Blockchain-Technologie in der Beschaffung - n-tier Lieferantenmanagement – die Blockchain macht es möglich! - Beschaffung aktuell

Blockchain-Technologie in der Beschaffung

n-tier Lieferantenmanagement – die Blockchain macht es möglich!

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Innerhalb eines Unternehmens gibt es verschiedene Datenbanken. Die darin enthaltenen Daten und Informationen werden von den Fachbereichen genutzt, um die interne und externe Wertschöpfung abzusichern. Die Daten sind jedoch fachbereichsspezifisch und oft nicht miteinander verbunden. Zusätzlich gibt es unter den Mitarbeitern Wissensträger, deren Wissen nicht in einer Datenbank hinterlegt ist. Somit existiert keine fachbereichsübergreifende Daten-, Informations- und Wissensbasis.

Zu den internen Herausforderungen vollzieht sich mit der Komplexität des Wertschöpfungsnetzwerkes eine zunehmende Verlagerung der Produkt- und Prozessverantwortung auf die Zulieferer. Dies hat zur Folge, dass sich die Wertschöpfungstätigkeiten zwischen global agierenden Unternehmen immer stärker vernetzen. Doch da die Daten und Informationen nicht unternehmensübergreifend vernetzt sind, fehlt auch hier bislang das Wissen, um die externen Wertschöpfungsnetzwerke steuern zu können. Somit entstehen zwei Handlungsfelder:

  • Um eine einheitliche Wissensbasis zu generieren, muss die Sicht auf die unternehmensinterne Daten- und Informationsbasis fachbereichsübergreifend abgebildet werden.
  • Auf Basis der unternehmensweiten einheitlichen Daten werden externe Daten des Wertschöpfungsnetzwerkes über die Blockchain-Technologie hinzugezogen, um eine einheitliche Daten-, Informations- und Wissensbasis zu erhalten.

Ein Partnernetzwerk auf Basis der Blockchain-Technologie

Inzwischen ist in der Industrie angekommen, dass eine Blockchain mehr ist, als die Technologie hinter Transaktionen mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether. Grundsätzlich ist die Blockchain ein elektronisches Register für digitale Datensätze, Ereignisse oder Transaktionen, die durch die Teilnehmer eines verteilten Rechnernetzes verwaltet werden.

Folglich können mit einer Blockchain Geschäftsbeziehungen direkt zwischen zwei oder mehr Geschäftspartnern digital und vertraulich abgebildet werden. Sie legt die Grundlage für sichere, vertrauensvolle und automatisierte Prozesse zwischen Unternehmen. Zurück zu den zwei Handlungsfeldern aus dem Bereich der Lieferantennetzwerke ergibt sich somit folgendes:

Zunächst werden die internen Datenquellen miteinander vernetzt. Die Daten aus den einzelnen Datenquellen werden in einem übergeordneten Layer gespiegelt. Somit entsteht eine fachbereichsübergreifende Datenbasis. Auf dieser Grundlage können die benötigten Informationen bzw. das benötigte Wissen verschiedener Use Cases, wie z. B. Kapazitätsmanagement, Engpassmanagement und Risikomanagement extrahiert werden.

Im externen Handlungsfeld findet eine Digitalisierung des Informationsflusses innerhalb des Lieferantennetzwerks auf Basis der Blockchain-Technologie statt. Dabei wird eine dezentrale B2B-Plattform aufgebaut, auf die alle Stakeholder Zugriff haben und die Unternehmen direkt miteinander kommunizieren können. Die Datenhoheit und Kontrolle bleibt bei den einzelnen Unternehmen. Es wird also weder eine neue Cloud-Lösung noch einen neuen Marktplatz geben! Der Datenzugriff erfolgt über Smart Contracts für freigegebene Nutzer. Das bedeutet, dass auf Basis dieser Technologie die Geschäftsprozesse automatisiert und digitalisiert werden. Für die Umsetzung hat das Unternehmen contractus die technische Grundlage entwickelt. Ziel ist eine schnelle und intelligente Kommunikation, Koordination und Kooperation mit dem Lieferanten innerhalb eines Partnernetzwerkes.

