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One-Stop-Shop für Einkäufer

Digitale Beschaffungsplattform
One-Stop-Shop für Einkäufer

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Einfache, schnelle und umfassende Beschaffung: Im Schnitt rund 50.000 Pakete verlassen täglich das Conrad Logistikzentrum in Wernberg-Köblitz. Bild: Conrad Electronic
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Eine Sourcing-Plattform für alle(s): Ralf Bühler, CEO von Conrad Electronic, erklärt im Interview, welche digitalen Beschaffungskonzepte das Unternehmen unter dem Namen „Conrad Sourcing Platform“ für den B2B-Bereich anbietet.

Beschaffung aktuell: Was ist die „Conrad Sourcing Plattform“ im Detail?

Ralf Bühler: Mit dem Fokus aufs B2B-Geschäft bei Conrad Electronic wurde bereits 2017 der Conrad Marketplace ins Leben gerufen. Heute bieten wir EinkäuferInnen mit der „Conrad Sourcing Platform“ den Rahmen, Beschaffung einfach, schnell und umfassend zu gestalten. Aktuell haben unsere B2B-Kunden in Deutschland Zugriff auf mehr als sechs Millionen Produktangebote – neben dem Conrad-eigenen Sortiment sind auf der Plattform 370 Partner aktiv und KundInnen und können aus über 5000 Marken wählen. On top gibt es Services wie etwa Termin- und Abrufaufträge oder Möglichkeiten im Bereich Smart Ordering. Für reibungsloses One-Stop-Shopping braucht es außerdem eine gute Einkaufsanbindung. Wir bieten unseren GeschäftskundInnen deshalb einen auf sie zugeschnittenen Zugang – beispielsweise individuell nutzbare eProcurement-Lösungen. Insgesamt nutzen 21 Millionen KundInnen weltweit die „Conrad Sourcing Platform“.

BA: Welche Produkte sind im Detail zu bekommen?

Bühler: Es ist unser Ziel, Unternehmen und deren Einkaufsverantwortliche umfassend bei der Deckung ihres täglichen technischen Betriebsbedarfs zu unterstützen. Dementsprechend kümmern wir uns um das B- und C-Teile-Management unserer B2B-Kunden – angefangen bei Gebäudetechnik und Werkzeug über IT-Ausstattung bis hin zum Arbeitsschutz und Automatisierungslösungen.

BA: Können Sie beschreiben, wie die Kundenreise einer EinkäuferIn auf der Plattform genau aussieht?

Bühler: Unser Anspruch ist es, Beschaffungsprozesse für GeschäftskundInnen so einfach wie möglich zu gestalten. Passend zur jeweiligen Unternehmensgröße können unsere B2B-Kunden selbst entscheiden, mit welcher Technologie die Anbindung an die Conrad Sourcing Platform erfolgt: Während der klassische Conrad Webshop eher für Selbständige oder EinzelnutzerInnen geeignet ist, bieten wir KMUs mit mehreren Shop-Usern unsere eigene Lösung Conrad Smart Procure (CSP) an. Dabei handelt es sich um ein browserbasiertes Einkaufstool, das mobile-fähig ist. Produktangebote und deren Verfügbarkeit werden hier in Echtzeit anzeigt und darüber hinaus werden sowohl Genehmigungsworkflows abgebildet als auch Freigabefunktionen ermöglicht. Größeren Unternehmen mit eigenem Procurement-System oder Provider bieten wir für die Automatisierung ihrer Beschaffung zwei Alternativen an: Bei Lösung Nummer eins handelt es sich um ein eProcurement-Tool für Firmenkunden mit ERP-System. In dieses können sie über eine OCI-/PunchOut-Schnittstelle sowohl das komplette Shop-Angebot auf conrad.de integrieren als auch direkt ihren individuellen Warenkorb übernehmen. Groß- sowie Konzernkunden mit eher statischen Anforderungen an den Datenaustausch können alternativ dazu einen eKatalog nutzen, der sich durch festgeschriebene Preislisten, ein individuell zugeschnittenes Sortiment, unterschiedliche Klassifikations- und Exportformate sowie regelmäßigen Updates auszeichnet.

