Supply Chain - Leistungen bündeln und Kosten senken - Beschaffung aktuell

Supply Chain

Leistungen bündeln und Kosten senken

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Mit Ecosit – Economic Supply in Time – übernimmt Böllhoff die komplette Lieferkette für seine Kunden. Böllhoff hat das seit Jahren am Markt etablierte Dienstleistungs- und Belieferungssystem weiterentwickelt: Um das Handling zu vereinfachen, werden RFID-Handschuhe eingesetzt. Außerdem bietet die neue RFID-Box diverse Interaktionsmöglichkeiten.

Folgende Frage müssen sich die Kunden von Böllhoff künftig nicht mehr stellen: „Welche Kleinladungsträger (KLT) passen zu unseren individuellen Bedürfnissen?“ Die Behälter decken alle Einsatzszenarien ab – sei es stirnseitig oder längsseitig bedienbar. Es werden gerade oder schräge Fachböden verwendet – in einem anderen Fall sind es Rollenbahnen. Die flexiblen KLT erfüllen die unterschiedlichsten Anforderungen: „Mit drei Formaten und vier Volumengrößen können wir für jeden Kunden und Anwendungsfall die richtige Behältervariante anbieten“, erklärt Mario Graßy, Innovationsmanager bei Böllhoff. Die KLT sind mit gerundeten Innenkanten ausgestattet. Das erleichtert nicht nur die Entnahme der Artikel, sondern auch die Reinigung der Behälter.

Was jedoch die KLT von anderen abhebt und was es bisher nicht auf dem Markt gibt, sind zwei vertikal bewegliche, rastbare, transluzente Klappen. Jeweils auf einer Längs- und einer Stirnseite. „So können sie in jedem Bereitstellungsregal flexibel platziert werden“, betont Graßy. An den Klappen sind die RFID-Etikettenhalter angebracht, womit eine stets optimal sichtbare Etikettierung gewährleistet ist. Die KLT sind beliebig im Verbund stapelbar, gleich auf gleich, klein auf groß, aber auch groß auf klein, ob mit oder ohne optionalen Staubschutzdeckel. Das Stapelverhältnis ist auf 2:3 ausgelegt (zwei KLT mit 220 mm Höhe rasten auf das gleiche Maß wie drei KLT mit 147 mm Höhe). Graßy: „Dadurch lassen sich auch bei unterschiedlich hohen Behältern glatte Lagen auf der Transportpalette bilden.“ Die umlaufend angefaste Bodenstruktur begünstigt den Transport auf automatischen Förderanlagen und verringert mögliches Springen auf Rollenbahnen. Somit ist der KLT auch zum Einsatz in automatischen Kleinteilelagern (AKL) bestens geeignet. Zudem kann im Waffelboden ein Röhrchentransponder eingebaut werden, um Anforderungen wie etwa im Pool Management gerecht zu werden. Bei Bedarf können alle Varianten auch in einer ESD-Variante zur Verfügung gestellt werden.

Das RFID-Etikett immer im Blick

Egal, in welcher Position sich die Box befindet – die umlaufende Griffleiste ermöglicht eine einfache, ergonomische Handhabung. Dabei haben die Mitarbeiter stets einen freien Blick auf das RFID-Etikett, das sich auf den transluzenten Klappen sicher anbringen lässt.

An den Warenbereitstellungsregalen werden demnächst gut lesbare elektronische Label angebracht. „Die notwendige, aber statische Regalbeschriftung mit Papieretiketten soll interaktiv werden und unseren Kunden zusätzlichen Nutzen bieten. Sie zeigen nicht nur an, welche Ware sich in den Behältern befindet, sondern auch, ob eine Nachbestellung ausgelöst wurde und zu welchem Zeitpunkt die Ware geliefert wird“, so Graßy. Die Werker der Böllhoff Kunden sollen über die Informationen verfügen, welche wirklich benötigt werden, ohne anderweitig nachsehen oder fragen zu müssen. Im Notfall ist es sogar möglich, aus dem zentralen Qualitätsmanagementsystem bei Böllhoff heraus eine Charge direkt im Regal des Kunden als „gesperrt“ zu markieren, wodurch eine neuer Standard an Sicherheit geschaffen wird.

Bei den Paperwhite-Etiketten sind mehrere tausend Anzeigenwechsel mit einer Standard-Knopfzelle möglich. Das sorgt für Wartungsfreiheit über einen langen Zeitraum. Die Steuerung der Displays ist in die neue RFID-Box integriert. Ein Sendemodul erhält seine Daten direkt aus der RFID-Box und gibt diese innerhalb weniger Sekunden an die Displays weiter. Dabei ist weder direkter Sichtkontakt notwendig, noch können Betriebseinrichtungen aus Stahl die kabel- und kontaktlose Datenkommunikation maßgeblich beeinträchtigen.

