Internationale Wirtschaft: Katalanische Industrie wieder am Ball

Internationale Wirtschaft

Katalanische Industrie wieder am Ball

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Katalonien ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen Spaniens. Insbesondere in Industriesektoren wie Automobil-, Metall- und Maschinenbau, Medizintechnik, chemische- oder Textilindustrie hat sich in Katalonien eine leistungsfähige Infrastruktur mit gut ausgebildeten Fachkräften etabliert. Spezialisierte KMUs bilden eine gute Basis zur Vernetzung, Kooperation oder zum Ausbau von Zulieferkapazitäten.

Der Industriesektor, der fast 21 Prozent des katalanischen BIP erwirtschaftet, hat sich insbesondere im Raum Barcelona sowie in zahlreichen Industriestädten der Region etabliert. 50 Prozent der katalanischen Wirtschaft ist direkt oder indirekt mit dem Industriesektor verbunden, der innovativ, dynamisch und mit einem breiten Branchenspektrum aufgestellt ist.

Der Nahrungsmittelsektor, die chemische Industrie und die Automobil-, Energie- und Pharmaindustrie bilden das Rückgrat der katalanischen Industrie. Dies und ein leistungsfähiger IKT-Sektor machen Katalonien zu einer treibenden Kraft in der Industrie 4.0. Die Region engagiert sich im 3D-Druck und ist führend in der Prüfung von vernetzten Fahrzeugen, in der Robotik für intelligente Logistik-Management-Systeme oder im Bereich Big Data.
Neben der Industrie geben Handel und Tourismus wichtige Impulse. Die Tourismusbranche erwirtschaftet 12 Prozent des katalanischen BIPs und hat sich zu einem der bedeutendsten Wirtschaftszweige entwickelt.
Mit mehr als 18 Mio. ausländischen Touristen (2016) ist Katalonien eine der Top-Destinationen in Europa. Es stellt 22,2 Prozent der touristischen Unterkünfte innerhalb Spaniens sowie 2,5 Prozent EU-weit zur Verfügung.

Knapp 20 Prozent des spanischen BIPs wird in Katalonien erwirtschaftet. Diese wettbewerbsfähige Region erzeugt eines der höchsten Bruttoinlandsprodukte (223,629 Mrd. €, Idescat 2017) in Spanien und nähert sich damit am meisten dem durchschnittlichen BIP der Eurozone an. Zugleich weist Spanien eines der höchsten BIPs der EU (5. Platz 2016) auf und belegt weltweit den 14. Platz (2017).
Mit nur über 7,45 Mio. Einwohnern entfallen auf Katalonien 25 Prozent der spanischen Exporte (65,161 Mrd., INE 2016). Hauptindustriesektoren im Jahr 2017 waren die Automobilbranche (17,0 %) und die chemische Industrie (16,5 %), gefolgt vom Nahrungsmittelsektor (11,9 %) und pharmazeutischen Produkten (7, 1%). Zusammen mit dem Textil- und Konfektionssektor (6,9 %) sowie dem Maschinenbau (6,2 %), entfielen im Jahr 2017 zwei Drittel der katalanischen Exporte auf diese Sektoren.

Grundlage dieser wirtschaftlichen Erfolge und Basis für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ist einerseits die stark diversifizierte Industrie (auf keinen Subsektor entfällt mehr als 20 % der gesamtwirtschaftlichen Leistung) und andererseits ein starker Fokus auf Innovation und Internationalisierung, der durch die öffentlich-rechtliche Wirtschaftsförderungsagentur der katalanischen Regionalregierung, Catalonia Trade & Investment, gefördert wird.

Zulieferbranche als Rückgrat

In der Region rund um Barcelona sind mehr als 9700 Zulieferunternehmen mit insgesamt ca. 182.000 Arbeitsplätzen angesiedelt und haben ihren Standort dort aus wirtschaftlichen, technologischen oder auch geografischen Gründen gewählt.
Hierbei steht die katalanische Zulieferindustrie für einen dynamischen und innovativen Wirtschaftszweig. Dieser zeichnet sich durch große Diversität aus, was sich in Zulieferdienstleistungen mit Schwerpunkten wie Gießen, Schweißen, Drehen, Fräsen und Umformen, Formen- und Werkzeugbau, Kunststoffspritzguss, Oberflächenbeschichtung und Engineering ausdrückt.

Ferner sticht die Industrie – welche durch kleine und mittlere Familienunternehmen geprägt ist – durch einen hohen Spezialisierungsgrad, das vorhandene technische Know-how und eine hohe Flexibilität hervor. Dies bedingt, dass sie maßgeschneiderte und komplexe Fertiglösungen anbieten kann.
Ein großer Anteil der Unternehmen kann zudem auf umfangreiche Erfahrung in wettbewerbsintensiven Industriezweigen wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Telekommunikation, Bahnindustrie und Medizintechnik aufbauen.
Des Weiteren gehören für die Zulieferunternehmen anspruchsvolle Zertifizierungen und Zulassungen ebenso zum Standard, wie enge Kooperation mit internationalen Industriepartnern. Hier fußt die industrielle Wertschöpfung auf einer starken Ausrichtung auf industrielle Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.

Katalanischer Zuliefertag 2018 in München

Die Industrieregionen Bayern und Katalonien zeichnen sich durch eine leistungsstarke Unternehmenslandschaft aus. Es sind Standorte mit großen Synergien, die zu einem direkten Austausch einladen. Auch wenn es zwischen den Regionen bereits vereinzelte, enge Beziehungen gibt, besteht hier großes Wachstumspotenzial. Grund dafür ist die Bedeutung der in beiden Regionen vertretenen Industrien, insbesondere in den Sektoren Automobil, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik.

Der industrielle Mittelstand sowie führende KMUs bilden das Rückgrat der süddeutschen Wirtschaft. Die katalanische Zulieferindustrie, die 25 Prozent des gesamten katalanischen Industriesektors erwirtschaftet, punktet vor allem durch hoch spezialisierte kleine und mittelständische Unternehmen.


Veranstaltung

3. Katalanischer Zuliefertag

In Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Sabadell (Katalonien) veranstaltet Catalonia Trade & Investment, die Wirtschaftsförderung von Katalonien, am 18.10.18 den 3. Katalanischen Zuliefertag. Die Veranstaltung findet von 9.30–17.00 Uhr im MACE Restaurant & Konferenzzentrum in München statt. Es nehmen rund 25 Zulieferer aus Katalonien und weiteren spanischen Regionen teil, die in den Branchen Automobil, Maschinenbau, Luft-und Raumfahrttechnik, Schienenfahrzeuge, Medizintechnik und weiteren Schlüsselsektoren der Industrie in Bayern, Süddeutschland und Österreich tätig sind. Ziel ist es, deutschen Unternehmen die Gelegenheit zu geben, potenzielle neue Zulieferer kennenzulernen, die langjährig im spanischen Industriesektor etabliert sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist obligatorisch.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.catalonia.com/Zuliefertag und bei Frau Lesly Mejía (lmejia@catalonia.com).


Lesly Mejía,

Projektberaterin bei ACCIÓ – Catalonia Trade & Investment, Wirtschaftsförderung von Katalonien

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