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Wie die Welt sich verändert

Exponentielles Wachstum unter der Lupe
Wie die Welt sich verändert

Das_Experiment_sind_wir_von_Christian_Stoecker
Das Experiment sind wir. Unsere Welt verändert sich so atemberaubend schnell, dass wir von Krise zu Krise taumeln. Wir müssen lernen, diese enorme Beschleunigung zu lenken.Stöcker, Christian. Blessing im Random House Verlag, München, 2020.Hardcover, 384 Seiten. 22,00 €. ISBN: 978-3896676771. Bild: Blessing Verlag
Die Welt verändert sich immer schneller, so Christian Stöcker in diesem Werk. Doch wie können wir es als Menschheit schaffen, mit diesem immer weiter wachsenden Tempo der Entwicklungen Schritt zu halten?

» Sanja Döttling

Was exponentielles Wachstum bedeutet, ist seit der Corona-Pandemie den meisten bewusst: eine Kurve, die sich pro Zeiteinheit jeweils verdoppelt und so immer steiler wird, bis der Graph fast senkrecht in die Höhe schießt.

Mit einer solchen Kurve lässt sich allerdings nicht nur die Rate der Ansteckungen in der Pandemie beschreiben, sondern auch eine ganze Reihe weiterer Entwicklungen, die das Leben in der heutigen Zeit nachhaltig beeinflussen und zu einer Zunahme der Veränderungen in vielen Bereichen führen. Dies ist die Haupterkenntnis, die der Autor Christian Stöcker, Journalist und Universitätsdozent, in dem Buch „Das Experiment sind wir“ erlangt.

Die Welt wird schneller

Zu den von ihm aufgezeigten, exponentiell wachsenden Entwicklungen gehören unter anderem sozio-ökonomische Entwicklungen wie das BIP, die Weltbevölkerung, der Wasserverbrauch oder die Stadtbevölkerung sowie Entwicklungen des Erdsystems, etwa der CO2-Gehalt, der Verlust des Regenwalds oder die Versauerung der Meere.

Nicht alle Kurven sind dabei als endloses Wachstum zu verstehen; tatsächlich ist es so, dass einige dieser Werte ihr individuelles Plateau anstreben und deswegen immer langsamer wachsen; die Flächennutzung oder der Methan-Ausstoß sind zwei Beispiele dafür.

Wissen verwalten

Dieses Wachstum drückt sich auch in einem immer größer werdenden Wissensschatz aus, der den Menschen zur Verfügung steht und sich ebenfalls ständig wandelt. Der Autor sagt: „Doch die Zeiten, in denen man ausgelernt haben konnte, sind, wenn es sie denn je gab, vorbei. Es gibt immerzu Neues zu lernen, lebenslang. Was gestern noch stimmte, ist morgen vielleicht nicht mehr die ganze Wahrheit“.

Die Menschheit ist inzwischen kaum mehr in der Lage, dieser Informationsflut Herr zu werden; aber mithilfe von Computern haben wir, Stichwort KI, eine Möglichkeit gefunden, diese Flut zu verarbeiten. Verloren geht dabei das menschliche Verständnis, wie die Algorithmen zu ihren Ergebnissen kommen – selbst in solch „einfachen“ Anwendungsgebieten wie Schach- und Go-Spielen haben Computer Lösungswege entwickelt, die Menschen nicht mehr nachvollziehen können. Christian Stöcker beschreibt in diesem Buch eindrücklich, welchen Herausforderungen wir gegenüberstehen, um mit einer größer werdenden Datenmenge umzugehen. Er erklärt, welche Fallstricke wir beachten müssen und welche Lösungsansätze es gibt.

Denken neu lernen

Denn eins ist klar: Die Informationsflut wird weiter wachsen. Es liegt an uns Menschen, sich dieser neuen Normalität anzupassen und sie so zu nutzen, dass nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Menschheit als solche und unser Planet Vorteile daraus ziehen können.

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