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Was man über digitale Lücken und Tücken wissen sollte

Buchrezension
Was man über digitale Lücken und Tücken wissen sollte

Tobias Schrödel: Ich glaube, es hackt! Ein Blick auf die irrwitzige Realität von Computer, Smartphone und IT-Sicherheit. 4., aktualisierte und erweiterte Auflage Springer, Wiesbaden, 458 Seiten, 17,99 €
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Niemand ist vor Hacking sicher und die Cyberkriminalität ist längst zu einem der Hauptrisiken der modernen Zeiten in Politik und Wirtschaft geworden – Tendenz zunehmend. Da kommt das vorliegende, nicht überraschend schon nach kurzer Zeit in der vierten Auflage erschienene Buch von Deutschlands erstem Comedyhacker Tobias Schrödel gerade recht.

Tobias Schrödel ist den vielen Besuchern des 51. BME Symposiums im November 2016 noch woh bekannt, denn er war einer der Key Note Speaker. Er war in Berlin auf der Bühne – wie die Auswertungen der Teilnehmerbewertungen ergeben haben – der Star. Kein Wunder: Denn der Mann hat etwas zu sagen, etwas, was uns alle angeht. In Berlin gab er amüsant einige Kostproben des Inhaltes seines Buches. Die Teilnehmer waren sprachlos und wurden blass und blasser angesichts der Tatsache, wie leicht ihre Daten gehackt werden können und wie amateurhaft sie sich dagegen bisher schützen.

In Berlin warf Tobias Schrödel nur einen Blick auf die irrwitzige Realität von Computer, Smartphone und die keineswegs gewährleistete IT-Sicherheit privat und geschäftlich. So hat man noch im Ohr, wie leicht es für Profis mit krimineller Energie ist, Passwörter zu hacken. Hoffentlich hat man auch noch seine sehr konkreten Empfehlungen zur zweckmäßigen Passwortwahl im Gedächtnis und hat daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man auf das vorliegende Buch zurückgreifen.
Keine absolute Sicherheit
Das Buch beschreibt und analysiert die digitalen Lücken und Tücken und steigt interessant präsentiert in die Details ein. Der IT-Experte zeigt dem aufmerksamen Leser Wege auf, wie dieser sich und seine IT wirksam, aber nicht vollständig schützen kann. Dies ist sehr wichtig, denn die alle Lebensbereiche durchdringende moderne IT lässt uns als Benutzern gar keine Chance mehr, alles so abzusichern, dass wir auch wirklich sicher gegen Hackerangriffe mit Trojanern etc. sind. Es kann also leider keine absolute Sicherheit gebe wohl aber ein Mehr, und dies mit relativ einfachen Mitteln. Immerhin sind ja bekanntlich erkannte Risiken schon halb gemanagte Risiken. Deshalb ist es sehr wichtig, einen Blick in den Giftschrank der modernen IT zu werfen, um dann die eigenen, durchaus vorhandenen Abwehrmöglichkeiten zu erkennen. Beides leistet das vorliegende Buch, das im Übrigen erfreulicherweise nicht verlangt, dass der Leser ein IT-Profi ist. Es ist ein trotz des ernsten Inhaltes amüsant und unterhaltsam geschriebenes Buch, das man auch kapitelweise lesen kann. Es eignet sich auch als Nachschlagewerk, wenn man problemorientiert auf das breite Stichwortverzeichnis rekurriert.
Der Cyberwar hat bereits angefangen
Der Autor geht eklektisch auf ein breites Spektrum von spannenden und allgemein interessierenden Themen ein: Geldkarten und -automaten, die er als einigermaßen sicher einstuft, sowie Online-Banking und Online-Shopping. Er behandelt Office-Anwendungen, Dateien und Betriebssysteme und das, was bei deren Nutzung alles mitgespeichert wird. Besonders spannend ist das Kapitel über Passwörter und PINs. Er beschließt dieses Kapitel mit der wenig beruhigenden Diagnose, dass der Cyberwar „Shutdown Deutschland“ schon angefangen hat. Von Ländern wie den USA, China und Russland wisse man, dass sie ganze Abteilungen von top ausgebildeten Hackern beschäftigen, die sich dem Thema widmen und in der ganzen virtuellen Welt aktiv in Systeme einbrechen und Lücken identifizieren. Unser Staat sei auf diese sich in Zukunft noch verstärkenden Angriffe nur unzureichend vorbereitet. Dies zeigen die jüngsten Wahlkämpfe.
Pflichtlektüre für IT-Nutzer
Der Leser erfährt zudem vieles über die Tücken der Nutzung von Google, Facebook & Co. und auch darüber, warum seit Jahren Handys abgehört werden und keiner etwas dagegen tut. Ihm wird klar, welche große Bedeutung Updates auch für alte Geräte haben. Nicht zuletzt skizziert Schrödel auch die menschlichen Unzulänglichkeiten als Sicherheitsrisiko und erläutert in diesem Zusammenhang u. a., wie man Laien unter Druck setzt, um an geheime Daten zu kommen und etwa User-ID und Passwort zu verraten.
Nach der Lektüre muss man erst einmal kräftig durchatmen. Wer bisher nur glaubte, es hackt, dem dürfte dämmern, dass der Glaube längst zur Gewissheit geworden ist. Das Buch ist Pflichtlektüre für IT-Nutzer im geschäftlichen und privaten Umfeld.

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Prof. Dr. Robert Fieten, fachlicher Berater der Beschaffung aktuell, Köln
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