Nachhaltige Beschaffung von holzbasierten Produkten

Holzauge sei wachsam

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Laut Studien orientieren sich bereits rund 80 Prozent der Endverbraucher beim Kauf von Produkten an Siegeln, die glaubhaft signalisieren, dass die Ware auf eine ökologisch und sozial nachhaltige Art und Weise hergestellt wurde – zum Beispiel bei Holz-, Papier- und Verpackungsprodukten am Logo der weltweit größten Wald- und Holzzertifizierungsorganisation PEFC. Dass die nachhaltige Beschaffung und Produktion aber nicht nur Image- und Verkaufsfaktoren sind, sondern manches Mal rechtlich verbindlich, zeigt dieser Beitrag auf.

Von immer mehr Herstellern holzbasierter Produkte wird eine Zertifizierung als imagebildende Maßnahme und Verkaufsargument genutzt. Zum Beispiel nach den international gültigen Standards von PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes), kontrolliert durch eine akkreditierte und unabhängige Prüfgesellschaft (Zertifizierer, z. B. TÜV).

Solch ein seriöses Siegel sorgt aber nicht nur für einen Hingucker in der Werbung oder in der CSR-Berichterstattung, zu der seit diesem Jahr tausende Unternehmen verpflichtet sind. Es dient vor allem dazu, dass Einkäufer sicher sein können, sich keine Rohstoffe, Vorprodukte oder Endprodukte aus Raubbau oder illegalem Holzeinschlag einzuhandeln. Sie schützen ihr Unternehmen davor, vom Geschäft mit Großkonzernen, die nachhaltige Beschaffungsregeln anwenden, oder von Ausschreibungen der öffentlichen Hand ausgeschlossen zu werden. Zum tieferen Verständnis sei an dieser Stelle die aktuelle Rolle von Nachhaltigkeitszertifikaten im deutschen Vergaberecht erläutert – und zwar am Beispiel des Landes Berlin.

Mit der Überarbeitung der Verwaltungsvorschrift „Beschaffung und Umwelt“ wird im Land Berlin nun noch umfassender geregelt, dass bei Neubauten und Vollsanierungen von Gebäuden der öffentlichen Hand nachhaltiges Bauen gefordert ist. Dabei sollen vor allem der Bau- und Werkstoff Holz sowie Recyclingbeton bevorzugt werden.

Diese wichtige Weichenstellung wird in Berlin genutzt, um die Beschaffung von nachhaltig hergestellten Produkten stetig auszubauen. Das denkbare Spektrum reicht von Bleistift und Kopierpapier über Büro- und Schulmöbel bis hin zu Sportstätten, Brücken oder Großwindanlagen. Die Hauptstadt will diesbezüglich sogar zur Modellstadt werden. Die Senatsverwaltung beabsichtigt, dass zukünftig größere öffentliche Gebäude in Berlin zumindest den „Silbernen Standard“ des Bewertungssystems „Nachhaltiges Bauen“ des Bundes erreichen. Das bringt vor allem moderne Hochleistungsprodukte wie Brettschichtholz, Konstruktionsvollholz, Brettsperrholz oder Baubuche nach vorne – etwa wenn es in nächster Zukunft um den Neubau von zehn Schulen in Berlin geht.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Berliner Senats basiert nicht allein auf einer politischen Haltung, sondern auf überzeugenden Argumenten. Eine aktuelle Studie des Senats von Berlin zeigt eindrucksvoll, dass bei einer umweltverträglichen Beschaffung gegenüber einer herkömmlichen Beschaffung rund 50 Prozent (entspricht 350000 Tonnen) an schädlichen Klimagasen reduziert würden. Aber auch die Kosten gingen um rund vier Prozent – entsprechend 40 Millionen Euro pro Jahr – zurück.


Lars Langhans,
Kollaxo

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