BA: Welche Einsparungen können durch die Nutzung der Plattform realisiert werden?

Bühler: Mit konkreten Zahlen lässt sich diese Frage nicht beantworten. Bei vielen Unternehmen ist es jedoch so, dass sich ein Großteil der Beschaffungsressourcen auf produktions- oder entwicklungsrelevante Bereiche beziehen, während Einkaufsprozesse des täglichen technischen Bedarfs aus dem Blick geraten. Es gibt in diesem Bereich also immer mehr Lieferanten, was zu einem intransparenten und langsamen Beschaffungsprozess führt, dessen monetärer Aufwand die eigentlichen Artikelkosten häufig übersteigt. Genau hier setzen wir mit unserem Angebot für umfassendes One-Stop-Shopping an.

BA: Sind die Lieferanten auf dem Marketplace auditiert und wenn ja, wie?

Bühler: Anders als auf vielen anderen Marktplätzen üblich, bieten wir unseren B2B-KundInnen ein kuratiertes, also speziell ausgewähltes Sortiment an. Auf der Conrad Sourcing Platform sind nur solche Angebote zu finden, deren Anbieter die Qualitätsprüfung durch unser Marketplace-Team absolviert haben oder über eine ISO-Zertifizierung verfügen. Produkte minderwertiger Qualität schließen wir damit aus, um unseren eigenen Qualitätsanspruch zu untermauern. Das bedeutet auch, dass potentielle neue Partner zunächst aktiv mit uns in Kontakt treten. Sofern feststeht, dass die Angebote zu unseren Kundengruppen und deren Bedarfen passen, durchlaufen neue Partner einen Onboarding-Prozess, bevor sie ihre Produkte über die Conrad Sourcing Platform verkaufen können.

BA: Welche Vorteile bieten sich für EinkäuferInnen?

Bühler: Wir kennen die Anforderungen unserer B2B-KundInnen und haben deshalb in erster Linie deren Prozesskostenreduktion, Effizienzsteigerung und Lieferantenkonsolidierung im Blick. Hohe Warenverfügbarkeit, zuverlässige und schnelle Lieferservices sowie intelligente Beschaffungslösungen lauten hier die Stichworte. Um beispielsweise unsere OCI- und CSP-KundInnen dabei zu unterstützen, ihre Prozesse zu verschlanken, bieten wir diesen beiden Kundengruppen seit kurzem unsere Single-Creditor-Lösung an: Sie erhalten künftig pro Bestellung nur eine Rechnung direkt von Conrad, gleichgültig wie viele Produkte von unterschiedlichen Partnern ihre Bestellung umfasst. Die Buchhaltung muss also künftig nur noch einen Rechnungssteller verwalten und auch das zeitaufwändige Verhandeln von Mindestabgabemengen mit verschiedenen Anbietern entfällt.

BA: Wickelt Conrad auch die Logistik und Kundenservice ab?

Bühler: Mit unseren Key-Accountern, unserem Außendienst und den Businessbetreuern in den Conrad-Filialen bieten wir unseren B2B-KundInnen einen direkten, individuellen und persönlichen Service. Zusätzlich zu den Angeboten auf dem Conrad Marketplace, für deren Versendung der jeweilige Partner verantwortlich ist, halten wir nach wie vor eine große Anzahl an Produkten aus unserem Conrad-eigenen Sortiment dauerhaft auf Lager. Pro Tag verlassen durchschnittlich 50.000 Pakete unser Logistikzentrum in Wernberg-Köblitz. Diese sind dann per Standard-Lieferung in der Regel innerhalb von 24 Stunden bei den B2B-KundInnen – in Filialnähe sogar innerhalb von drei Stunden. Außerdem bieten wir unseren Marketplace-PartnerInnen Fulfillment by Conrad an.

BA: Und welche Rolle kann Conrad mit seinen Lösungen und digitalen Services ganz speziell für die Automatisierungsbranche spielen?

