzieren hilft. Gemeinsam mit seinen Kunden führt Pilz eine technische Überprüfung der Maschinen in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen und bzw. oder internationalen Normen und Richtlinien durch. So sollen bestehende Gefahren am Arbeitsplatz ermittelt und beurteilen werden, sowie Maßnahmen festgelegt werden, um die Risiken zu reduzieren. Ziel sind detaillierte technische Lösungen, die auf den Ergebnissen der Risikobeurteilung basieren. So lässt sich die Sicherheit der Anlagen durch mechanische, elektrotechnische und organisatorische Maßnahmen nach dem neuesten Stand der Technik und in Übereinstimmung mit nationalen bzw. internationalen Normen gewährleisten. Der Entwurf des Sicherheitsdesigns ist dabei immer kundenspezifisch: Er geht auf individuelle Gefährdungen ein. Die Integration von Sicherheitsmaßnahmen übernimmt Pilz: Die Installation und Kommissionierung an Maschinen wird so geplant, dass möglichst wenige Einschränkungen im Produktionsprozess auftreten.
Im Rahmen einer Validierung wird anschließend überprüft, ob nach der Neuinstallation, dem Umbau oder der Nach- und Aufrüstung von Maschinen die umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen sämtliche Anforderungen erfüllen. Pilz unterhält eine durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) anerkannte, unabhängige Inspektionsstelle gemäß DIN EN ISO 17020 Dies gewährleistet Objektivität, eine hohe Verfügbarkeit der Maschinen und eine höchstmögliche Sicherheit für die Mitarbeiter in den Unternehmen.

Wachsendes Geschäftsfeld

Dienstleistungen

Beschaffung aktuell: Pilz bietet auch Dienstleistungen, also Consulting, Engineering und Schulung. Wie kam es dazu?
Harald Förster: Pilz hat schon in der „Vorsicherheitstechnik-Ära“ Schulungen und Engineering für den richtigen Einsatz von Pilz-Komponenten angeboten. Mit der Orientierung hin zur Sicherheitstechnik entstand bei Pilz ein neues Geschäftsfeld – die Beratung, anfänglich zur Erläuterung unserer eigenen Produkte. Später dann haben wir diesen Bereich ausgebaut und bieten seitdem produktunabhängiges Consulting mit Dienstleistungen wie Risikobeurteilung oder Gefährdungsbeurteilung an.
Beschaffung aktuell: Welchen Anteil am Umsatz erzielen Sie mit diesem Geschäftsfeld? Harald Förster: Seit Jahren wächst bei Pilz dieses Geschäftsfeld im zweistelligen Bereich, der Dienstleistungsbereich ist sehr erfolgreich und heute ein zweites Standbein.
Beschaffung aktuell: Läuft es am Ende nicht immer auf den Kauf eines Ihrer Produkte bzw. Lösungen hinaus?
Harald Förster: Nicht zwingend. Unter Consulting verstehen wir produktunabhängige Dienstleistungen, die hauptsächlich in der Spezifikationsphase einer Maschine oder Anlage anfallen. Dies sind z. B. Risikobeurteilungen, Unterstützung bei der CE-Zertifizierung oder bei der sicherheitsgerichteten Konzepterstellung. Der Verkauf von Produkten steht hier nicht im Fokus.
Die Fragen stellte Daniel Zabota.
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