Beschaffungsorganisation

BME führt erstmals Nachhaltigkeits-Zertifikat ein

Nachhaltigkeits-Zertifikat BME
Bild: Elnur/stock.adobe.com
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Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat auf dem Symposium Einkauf und Logistik (12. bis 14.11. in Berlin) sein neues Zertifizierungssystem „Nachhaltige Beschaffungsorganisation“ vorgestellt.

„Damit wollen wir sowohl unsere Mitglieder als auch alle anderen interessierten Unternehmen bei ihren Bemühungen um eine nachhaltige Beschaffung in ihren Einkaufsabteilungen und damit in ihren Lieferketten unterstützen“, erläuterte Mirjam Zeller, Geschäftsführerin der BME Marketing GmbH, am Donnerstag (14.11.) in Berlin mit.

3-Stufen-Ansatz knüpft an internationale Standards an

In Anlehnung an die international gültige High-Level-Structure für ein ganzheitliches Managementsystem wurde dem nach ein 3-Stufen Ansatz entwickelt: Level 1 wird durch eine Selbstanalyse zum jetzigen Stand und die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtung, die neun Mindestkriterien umfasst, nachgewiesen. Diese müssen innerhalb eines Jahres umgesetzt werden und befähigen nach Prüfung durch den BME zu Level 2. Damit wird die strategische Planungsphase abgeschlossen und die Realisierung der nachhaltigen Beschaffung eingeleitet. Nach erfolgreicher Auditierung der nachhaltigen Einkaufspraxis wird Level 3 erteilt. Zertifiziert wird die Beschaffungsorganisation eines Unternehmens bzw. einer öffentlich-rechtlichen Institution – unabhängig von deren Größe.

Grundlage für die Erlangung der Zertifizierung, unabhängig vom erreichten Level, ist die Akzeptanz und Einhaltung von neun Mindestkriterien. Dazu zählen unter anderem das Erstellen eines Supplier Code of Conducts (oder die Nutzung des BME-Code-of-Conducts), die Entwicklung einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie und das Benennen eines Nachhaltigkeitsverantwortlichen für den Einkauf sowie die Beteiligung an einer jährlichen BME-Erhebung zu definierten KPIs für eine regelmäßige Benchmark-Analyse.

Das neue Gütesiegel wurde gemeinsam vom BME und dem JARO Institut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung e.V. entwickelt. „Die zertifizierten Unternehmen können, müssen aber nicht BME-Mitglied sein. Interessierte Firmen haben die Möglichkeit, sich über den BME für die Zertifizierung anzumelden. Sie erhalten von uns detaillierte Unterlagen, wie ein Handbuch zum Zertifizierungsprozess sowie einen Maßnahmenkatalog, der ihnen Vorschläge für ihr Nachhaltigkeitsprogramm liefert“, erläutert Zeller.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema „Nachhaltige Beschaffung“ – Leidenfaden für den Einstieg

Gemeinsam mit dem JARO Institut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung hat der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. einen Leitfaden veröffentlicht, der sich in der Beschaffung an Nachhaltigkeitskriterien orientiert.

Im Nachhaltigkeitsmanagement ist die nachhaltige Beschaffung ein wesentlicher Teilbereich. Es gilt Produkte und Dienstleistungen eingekauft, deren Umweltauswirkung geringere Folgen haben als Vergleichbare. Dabei werden die sozialen, ökologischen und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Oft ist das günstige Angebot nicht immer wirtschaftlich, wenn z. B. der Lebenszyklus mit berücksichtigt wird. Langlebige Produkte schneiden oft besser ab. Sie sparen Energie ein und schonen Ressourcen. Oder energieeffiziente Produkte. Sie sparen in der Nutzung Energie. Auch das spart Kosten.

Im Leitfaden „Nachhaltige Beschaffung“ erfahren Sie auch Wichtiges zu den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Und es gibt es einen Hinweis auf den Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), der sich als Instrument zum Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie eignet und einen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung bietet.

Hier finden Sie den Leitfaden als PDF zum Downloaden.

Der jetzt vorliegende Praxis-Leitfaden soll Einkäufern einen ersten Überblick zu den relevanten Nachhaltigkeitsthemen und möglichen Beschaffungsstrategien geben sowie Mut machen, als Einkaufsverantwortlicher engagiert voranzugehen. Er gibt Hilfsmittel an die Hand, um nicht nur eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, sondern diese auch erfolgreich umzusetzen und weiter zu optimieren. Praxisbeispiele und eine praktische Checkliste zur ersten Bestandsaufnahme bereichern die 44-seitige Fachpublikation zusätzlich und finden sicher zeitnah Einzug in den Beschaffungsalltag.

„Zu lange schon wird das Thema Nachhaltigkeit als Nische betrachtet, es ist noch nicht in den Fokus der Wirtschaft gerückt“, schreibt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch im Vorwort des neuen BME-Praxis-Leitfadens „Nachhaltige Beschaffung“. Mittlerweile werde viel darüber gesprochen und noch mehr damit geworben, „aber wo können und müssen Unternehmen tatsächlich handeln?“, fragt Grobosch. Bis zu 80 Prozent der CO2-Emissionen eines Unternehmens entstünden im Rahmen der Beschaffung und deren Lieferketten. Der Gesetzgeber fordere die verbindliche Einhaltung der menschlichen Sorgfaltspflicht entlang der gesamt Liefer- und Wertschöpfungskette und prüfe aktuell den Umsetzungsstand, um gegebenenfalls die Rahmenbedingungen zu verschärfen. Dem Einkauf komme damit eine Schlüsselfunktion für nachhaltiges Wirtschaften zu. Als bereits viel diskutierter Schnittstellenmanager und Multiplikator habe er es in der Hand, gemeinsam mit dem Mandat der Unternehmensführung einen enormen Beitrag zu leisten. (sas)

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