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Risikomanagement mit Finanz-Check

Finanzielles Risiko-Management im Lieferantenbereich
Finanz-Check von Lieferanten

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Die Anfang des Jahres beginnende Pandemie verstärkt die Fragestellung nach der Stabilität des Lieferantennetzwerkes hinsichtlich der Logistikwege oder der finanziellen Stabilität der Lieferanten immens. Die Überprüfung der Lieferanten hinsichtlich ihrer Finanzkennzahlen nimmt aktuell an Wichtigkeit zu. Dabei werden unter anderem Bonität, Verschuldungsgrad und Zahlungsverhalten untersucht.

Die Anforderungen an Einkaufsabteilungen von großen Unternehmen wurden in den letzten Jahrzehnten zunehmend komplexer. Zur Kostenoptimierung wurden Teile ins preiswertere Ausland verlagert, in der Hoffnung, dort die gleiche Qualität zu deutlich günstigeren Preisen zu erhalten. Zudem wurden Fertigungsstandorte in aufstrebenden Märkten gegründet, was die Erschließung neuer Beschaffungsmärkte nach sich zog. Parallel kam es in einigen Branchen zu einem Technologiewandel, was sich wesentlich auf die finanzielle Stabilität der Lieferanten auswirken wird bzw. wodurch ganz neue Branchen und somit neue Lieferanten entstehen werden.

Wie gehen die Unternehmen mit der proaktiven Prüfung der Lieferfähigkeit von Lieferanten um? Zu großen Teilen werden zur Prüfung die online erhältlichen Informationen zum Zahlungsverhalten genutzt. Allerdings sind diese Informationen für wesentliche Lieferanten oder Lieferanten, die ein höheres Risiko darstellen, oftmals zu ungenau, zeitverzögert und nicht trennscharf. Daher bestehen häufig eigene Abteilungen, die im proaktiven Bereich der Lieferanten-Risiko-Überwachung tätig sind. Zudem jene, die sich um Lieferanten im Sanierungsbereich oder um insolvente Unternehmen kümmern. Zur Prüfung werden Jahresabschlüsse und unterjährige Finanzdaten angefordert und ausgewertet, um so die Lieferfähigkeit anhand der finanziellen Stabilität abzuleiten. Im proaktiven Bereich – wie auch im Sanierungsbereich – lagern OEMs diese Dienstleistungen teilweise aus, um die Fixkosten durch den flexiblen Einsatz von Dienstleistern möglichst gering zu halten. Aber schon im Bereich der Tier-1-Unternehmen wollen und können viele Unternehmen aufgrund der geringeren Anzahl der Lieferanten keine eigene Abteilung zur Überwachung und Auswertung von Finanzdaten einsetzen, insbesondere aufgrund des Erfordernisses einer weltweiten Expertise und Erfahrung der hierfür notwendigen Mitarbeiter.

Als Dienstleister im Bereich der qualifizierten Bonitätsprüfung von strategisch wichtigen Lieferanten rund um den Globus zählt die FRA-Services AG zu einem etablierten Partner namhafter Unternehmen in vielen Branchen der deutschen und europäischen Wirtschaft. Die FRA-Services AG hat nicht nur große Erfahrung in der qualitativen Auswertung von weltweiten Finanzdaten, sondern auch in der Anforderung dieser, was einen wesentlichen Teil der Dienstleistung ausmacht. Zwar stellen Finanzdaten einen Rückblick auf die Vergangenheit dar, wies jedoch ein Lieferant bereits in der Vergangenheit finanzielle Schwierigkeiten auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines künftigen Lieferrisikos entsprechend höher. Eine maximale Aktualität erreicht man – bei Lieferanten mit erhöhten Risiken – durch die Umstellung des Betrachtungszeitraumes auf Quartals- oder Monatsdaten sowie durch Planungsverifizierungen und gemeinsame Lieferantengespräche.