RFID-Box mit Videofunktion

Die bewährte RFID-Box wurde abermals weiterentwickelt und bietet nun echte Interaktivität. Nicht nur die Steuerung der Regaldisplays, sondern auch der Zugriff auf eine komplett neu aufgebaute Datenbank eröffnen eine Vielzahl an zusätzlichen Möglichkeiten:

Detailinformationen zu Artikel, Lagerort und Menge der bestellten Waren direkt nach dem Einwurf der Etiketten in den „Briefkasten“ bzw. über eine angeschlossene UHF-Antenne, ein 15 Zoll großes Touchdisplay, welches jede Aktion unmittelbar optisch bestätigt bis hin zu einer komfortablen Menüführung. Ist eine direkte Kommunikation von der RFID-Box zum Kundenbetreuer gewünscht, ist das mit der optionalen Webcam über einen Video-Anruf möglich.

Durch den Einsatz eines leistungsstarken RFID-Readermoduls mit mehreren Antennenports ist es gelungen, die Vorteile der RFID-Box mit denen der bisherigen multifunktionalen Steuerung zu kombinieren. Die gleiche Anlage kann als Briefkasten fungieren, als Steuerung für externe Antennen oder auch in Kombination. So gibt es für jeden Einsatzzweck die optimale Lösung.

„Im Vordergrund steht immer, dass die gewährten und vertrauten Ablaufprozesse unserer Kunden nicht verändert werden, sondern eine positive Unterstützung erfahren. Aus gutem Grund bieten wir mit unserer hochbelastbaren Bodenantenne, der RFID-Base, mittlerweile zwei Varianten an – für ½- oder Voll-Paletten, und natürlich auch weiterhin zur Auflage auf ein Bereitstellungsregal, die RFID-Shelf. Für besondere Fälle kann die Deckenantenne RFID-Ceilling oder ein ganzes Durchfahr-Gate zum Einsatz kommen.“

Mit dem bevorstehenden Launch eines völlig neuartigen Kundenportals werden Böllhoff Kunden demnächst viele OnlineInformationen zur Verfügung gestellt: von einer aktuellen Systemübersicht über einen Regalbelegungsplan, einer Verbrauchshistorie bis hin zum Dokumentendownload und der Verwaltung gemeinsamer Verträge. Auch die RFID-Box oder ein Smartphone kann diesen Datenbank-Zugriff erhalten, womit Online-Daten nicht nur vom Büro aus verfügbar werden, sondern an dem Ort, wo diese vom Kunden benötigt werden.

RFID-Handschuh prüft 100 Prozent

Bei der Programmierung eines Transponders wird jeder Prozessschritt überwacht. Trotzdem kann es vorkommen, dass Daten falsch oder gar nicht im Speicher des Prozessors ankommen, wodurch der RFID-Tag seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Das könnte unter Umständen bedeuten, dass zum Beispiel keine Bestellung für einen leer gewordenen KLT ausgelöst wird und Ware in der Produktion fehlt. Um diesem potenziellen Problem vorzubeugen, tragen die Böllhoff Mitarbeiter bei der Befüllung der KLTs einen Handschuh mit besonderer RFID-Technik. Diese prüft beim Berühren jedes Etikettes, ob der Transponder in der richtigen Logik programmiert wurde und warnt den Werker, falls eine Abweichung auftritt. Gleichzeitig wird das Etikett bei der Anbringung am KLT aufgezeichnet und das physische Tracking hat begonnen.

Auch beim Einräumen der gelieferten vollen KLT in das Kunden-Regal kann das Etikett durch den RFID-Handschuh aufgezeichnet werden, womit der Wareneingang jedes einzelnen gelieferten Behälters nachvollzogen werden kann.

Eine große Arbeitserleichterung und einen Gewinn an Sicherheit bietet der RFID-Handschuh auch in der Produktion: Mit ihm werden Daten erfasst, verifiziert und optional mit beliebigen Datenbanken abgeglichen – ganz ohne Mehraufwand. Mit jedem Handgriff werden so die Informationen des RFID-Transponders ausgelesen und z. B. mit einer Produktionsstückliste abgeglichen. Datenabgleich und Identifizierung der Artikel erfolgen quasi „nebenbei“ und ermöglichen eine lückenlose Nachverfolgung des Produkts.

Durchdachtes Transportkonzept

„Viele Kunden fragen uns nach einer holz-, papier- und kartonagenfreien Lieferung“, so Graßy. Um eine Kontamination der Produktion durch Staub zu vermeiden, werden C-Teile im Rahmen eines Ecosit Systems ausschließlich in Kunststoffbehältern geschüttet geliefert. Die für den Transport üblichen Europaletten aus Holz, zusätzliche Aufsetzrahmen oder Wickelfolien gehören der Vergangenheit an.