Bühler: Als leistungsstarker Partner beliefern wir sowohl die industrielle Instandhaltung und (Sonder-)Maschinenbau-Branche als auch die Fertigungsindustrie mit allen Ersatz- und Verschleißteilen, die für die Wartung und Instandhaltung sowie den Regelbetrieb von Anlagen und Maschinen erforderlich sind. Auswählen können unsere KundInnen hier zwischen Herstellern wie Siemens, Festo, Wago, Phoenix Contact, Schneider Electric, Weidmüller, Tru Components oder Lapp. Und unser Produktportfolio reicht von Pneumatikprodukten, speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), Industriesensoren, Stromversorgungen, Relais, Industriekabeln und Steckverbindern über Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien bis hin zu Test- und Messgeräten für die Automatisierung. Neben einem individuellem Angebotsservice, ermöglichen wir unseren B2B-Kunden Termin- und Abrufaufträge, damit sie vorausschauend planen und Ware bedarfsgerecht abrufen können. Abgerundet wird das Angebot durch unseren Kabel- bzw. Schlauchmeterservice, unseren Kabelkonfektionierungsservice sowie einen 3D-Druckservice in Industriequalität.

BA: Was ist Ihre Vision und wo sehen Sie die größten Herausforderungen der nahen Zukunft?

Bühler: Unser Ziel ist es, Europas führende Sourcing Platform für technischen Betriebsbedarf zu werden. Das gelingt nur, wenn man bereit ist, auch neue Wege zu gehen. Ich bin davon überzeugt, dass sich Unternehmen im digitalen Zeitalter von dem Gedanken verabschieden müssen, alles im eigenen Haus entwickeln zu können. Ich beschreibe diese Veränderung des unternehmerischen Mindsets gerne mit dem Begriff Koopkurrenz. Technologien von außen ins eigene Unternehmen zu integrieren ist dabei meines Erachtens eine der wichtigsten Herausforderungen, der sich UnternehmerInnen in der nahen Zukunft stellen müssen.

BA: Was sind die konkreten nächsten Schritte in der Entwicklung der Plattform?

Bühler: Unser Ziel ist es, den Handel der Zukunft aktiv mitzugestalten. Hierbei setzen wir auf den konsequenten Ausbau unseres Omnichannel-Access sowie die Entwicklung innovativer Services. Die Conrad Sourcing Platform wird also sukzessive weiter ausgebaut und ist selbstverständlich so skalierbar, dass sie nach und nach für andere Länder ausgerollt werden kann. Letzten Monat haben wir zum Beispiel den Launch des Conrad Marketplace in Österreich feiern können. In erster Linie geht es uns bei der Erweiterung unserer Plattform darum, andere Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen. Gleichzeitig nehmen wir den Bereich des Internet of Things immer mehr in den Blick und konzentrieren uns auch hier vermehrt auf Lösungen für Unternehmen: Unsere IoT-Plattform Conrad Connect beispielsweise können B2B-Kunden entweder für die smarte Automatisierung eigener Betriebsabläufe oder als Platform-as-a-Service (PaaS) nutzen, um ihren eigenen Zielgruppen die Vorteile des Internets der Dinge zur Verfügung zu stellen.

Das Interview führte Sanja Döttling, Redakteurin Beschaffung aktuell.


Bild: Conrad Electronic

Ralf Bühler

… leitet seit 1. Januar 2021 als CEO die Geschicke von Conrad Electronic. Vorrangiges Ziel des ausgewiesenen B2B-Experten ist der Ausbau der Conrad Sourcing Platform zu Europas führender Beschaffungsplattform für technischen Betriebsbedarf. Als CSO B2B verantwortete Ralf Bühler bereits zuvor den Geschäftskundenbereich und das Plattformgeschäft des Omnichannel-Anbieters und wird diese Bereiche auch weiterhin führen.

Vor seinem Wechsel zu Conrad war Ralf Bühler bei Farnell weltweit für die Bereiche Vertrieb, Marketing und eCommerce verantwortlich.


Conrad Electronic

Als führender Omnichannel-Anbieter steht Conrad Electronic seit 1923 für Technik und Elektronik und bietet heute als Sourcing Platform bequemes One-Stop-Shopping sowohl online als auch im Stationärhandel. Mit Landesgesellschaften in 16 Ländern Europas beschäftigt die Conrad Gruppe weltweit rund 3.500 MitarbeiterInnen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 1 Mrd. Euro.

www.conrad.de


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