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Dresselhaus als Lieferant: Bernard Krone und der „Schraubenkönig“

Zusammenarbeit seit mehr als 60 Jahren
Bernard Krone und der „Schraubenkönig“

Dr. Bernhard Krone
Dr. Bernhard Krone, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Bernard Krone Holding SE & Co. KG, erinnert sich an die lange Zusammenarbeit von Krone und Dresselhaus. Bild: Krone

Bereits seit 1958 bezieht die Bernard Krone GmbH & Co. KG ihre Verbindungselemente und Befestigungstechnik von der Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG. Heute verlässt sich Krone beim C-Teile-Management in den Werken in Werlte und Spelle auf das Direkt-Kanban-System von Dresselhaus. Dr. Bernhard Krone, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Bernard Krone Holding SE & Co. KG, erinnert sich im Gespräch mit Markus Schörg, einem der beiden derzeitigen Geschäftsführer von Dresselhaus, an die damalige Zusammenarbeit und wirft einen Blick in die Zukunft.

Markus Schörg: Die Zusammenarbeit unserer beider Unternehmen währt inzwischen bereits mehr als 60 Jahre. Können Sie sich noch an Ihren ersten Kontakt mit der Firma Dresselhaus erinnern, Herr Dr. Krone?

Anhängerbau bei Krone im Werk Spelle in den 50ern. Bild: Krone

Dr. Bernard Krone: Ja, selbstverständlich. Ich lernte Joseph Dresselhaus Ende der 50er Jahre während meiner Zeit als Praktikant beim Landmaschinenhersteller Claas kennen. Der ehemalige Verkäufer einer Schraubengroßhandlung hatte 1950 die heutige Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG in Bielefeld gegründet und machte sich gerade einen Namen als Zulieferer für Verbindungselemente und Befestigungstechnik in der ostwestfälischen Landmaschinen- und Möbelindustrie. Ich erzählte meinem Vater von dem schon seinerzeit besonderen Dresselhaus-Service, der daraufhin kurzentschlossen Schlossschrauben, Stahlmuttern und die passenden Unterlegscheiben für seinen Betrieb bei Dresselhaus orderte. Das war der Beginn der Partnerschaft zwischen Krone und Dresselhaus.

Schörg: Wie erlebten Sie Herrn Dresselhaus und sein Unternehmen damals?

Joseph Dresselhaus (m.) legte bei der Qualitätskontrolle noch selbst Hand an. Bild: Dresselhaus

Krone: Herr Dresselhaus war ein Vollblutverkäufer, den wir bei seinen Besuchen nie ohne seinen Bestellblock, Größe DIN A5, und eine aktuelle FAZ erlebten. Dabei schien er immer sehr entspannt und nutzte Wartezeiten, um einen Blick in seine geliebte Zeitung zu werfen. Joseph Dresselhaus war ungewöhnlich serviceorientiert und bereits damals Spezialist für schnelle, unkonventionelle Lösungen: Wenn Krone – oder ein anderer Kunde – dringend benötigte Schrauben zu spät bestellte, sorgte Dresselhaus stets dafür, dass sie dennoch rechtzeitig geliefert wurden, falls nötig von ihm selbst. Wir waren so beeindruckt von der Flexibilität und dem Ideenreichtum, dass wir ihn in unserer Branche weiterempfahlen und ihm auf diese Weise zu weiteren Kunden in der Landmaschinenindustrie verhalfen. Aber auch menschlich stimmte es. So waren die Feiern bei unserem „Schraubenkönig“ immer sehr besonders, auch emotional, und die Firmenbesichtigungen stets eindrucksvoll.

Schörg: Damit leisteten sie einen nicht unwesentlichen Beitrag zum heutigen Erfolg des damals jungen Unternehmens, das heute als Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG mit knapp 800 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro erwirtschaftet. Was bewog Sie dazu, die Partnerschaft über all die Zeit aufrecht zu erhalten?

Krone: Hervorragende Liefertreue und Qualität sowie eine seriöse Preisfindung sind die Gründe, warum die Firma Dresselhaus für unsere Betriebe bis heute der bevorzugte Lieferant für Verbindungselemente ist. Darüber hinaus stimmte es auch auf der menschlichen Ebene. Die Kontakte waren immer ausgezeichnet – von der Leitung bis zu den Lkw-Fahrern, die bei uns im Werk wie unsere eigenen Mitarbeiter agieren konnten. In den letzten Jahren ist die Zusammenarbeit besonders geprägt von der hervorragenden Unterstützung durch das Vertriebsteam um Axel Türke, den Geschäftsbereichsleiter Industrie OEM bei Dresselhaus. Auf ihn und sein Team konnten wir uns auch in schwierigen Situationen immer verlassen.