Alle Beteiligten verstehen sich als Partner

Die grundsätzliche Idee des Partnernetzwerkes ist es, Unternehmen, die an der Wertschöpfung beteiligt sind, zu verknüpfen und eine Basis für digitalen Austausch von Informationen und Transaktionen zu schaffen. Jedes einzelne Unternehmen behält dabei die Hoheit über seine eigenen Daten und bestimmt selbst, mit wem welche Informationen geteilt werden. Im Gegensatz zu einer Cloud-Lösung können dabei sowohl langlebige als auch sehr dynamische, kurzlebige Geschäftsbeziehungen über mehrere Partner hinweg abgebildet werden. Auch Beziehungen zwischen Partnern, die in der realen Welt keine direkten Vertragsbeziehungen haben, können unterstützt werden, so wird die Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit geschaffen.

Vertrauen ist die wichtigste Größe einer Zusammenarbeit. Gerade in der Zusammenarbeit mit unbekannten Partnern bzw. im Informationsaustausch mit Partnern ohne direkte Vertragsbeziehung), spielt Vertrauen eine große Bedeutung. Ein funktionierendes Partnernetz benötigt deshalb eine nachvollziehbare Bewertungs- und Vertrauensbasis. Innerhalb des Partnernetzwerkes werden die durchgeführten Transaktionen selbst Basis für die Bewertung der Lieferanten untereinander. Nach einheitlichen und automatisierten Bewertungskriterien (Kennzahlen) werden Lieferanten nach Erbringung einer Leistung bewertet. Die dadurch entstehende Leistungsbewertung kann für Entscheidungen zur nächsten Auftragsvergabe herangezogen werden. Zusätzlich lösen sich die subjektiven Bewertungen eines Lieferanten durch einen Abnehmer auf. Die Transparenz erhöht sich und wird auf n-tier Lieferantenebene objektiv.

Um den Mehrwert eines Partnernetzwerkes konkret benennen zu können, sind differenzierte Use Cases notwendig. Zwei Use Cases wären beispielsweise das Lieferanten-(Risiko)Management auf n-tier Ebene sowie Herausforderungen im Bereich des Kapazitätsmanagements anzugehen.

Die Umsetzung – Schritt für Schritt zum digitalen Partnernetzwerk

Die interne Datenvernetzung verfolgt das Ziel, dass eine unternehmensweite und fachbereichsübergreifend Datenbasis geschaffen wird. Dabei bleiben alle bisherigen Systeme erhalten. Auf dem bestehenden Softwarekonzept wird einfach aufgesetzt. Somit werden die Datensilos aufgebrochen und die Informationen zur Verfügung gestellt. Nun wird eine fachbereichsübergreifende Vernetzung der Informationen zu Wissen möglich. Die primäre Folge der einheitlichen Datenbasis ist beispielsweise, dass Reportings zügiger und Managemententscheidungen frühzeitiger getroffen werden können. Sekundär lässt sich durch die Vernetzung der Datenbanken die Datenqualität nachhaltig erhöhen. Die interne Datenvernetzung wird auch weiterverfolgt, wenn das externe Partnernetzwerk beginnt und erweitert wird. Zusätzlich verbessert sich die interne Datenbasis nochmals, je mehr Daten auch über das externe Partnernetzwerk eingebunden werden. Das ganzheitliche Partnernetzwerk besteht aus zwei Handlungsfeldern. Unternehmensintern wird zukünftig fachbereichsübergreifend agiert und unternehmensübergreifend in einem Businessnetzwerk. Alle Beteiligten verstehen sich dabei als Partner.

Die gemeinsame Vision der Partner ist es, eine Kommunikations-, Koordinations- und Kooperationsplattform bis zu den n-tier Lieferanten aufzubauen. Dabei werden Lieferanten und Abnehmer digital über eine gemeinsame Datenbasis vernetzt und tauschen Informationen, Lieferantenbewertungen und Dienste (Verträge) über Smart Contracts aus.


Anja Wilde, Project Manager,
contractus,
anja.wilde@contractus.com


Thomas Müller, CEO,
contractus,
thomas.mueller@contractus.com

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