Risikobewertung einzelner Lieferanten

Große Expertise ist bei der Auswertung von internationalen Lieferanten notwendig, denn wesentlich ist, dass die Analysten die Ursachen für Veränderungen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erkennen, um dem Kunden Anhaltspunkte für Gespräche mit dem Lieferanten zu geben. Ausschlaggebend ist ebenfalls, dass durch zahlreiche Quartalsbetrachtungen von Lieferanten und Kontakten im Markt die aktuelle wirtschaftliche Lage bekannt ist und diese Branchenkenntnis in die Risikobewertung des einzelnen Lieferanten einfließt.

Andreas Frank, Leiter Einkauf der Allgaier Werke GmbH, Uhingen, bemerkt dazu: „Wir haben vor einigen Jahren beschlossen, unsere Lieferanten proaktiv detaillierter zu betrachten, um nicht eines Tages durch eine Insolvenzmeldung überrascht zu werden. Zudem ist die Bewertung der finanziellen Stabilität eines potenziellen Neulieferanten fester Bestandteil unseres Risk-Managements. Mit den seitens der FRA-Services AG eingeholten und damit verifizierten Daten wird eine hochaktuelle Risikobewertung unserer Lieferanten erreicht. Auch weisen die Berichte klar definierte und verständliche Risikoabstufungen auf. Unsere Erfahrungen mit diesem Dienstleister sind nur positiv.“

Potenzielle Risiken aufdecken

Thomas Maschmann, General Manager Purchasing der Schmitz Cargobull AG, Altenberge, ergänzt: „Seit 10 Jahren haben wir mit der FRA-Services AG nur positive Erfahrungen gemacht. Die FRA-Analyse ist bei uns fester Bestandteil des Einkaufprozesses und eines der Entscheidungskriterien bei Neuvergaben. Die Risikoberichte dienen uns bei Auffälligkeiten als Grundlage für Gespräche mit den Lieferanten. Wichtig war uns dabei stets, die Lieferanten umfänglich auch in konjunkturell schwierigen Phasen zu betrachten, um die volle Transparenz zu erhalten, wenngleich man in solchen Phasen rasch geneigt ist, das erforderliche Budget zu kürzen. Das Aufdecken von potenziellen Risiken gibt uns frühzeitig die Möglichkeit, mit unseren Lieferanten in den Austausch zu gehen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.“

Vor negativen Überraschungen bewahren

Ein wesentlicher Baustein im Lieferanten-Risiko-Management sollte die finanzielle Stabilität der Lieferanten sein, damit die Gefahr eines Lieferengpasses oder gar Lieferstopps deutlich minimiert wird. In den letzten zehn Jahren war die Weltwirtschaft zu großen Teilen von einem Wirtschaftsaufschwung geprägt. Nunmehr tritt eine Phase der Konsolidierung oder gar des Abschwungs ein. Je stärker der Kunde proaktiv aufgestellt ist, desto eher kann er auf Anzeichen von Problemen bei seinem Lieferanten reagieren. (sas)


Hintergrund

Ende der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Mit dem COVInsAG hat der Gesetzgeber ein Instrument geschaffen, Schuldnern, die Corona-bedingt in eine insolvenznahe Situation gekommen sind, vor der Insolvenz zu bewahren. Zahlungsunfähige Unternehmen waren für ein halbes Jahr von der Pflicht entbunden, ihre Insolvenz bei Gericht anzuzeigen. Die Verpflichtung bei Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag stellen zu müssen, wurde vom 1. März bis voraussichtlich Ende September 2020 ausgesetzt.

Im ersten Halbjahr meldeten 8900 Unternehmens ihre Insolvenz an: 8,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das bedeutet für die wegen Corona in finanzielle Not geratenen Firmen eine Schonfrist, schadet allerdings deren Geschäftspartnern, weil die nun nicht wissen konnten, ob der Partner mit dem sie zusammenarbeiten vielleicht zahlungsunfähig ist. Ende September endet die Aussetzung der Anzeigepflicht. Experten erwarten dann eine erste Insolvenzwelle.


Das Unternehmen

Proaktive Vorgehensweise

  • Proaktive Beschaffung der wirtschaftlichen Unterlagen
  • Qualitative Analyse der finanziellen Verhältnisse
  • Begleitung bei Lieferantengesprächen (optional)
  • Vor-Ort-Detailanalyse des bewerteten Unternehmens (optional)
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