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Automobilindustrie ist Angriffsziel Nummer eins

Cyberkriminalität
Automobilindustrie ist Angriffsziel Nummer eins

Industrie im Fadenkreuz der Hacker: Der am stärksten gefährdete Wirtschaftszweig ist der Automobilbau mit 68 % betroffenen Unternehmen. Es folgen die Chemie- und Pharma-Branche mit 66 % sowie Banken und Versicherungen mit 60 %. (Foto: Daimler)
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Mit 60 % ist eine deutliche Mehrheit der Unternehmen in Deutschland der Meinung, dass sie nicht ausreichend gegen Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotageakte geschützt sind. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1000 Sicherheitsexperten in den Unternehmen ergeben. „Die Digitalisierung und Vernetzung der gesamten Wirtschaft schafft neue Angriffspunkte für Cyberkriminelle“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Unternehmen müssen mehr in die technische, organisatorische und personelle Sicherheit investieren.“ Das zeigt der Studienbericht „Spionage, Sabotage und Datendiebstahl – Wirtschaftsschutz im digitalen Zeitalter“, den der Verband jüngst vorgelegt hat. In der Studie wird unter anderem untersucht, welche Unternehmen von entsprechenden Vorfällen betroffen sind, wer die mutmaßlichen Täter sind und wie sich die Wirtschaft schützt. In der Untersuchung wurde zudem die Höhe der verursachten Schäden ermittelt.

Der Studienbericht enthält neben den kürzlich veröffentlichten Daten zahlreiche weitere, detaillierte Ergebnisse zu den verschiedenen Unternehmensgrößen sowie Besonderheiten bei den Betreibern kritischer Infrastrukturen. Die zentralen Ergebnisse im Überblick:
51 % aller Unternehmen in Deutschland sind in den vergangenen zwei Jahren Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden.
Nach konservativen Berechnungen des Bitkom beläuft sich der entstandene Schaden für die gesamte deutsche Wirtschaft auf rund 51 Mrd. Euro pro Jahr.
Der am stärksten gefährdete Wirtschaftszweig ist die Automobilindustrie mit 68 % betroffenen Unternehmen. Es folgen die Chemie- und Pharma-Branche mit 66 % sowie Banken und Versicherungen mit 60 %.
In 28 % der Unternehmen sind in den letzten zwei Jahren IT- und Kommunikationsgeräte gestohlen worden. 19 % registrierten Fälle von Social Engineering. Bei dieser Methode geht es darum, Mitarbeiter zu manipulieren, um an bestimmte Informationen zu gelangen. 17 % der befragten Unternehmen berichten vom Diebstahl sensibler elektronischer Daten und 16 % von Sabotage ihrer IT-Systeme oder Betriebsabläufe. Bei 8 % der Unternehmen ist die elektronische Kommunikation ausgespäht worden.
Täter sind vor allem aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter: 52 % der betroffenen Unternehmen geben diesen Personenkreis an. Die zweite große Tätergruppe mit 39 % umfasst das unternehmerische Umfeld (Wettbewerber, Lieferanten, Dienstleister, Kunden). 17 % nennen Hobby-Hacker als Täter. 11 % sind Opfer organisierter Bandenkriminalität geworden und 3 % standen im Visier ausländischer Geheimdienste.
Als Reaktion auf die Vorfälle haben 53 % der Betroffenen eine interne Untersuchung durchgeführt. 30 % haben externe Spezialisten hinzugezogen. Dagegen hat nur jedes fünfte Unternehmen staatliche Stellen eingeschaltet.
Alle befragten Unternehmen nutzen Virenscanner, Firewalls sowie einen Passwortschutz für Computer und andere Kommunikationsgeräte. Immerhin 80 % verschlüsseln zudem ihre Netzwerkverbindungen. Dagegen verschlüsseln nur 45 % Daten auf Festplatten oder anderen Datenträgern und 40 % setzen auf eine Verschlüsselung ihres E-Mail-Verkehrs.
Ein Notfallmanagement gewährleistet eine schnelle Reaktion im Krisenfall. Darüber verfügt bisher nur knapp die Hälfte (49 %) der Unternehmen in Deutschland. Und nur 52 % der Befragten führt Schulungen der Mitarbeiter oder Sicherheitsüberprüfungen von Bewerbern durch.
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1074 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern befragt. Die Interviews wurden mit Führungskräften durchgeführt, die in ihrem Unternehmen für das Thema Wirtschaftsschutz verantwortlich sind. Dazu zählen Geschäftsführer sowie Führungskräfte aus den Bereichen Unternehmenssicherheit, IT-Sicherheit, Risikomanagement oder Finanzen. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.
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