„Wir wollen unsere Produkte einfach und effizient an unsere Kunden liefern und das Leergut einfach entsorgen. Was wir nicht wollen, ist eine zusätzliche Erzeugung von Verpackungsmüll “ erklärt Mario Graßy. Aus diesem Grund hat Böllhoff neben dem völlig neu entwickelten Kleinladungsträger „ECOBin“ ein durchgängiges Transportkonzept erstellt.

Bis zu einem Stückgewicht von ca. 350 kg kommen Halbpaletten mit integriertem Fahrwerk zum Einsatz, die sogenannte „Pally“. Diese kann mit einer Feststellbremse gegen Verrutschen gesichert werden, aber genauso einfach mit jedem Flurförderzeug oder sogar von Hand bewegt werden. Graßy: „Das flexibilisiert auch unsere Kunden in der Produktion“. Für höhere Sendungsgewichte kommen Europaletten aus Kunststoff zum Einsatz. Generell wird das komplette Packstück mit einem Deckel gesichert. Im „Lid“ sind eigene Spanngurte integriert, die zum einen zur Sicherung der KLT auf der Palette verwendet werden, zum anderen, um das komplette Gebinde auf dem LKW zu sichern. Das Ergebnis: Versorgung, Entsorgung und Ladungssicherung ohne zusätzliches Verpackungsmaterial.

Der Nutzen steht im Vordergrund

Logistikprozesse sollen noch schneller, kostengünstiger und effizienter gestaltet werden. „Beim Wareneinkauf lässt sich nicht viel bewegen“, meint Graßy, „in den Durchlaufprozessen dagegen schon wesentlich mehr. Böllhoff rät, sich an den Total Cost of Ownership (TCO) zu orientieren.“

Laut Graßy sind mit der Prozessoptimierung bei einem herkömmlichen Ecosit System Einsparungen bis 50 Prozent realistisch. Mit der neuen RFID-Box und einer intelligenten Kombination der neuen Optionen sind nochmals 5 bis 10 Prozent on top möglich“. Die Systemumstellung beim Kunden übernimmt Böllhoff. „Wir als Dienstleister stellen in Abstimmung mit unseren Kunden ein System zur Verfügung, das die individuellen Bedürfnisse optimal befriedigt“, so Graßy. „Das gilt für alle operativen Schritte in der Supply Chain in gleichem Maße wie für die Übermittlung von Daten direkt in das ERP-System unserer Kunden“.

Ausblick

Von der Disposition über die Beschaffung, Qualitätsprüfung und Lagerhaltung bis hin zur Warenverteilung ans Band legen Kunden zunehmend ihre Prozesse in die Hand eines Dienstleisters. Sie erwarten eine einfache und schnelle Installation der notwendigen Regale und der Technik, eine systematische und übersichtliche Lagerhaltung und eine Reduzierung von Lager- und Sicherheitsbeständen. Das heißt: Eine hohe Versorgungssicherheit, flexible Lieferungen bei Bedarfsspitzen sowie ein Online-Controlling der Bestellprozesse on demand.

All diese Ansprüche sollen die indirekten Kosten in der Beschaffung senken. Dazu gehören die Bündelung von Artikeln und die Reduzierung der Lieferantenzahl. Der Einkauf beschäftigt sich nicht mehr mit 20 oder 30 Lieferanten, die teilweise die gleichen Artikel anbieten, sondern es kommen nur noch wenige Lieferanten zum Einsatz, die auf bestimmte Artikel spezialisiert sind“, so Graßy. So kann es einen Lieferanten für Befestigungselemente, einen anderen für Elektroteile und einen dritten z. B. für chemische Produkte geben. Jeder ist in seinem Gebiet der Fachmann und liefert die beste Beratung und den besten Service.

Künftig wollen die Kunden aber nicht nur eine funktionierende, effiziente Supply Chain, sondern erwarten im B2B-Bereich ähnliche Funktionalitäten und lückenlose Informationen wie im B2C-Bereich, zum Beispiel: „Wer diesen Artikel gekauft hat, interessiert sich auch für jenen Artikel.“ Allerdings gibt es einen großen Unterschied zu Amazon, Zalando & Co.: „Im B2C-Bereich akzeptieren die Kunden, dass jeder Online-Shop seine eigene Logik, Technik und Optik hat“, so Graßy, „im geschäftlichen Umfeld funktioniert das nicht. Dort müssen Dienstleister die Prozesse des Kunden abbilden und auch auf besondere Anforderungen reagieren.“


Kirsten Seegmüller,

freie Journalistin in Leinfelden-Echterdingen

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