Schörg: Damit spielen Sie u.a. auf die Umrüstung auf das Direkt-Kanban-System in Ihrem Werlter Werk Ende 2017 an, richtig?

Krone: Ja, genau. Die Umstellung vom alten auf das neue System war ein wahrer Kraftakt, bei dem das engagierte Team um Axel Türke den Serviceanspruch von Joseph Dresselhaus mehr als erfüllte. Der Systemwechsel fand 2017 in den Betriebsferien an Weihnachten statt. Eine 24-köpfige Mannschaft arbeitete 14 Tage durch – auch an Sonn- und Feiertagen – damit das System pünktlich zum 1. Januar 2018 die Versorgung des Fahrzeugwerks mit C-Teilen übernehmen konnte. Seitdem erfolgt die Anlieferung der Teile mehrmals wöchentlich bis in die einzelnen Versorgungsbahnhöfe im Werlter-Werk. Heute beziehen wir in unserem Fahrzeugwerk in Werlte und in der Maschinenfabrik in Spelle über 1000 unterschiedliche Artikel im Full Service über das RFID-gestützte Direkt-Kanban-System. Mit dieser vollautomatisierten Lösung decken wir rund 90 Prozent unseres C-Teile-Bedarfs.

Ob Achsen-, Bremsen- oder Verdeckmontage – mit dem Direkt-Kanban-System stehen die richtigen C-Teile in den benötigen Mengen vor Ort zur Verfügung. Bild: Krone

Schörg: Als einer unserer ersten Kunden nutzen Sie im Fahrzeugwerk in Werlte ebenfalls unsere jüngste Neuheit, das Direkt-Wiegesystem IoT. Wie kam es dazu?

Krone: Drei Artikel – Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben – verbrauchen wir in so großen Mengen, dass die Anzahl der wöchentlich erforderlichen Behälterwechsel nicht über das Direkt-Regalsystem abzubilden ist. Da erwies sich das neue Direkt-Wiegesystem IoT von Dresselhaus als ideale Lösung. Die kabellos arbeitenden Großladungsträger mit integrierter Webtechnologie eignen sich besonders für sperrige oder in sehr großen Mengen benötigte Güter. Damit ergänzen sie das Direkt-Kanban-System perfekt. Dresselhaus richtete uns für jeden der drei Artikel eine Wiegezelle ein. Auf ihnen werden die Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben in großen Gebinden gelagert. Wird das vorgegebenen Mindestgewicht unterschritten, löst die Wiegezelle automatisch eine Nachbestellung aus.

Schörg: Unsere gemeinsame Erfolgsgeschichte wird also fortgeschrieben. Was wünschen Sie sich für die weitere Zusammenarbeit? 

Krone: Ich hoffe, dass die neuen Inhaber der Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG den Charakter des mittelständischen Familienunternehmens nicht zu stark verändern. Denn loyale Mitarbeiter, die den Kunden als ihren Fokus sehen und den Qualitäts- und Liefertreue-Gedanken verinnerlicht haben, sind die Garanten für langlebige Kundenkonten. Wenn Sie die grundlegende Philosophie von Joseph Dresselhaus der Zeit anpassen, bleibt Dresselhaus auch in Zukunft unser „Schraubenkönig“.

Das Unternehmen Krone:

Die Anfänge der Bernard Krone Holding liegen in einer einfachen, 1987 in Ochtrup gegründeten Schmiede, die einige Jahre später nach Spelle umzog. Anfang der 20er Jahre starten die Produktion kleiner landwirtschaftlicher Maschinen nach eigenen Konstruktionsplänen. Anfang der 60er Jahre, der Umsatz der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG beträgt bereits rund 17,5 Millionen DM, wird das Zweigwerk in Werlte errichtet – zunächst für die Produktion von landwirtschaftlichen Anhängern, Plattformwagen und Kippanhängern. Die 1970er Jahre sind geprägt von Restrukturierungen. Die Maschinenfabrik Bernard Krone in Spelle fokussiert sich auf Landmaschinen für den Bereich Grünfutterernte. Das Werk in Werlte wird zur Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG und produziert seitdem ausschließlich Fahrzeuge und Transportbehälter für den Straßentransport. 2007 steigt mit dem aktuellen Geschäftsführer Bernard Krone die vierte Generation in das familiengeführte Unternehmen ein, das seine Maschinen in über 40 Ländern weltweit exportiert.

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